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Hechingen Das Jahr der nostalgischen Frauen-Motive

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In einem Buchladen stehen nun einmal viele Bücher, und eine Buchhändlerin sollte viele davon gelesen haben. Teresa Welte fällt es deshalb schwer, sich auf einen Lieblingstitel zu beschränken. Foto: Stopper Foto: Schwarzwälder Bote

Wo auch immer der Urlaub in Corona-Zeiten hinführt, oder ob man gleich zu Hause bleibt – ein Buch liest sich an vielen Orten unterhaltsam und entspannend. Fragt sich nur was für ein Buch? Teresa Welte hat hier im Rahmen unserer Lesetipp-Serie Vorschläge.

Hechingen. Extra für die Buchhändlerin am Marktplatz müssen wir von einer kleinen Regel abweichen. Nur ein Buch pro Beitrag. Das galt bisher. Hier machen wir eine Ausnahme. Am Ende wurden es immerhin nur vier Vorschläge. Warum auch nicht?

"Ich lese eigentlich jeden Abend zumindest in Bücher rein, dazu die Kataloge, die Beschreibungen", erzählt sie. Nicht zu vergessen Literatursendungen und Bücher, die sie einfach nur für sich liest. "Die Vielfalt ist riesig geworden", sagt sie leicht geschafft. Seit über 30 Jahren ist sie in diesem Beruf. Früher gab es ein Standardrepertoire, das eine Buchhandlung haben musste. Wurde was verkauft, wurde das gleiche Buch nachbestellt, ins Regel gestellt und irgendwann auch wieder verkauft. Heute sind viele Bücher drei, vier Wochen gefragt. Vielleicht, weil sie in einer Literatursendung vorgestellt oder in eine Bestseller-Liste aufgenommen wurden. Dann kommt der nächste Bestseller.

Kann man da Kunden überhaupt noch beraten? "Das ist ja das Hauptvergnügen an diesem Beruf", sagt Teresa Welte. Wenn sie was liest, denkt sie immer mit, welche ihrer Kundinnen – die Mehrzahl sind nun einmal Frauen – an diesem Werk Gefallen finden könnte. Hochliteratur oder pure Unterhaltung, besonders freut es sie, wenn dann jemand bald wieder kommt und das nächste, ähnliche Werk haben will. Da gibt es übrigens richtige Moden. "In diesem Jahr haben die Cover vieler Bücher, die gern gekauft werden, sehr ähnliche Motive", ist Teresa Welte aufgefallen. Frauen in romantischen Naturszenen, durch Kleidung, Licht und Hintergrund leicht nostalgisch gestimmt. "Tja, keiner weiß, wie so was entsteht", sagt sie verwundert.

Allerdings: Ein neuer Harry-Potter-Boom ist leider nicht in Sicht. "Das war schon mit das Aufregendste, was ich im Beruf je erlebt habe", erzählt sie. Wie beim ersten Band dieses Fieber entstand, das sich immer mehr steigerte. Lesenächte, zu denen pünktlich um 24 Uhr nachts im Laden das versiegelte Paket mit der neuen Potter-Serie geöffnet wurde. "Das miterlebt zu haben, das ist schon toll".

Ach ja, eigentlich sollten ja lesenswerte Bücher vorgestellt werden. Das muss angesichts der Fülle nun ungewohnt kurz ausfallen:

 "Herzland", ein Roman von Téa Obreht. Es geht um die Sklavenzeit in den USA. Es sei eine Art Western. Sie möge Bücher, in denen Natur Sicherheit und tückische Gefahr zugleich böten, erzählt sie.

 "Lied der Wüste" von Kent Haruf. Auch hier – der Titel legt es nahe – ist die Landschaft eine Kraft, die Menschen formt.

 "Das geheime Leben des Monsieur Pick" von David Foenkinos. Es geht hier weniger um Landschaft, dafür mehr um Kunst. Auch das ein beliebtes Lesethema für Teresa Welte.

 "Mitten im August" von Luca Ventura. Ein Capri-Krimi, der das gewisse Niveau, das auch bei Unterhaltung nie fehlen darf, souverän einhält.

Ach ja, fast vergessen. In der Buchhandlung Welte stehen auch viele Naturführer. Nicht weil sich das hervorragend verkauft, sondern aus Idealismus. "Ich bin einfach davon überzeugt, würden sich die Leute sich mit der Natur besser auskennen, würden sie auch mehr zu ihrem Schutz tun", hofft Teresa Welte auf das Weltverbesserungspotenzial dieser speziellen Bücher. Am Ende ist Unterhaltung halt doch nicht alles.

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