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Hechingen "Das Zauberwort heißt Konsens"

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Clemens Künster (rechts) stellte dem Gemeinderat das Bauvorhaben der EJL vor. Deren Geschäftsführer Andreas Ermantraut (links) hört aufmerksam zu.Fotos: Kauffmann Foto: Schwarzwälder Bote

Der Stadtplaner Clemens Künster vom gleichnamigen Reutlinger Architekturbüro hat das Bauvorhaben der EJL gestern dem Gemeinderat und gut 50 Einwohnern präsentiert.

Hechingen. Wenn es nach Andreas Ermantraut, Geschäftsführer der EJL Wohnbau GmbH, geht, würde er so schnell wie möglich mit den nächsten Schritten einsteigen. Denn, da ist er sich sicher, "ganz Hechingen wartet darauf" – nämlich auf eine Neubebauung des Areals Obertorplatz/Firststraße. Wie Künster erklärte, sind dort drei vier- bis fünfstöckige Häuserblöcke mit jeweils einer Tiefgarage geplant. Es soll ein Mix aus Wohnen, Praxen, Handel, Gastronomie und Büros entstehen. Explizit ist von einer Markthalle die Rede. Vorgesehen sind eine Dachbegrünung sowie 198 Stellplätze, wenn von 40 Prozent ÖPNV-Nutzern ausgegangen wird. Die Ecke Lindengasse am ehemaligen Eiscafé soll ausgeweitet, also luftiger gestaltet, werden.

Nach der Präsentation schloss sich eine ausführliche Fragerunde an.

  Margret Simoneit (SPD) erschlägt die Blockbebauung. "Das wäre ganz anders, als wir es in Hechingen gewohnt sind", meint sie. Künster entgegnete, dass früher nicht nur die Menschen kleiner waren. sondern auch kleiner gebaut wurde. Heutzutage baue man größer, da auch die Ansprüche der Konsumenten gestiegen seien.

  Regina Heneka (CDU) fehlt das Kleinteilige an der Blockrandbebauung. "Ich sehe keine drei Einzelteile, sondern ein großes Paket", sagte sie. Vier Tiefgaragen-Untergeschosse betrachtet sie als "ambitioniert, während sie die Idee der Markthalle "super" findet. Außerdem wünscht sie sich mehr Grün. Der Innenhof sei dafür relativ klein, der Ersatz seien die Dachgärten, erläuterte Künster. Im Endeffekt habe man mehr Grünfläche als bisher.

  Jürgen Fischer (SPD) ging auf den Verkehr ein. Die Zufahrt über die Firststraße sei schließlich steil. Er erwarte dort erheblichen Verkehr und plädiert für eine zweite Zufahrt. Künster antwortete ihm, dass man hoffe, die Menschen umerziehen zu können und die auf das Auto – er sprach hierbei von "rollenden Behältnissen" – auch verzichten. Die Praxis sehe jedoch anders aus, räumte er ein.

  Werner Beck (Freie Wähler) hätte sich schon ein Modell gewünscht. "Wie mächtig Baukörper wirken, ist in einem Modell eher absehbar" glaubt er. Auch er schätzt die Tiefgaragenpläne als ambitioniert ein, da "bekommen wir mächtige Verkehrsströme." Mit Freude habe er jedoch die die Idee von einer Handelsfläche vernommen, welche jedoch für einen Supermarkt zu klein sei. Das Gastroangebot sei "ganz, ganz wichtig". Und fragte deshalb, bei was Stadtbaumeister Helga Monauni Bauchschmerzen habe.

Wenn man den Spagat zwischen Kleinteiligkeit und großer Flächen schaffen müsse, stoße man an Grenzen, so Künster. Und Monauni: "Die Einfahrt für eine Tiefgarage darf nicht über dem Obertorplatz sein." Sie sieht die Planung als "einen Anfang einer Weiterentwicklung", wobei noch nicht alle Facetten ausgearbeitet seien. Bauchschmerzen habe sie bei den Tiefgaragen, da sie die Bodenverhältnisse nicht kenne. Sie ist gleicher Meinung wie Beck, es brauche ein Modell.   Frank Balbach (Freie Wähler) wollte von Monauni wissen, ob die Blockrandbebauung bei ihr Herzklopfen verursache. "Die Höhe erschreckt mich nicht. Wir haben den Boden gelegt für ein Wohnzimmer der Stadt. Jetzt brauchen wir die Wände", sagte Monauni.

   Almut Petersen (Bunte Liste) erklärte, dass ihrer Fraktion die Aufweitung der Lindengasse sehr gefalle, ihr sei aber vor allem die Barrierefreiheit ein wichtiges Anliegen. Künster sagte, dass es einen Aufzug geben wird. Petersen leuchtete nicht ein, warum die Markthalle früher neben dem Rathaus geplant war und nun an anderer Stelle entstehen soll. Nur Wohnen und kein Hotel, das behagte ihr nicht. Ermantraut führte dazu aus, dass eine Bauvoranfrage negativ beschieden wurde, weshalb ein Hotel nun am Marktplatz/Kaufhausstraße errichtet werden soll. Monauni widersprach: "Nicht das Hotel wurde abgelehnt, sondern der städtebauliche Rahmen wurde extrem überschritten."

  Alexander Vees (Freie Wähler) sieht die Flächen stark ausgereizt. Mehr Grün zu wollen und gleichzeitig eine Belebung der Innenstadt zu fordern, sei ein Widerspruch, so Künster. Die Innenstadt soll einen urbanen Charakter bekommen. "Das Zauberwort heißt Konsens", bekräftigte Künster. Monauni sieht im Entwurf noch viel Entwicklungspotenzial. Sie wünscht sich "ein Höchstmaß an Qualität." Auf die Breite der Stellplätze angesprochen, erklärte Künster, dass 2,50 Meter geplant sind, auch wenn ihm 2,75 Meter lieber wären.

  Kai Rosenstock (AfD ) fragte, ob es hinsichtlich der gewerblichen Nutzung schon Konkretes gebe. Es gab einige Nachfragen, so Ermantraut, er könne sich einen Bio-Supermarkt gut vorstellen. Hinsichtlich eines Termins für einen Spatenstich wollten sich weder Künster, noch Monauni selbst auch auf Nachfrage von Bürgermeister Philipp Hahn festlegen.

  Simoneit bedauert "das mit dem Hotel sehr" und hofft, dass mit den Gebäude 3 (Hotel Klaiber) begonnen werde. Ermantraut verriet, dass mit 1 (Firststraße) begonnen werde, dann folge 3 und am Ende 2 (ehemaliges HZ-Gebäude).

   Für Stefan Löffler (Freie Wähler) ist die Gestaltung der Fassade sehr wichtig und er verglich die Pläne mit dem Klassizismus. Der Architekt solle das Spielen anfangen und nicht nur quadratisch denken.

 Fischer machte den Vorschlag, dass man die "Kommission Obertorplatz" in Zukunft mit einziehen soll, was Hahn als eine gute Idee ansieht.

  Petersen merkte noch an, dass am Eingang Lindengasse ein Tor entstehen könnte, das dem Obertorplatz alle Ehren machen könnte. "Das hört sich interessant an", findet Hahn.

Am Ende erhielt Ermantraut nochmals das Wort und betonte, dass er immer kompromissbereit sei. Er freue sich auf die weitere Zusammenarbeit mit der Stadt.

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