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Hechingen Der Buchfink pfeift nach Weizenbier

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Die vogelkundliche Führung von Franz Glückler (unten links) im Fürstengarten stieß trotz früher Stunde auf großes Interesse. Fotos: Stopper Foto: Schwarzwälder Bote

Sie pfeifen auf den Frühling, und das aus voller Kehle. Sehr viele und sehr unterschiedliche Singvögel leben im Hechinger Fürstengarten. Und dass es in Hechingen einige Leute gibt, die die Stimmen auseinanderhalten können, ist auch Franz Glückler zu verdanken.

Hechingen. Seit etwa 20 Jahren bietet er hier die Vogelführungen an. Und auch wenn es bereits morgens um 7.30 Uhr los geht und trotz Frühling empfindlich kalt, finden sich fast 30 Teilnehmer vor der Villa Eugenia ein. Viele sind Stammgäste dieser Führung. Das merkt man daran, dass sie schon einige Vogelstimmen zuordnen können. Es gibt auch Neulinge.

Alle hören gespannt zu, denn man glaubt kaum, was es alles über Vögel zu berichten gibt. Zwei Stunden später wissen sie, welcher Vogel nach Weizenbier zwitschert, dass Rabenmütter zu unrecht einen schlechten Ruf haben, wie ein Buchfink klingt und dass das flauschig-liebe Eichhörnchen, das so harmlos von Ast zu Ast hüpft, ganz gerne mal Vogelnester plündert.

Der Vorteil so früh im Jahr: Die Bäume haben noch keine Blätter, und so können mit einem Fernglas die kleinen Piepmätze auch gut beobachtet werden. "Leider werden es jedes Jahr etwas weniger Arten hier", bedauert Franz Glückler. Gartenrotschwanz, Gartengrasmücke und Grünschnäpper beispielsweise. Wo die geblieben sind? Sie werden auf ihrem winterlichen Zug gejagt. Vor allem auf Zypern stehen kilometerlange Netze. Das ist zwar illegal, aber wer fragt, kriegt in fast allen Restaurants dort Singvogelgerichte. Dazu kommen in Deutschland die Zersiedelung der Landschaft und eine Landwirtschaft, die auf immer monotoneren Feldern wirtschaftet.

Immerhin: Es gibt noch Singvögel im Fürstengarten. Und es ist ein spannendes Erlebnis, wenn Franz Glückler einen auf ein bestimmtes Pfeifen aufmerksam macht. Zuerst hört man nur ein Durcheinandergepiepse, langsam sortiert das Ohr die Geräusche, und plötzlich klingt ganz klar heraus, was Grünfink, Kernbeißer, Dompfaff, Kohlmeise und Sumpfmeise so vor sich hinträllern. Nicht zu vergessen die Mönchsgrasmücke, "einer unserer besten Sänger", wie Franz Glückler geradezu stolz betont.

Das wäre schon ganz interessant, aber was der ehemalige Realschulrektor zu den Piepmätzen erzählt, ist zusätzlich spannend. Immer wieder entdeckt er auf Zweigen gefiederte Genossen. Manche sind beim Nestbau, andere zoffen sich beim Revierkampf, ein Habicht legt sich mit einer Krähe an, und in einer Platanengruppe haben die Stare schon seit Jahrzehnten ein richtiges kleines Dörfchen eingerichtet.

Interessant auch, dass Vögel wie die Mönchsgrasmücke im Dialekt singen, dass bei 99 Prozent aller Vögel nur die Männchen singen und dass sie stets hübscher sind als die Weibchen, und dass der Mauersegler ohne Zwischenlandung ein Jahr in der Luft bleiben kann. Er schläft sogar im Flug. Und dass ein Star jedes Jahr ein neues Weibchen wählt, hat man schon in einem Boulevardmagazin gelesen. Kleiner Kalauer. Rabenmütter sorgen sehr treu für ihren Nachwuchs. So ungerechtfertigt ist manchmal ein Ruf. Nett auch die Eselsbrücken, die Glückler anbietet, damit man sich die Vogelstimmen merken kann. Mit etwas Fantasie lässt sich aus dem Buchfinkengesang tatsächlich ein "Bringermolawoizebier" heraushören.

Zwei Stunden verfliegen wie im Flug. Am Ende wurden 21 verschiedene Vogelarten gezählt, "vor 20 Jahren waren es noch über 25", bedauert Glückler.

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