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Hechingen Das Publikum verlangt nach Zugaben

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Mario Peters spielte auch noch Zugaben. Foto: Beyer Foto: Schwarzwälder Bote

Hechingen. Beim "Kleinen Orgelkonzert in der Stiftskirche" kamen am Sonntag so manche Perlen musikalischer Raritäten zu Gehör. Stiftskantor Mario Peters stellte auf der Göckel-Orgel bei dem von ihm selbst moderierten Konzert Werke von Komponisten vor, die einst im Fürstentum respektive der Herrschaft und Grafschaft Hohenzollern-Hechingen gewirkt haben.

Neben der Öffnung der Fürstenloge und der Fürstengruft war dies ein weiterer Beitrag der Gemeinde St. Jakobus zum "Tag des offenen Denkmals", den sich viele nicht entgehen lassen wollten. In der gut besuchten Veranstaltung kamen die Eigenheiten der verschiedenen Kompositionen durch den Einsatz der Emporen- und Chororgel hervorragend zum Ausdruck – was durch die Wortbeiträge Peters nur noch unterstrichen wurde.

Chronologisch geordnet kam zunächst "Fried gib mir Herr" zu Gehör, dessen Urheber Friedrich von Zollern (1451-1505) heißt, dem Bruder von Eitelfriedrich II., dessen Konterfei im Altarbereich abgebildet ist, erklärte der Stiftskantor. Denn zu Zeiten von Friedrich von Zollern entstand der erste Bau der Kirche. Von Jakob Haßler (1569-1621/22), dem Bruder eines der führenden Komponisten der Spätrenaissance, Hans Leo Haßler, erklang dann eine im typischen Klanggefüge dieser Zeit gehaltene "Canzon", wonach Peters Orgelwerke von Tonschöpfern des 19. und 20. Jahrhunderts aufführte, die einst in Hechingen wirkten.

So ein "Kyrie" von Georg Wichtl (1805-1877). Den Münchner Geiger engagierte Erbprinz Friedrich Wilhelm Constantin (1803-1869) 1826 und der habe hier eine Singschule gegründet, erklärte Peters. Aus der wurde später der Musikverein und letztes Überbleibsel ist der heute noch existierende Stiftschor.

Schließlich erklangen vom Geiger des Münchner Hoftheaters am Isartor, Thomas Täglichsbeck (1799-1867), dem eigentlichen Gründer der Hechinger Hofkapelle, mit "Nothruf an Gott" ein im Stil der Wiener Klassik geprägtes Werk, dem zwei Stücke aus dem Album "Musique d’Orgue" von Michael Lehmann (1827-1903) folgten. Als Musiker war der Organist und Chorregent an der Stiftskirche und darüber hinaus auch Pädagoge, Schriftsteller, als Journalist Gründer der Zeitung "Der Zoller" und im Kulturkampf ein prominenter Rebell im Preußischen Hohenzollern.

Im Kontrast zu allen vom Stiftskantor intonierten Stücken stand letztlich das vom Dirigenten des Musikvereins und letzten Rabbinatsverwesers Hechingens, Leon Schmalzbach (1882-1942) – ein Opfer des Holocausts. Dessen "Vorspiel und Fuge" folgte in seiner Formgebung einem Duktus, bei dem sich die Tonalität in Auflösung befindet und Ähnlichkeiten mit dem Stil von Max Reger aufweist. Und bei dem habe Schmalzbach studiert, erklärte Mario Peters, dem das Auditorium am Ende zu recht mit begeistertem Applaus den verdienten Respekt ausdrückte – woraufhin noch die ein oder andere Zugabe folgte.

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