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Hechingen Das denken Anwohner über das "fürstliche Bauvorhaben"

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Diese Grünfläche an der Schlossacker- beziehungsweise Stauffenbergstraße will die Unternehmensgruppe Fürst von Hohenzollern bebauen – sehr zum Unmut der angrenzenden Anwohner.Foto: Kauffmann Foto: Schwarzwälder Bote

Hechingen - Kürzlich hat die Unternehmensgruppe "Fürst von Hohenzollern" ihr geplantes Wohngebiet "Zollernblick" auf dem Schlossberg im Bauausschuss vorgestellt. Was denken Anwohner über die Pläne? Warum das "fürstliche Bauvorhaben" beachtlich Unruhe auslöst, lesen Sie in unserem (SB+)-Artikel. 

Der Spielplatz in der Schlossacker- beziehungsweise Stauffenbergstraße soll bleiben, aber der Bolzplatz und das Volleyballfeld in der Albert-Einstein-Straße müssen weichen, wenn es nach den Plänen der Unternehmensgruppe geht, die dort sieben Wohnhäuser errichten will.

Volker Urban wohnt seit sechs Jahren auf dem Schlossberg und wusste von Bauvorhaben bisher nicht Bescheid. "Das geht gar nicht, ich sehe dort Leute oft Volleyball spielen." Er setze sich nach dem Gassi gehen gelegentlich aufeine der Sitzbänke und trifft sich mit auch mit anderen Leuten dort.

Es gebe in dieser Ecke eh schon genug Verkehr, deswegen wären zusätzliche Autos "eine Katastrophe." Das Stückchen Grünfläche solle deshalb erhalten bleiben und dürfe nicht kaputt gemacht , schließlich gebe es in der Stadt schon genügend Industriegebiete. Urban vermisst auf den Schlossberg auch Einkaufsmöglichkeiten.

Ein anderer Hundebesitzer sieht auf dem Bolzplatz immer wieder syrische Kinder spielen. Diese hätte keine Disziplin. Es würde Flaschen herumliegen und die Hundekottüten werden herausgerissen.

Grüne Lunge sorgt für Freiräume der Anwohner

"Das Bauvorhaben löst beachtliche Unruhe aus", erklärt eine Anwohner, die bei der Sitzung des Bauauschusses als Zuschauerin anwesend war und per anonymen Flugblatt im Vorfeld in Kenntnis gesetzt worden war. "Für das ganze Viertel ist diese Grünfläche ungemein wichtig", meint die Mitsiebzigerin, die schon rund 50 Jahre dort wohnt. Gerade während des Shutdowns konnten die Leute dort durchschnaufen. Die Häuser in der Stauffenbergstraße seien damals zu schnell gebaut worden und die Wohnung seien zu eng aufeinander.

Sie bezeichnet die Rasenfläche als die grüne Lunge, wenn man hier nun baue, hätten die Schlossberg-Bewohner gar keine Freiräume mehr. Deshalb müsse die Stadt alles dafür tun, um diese Oase zu erhalten. "Der Gemeinderat ist in der Pflicht, verantwortungsvoll zu entscheiden", fordert sie. "Die Planung ist so eh nicht abstimmungsfähig. Wer sich damit etwas beschäftigt, merkt sehr schnell, dass der Schlossberg ein sozialer Brennpunkt ist." Dass der Spielplatz weiterhin bestehen soll, sei lächerlich, der Bolzplatz für die jungen Erwachsenen unentbehrlich. Und andere Anwohner sitzen mangels Balkon oder Garten bereits in den Garagen und spielen Karten.

Auch die verkehrssituation, die sich durch mehrere Wohnhäuser zuspitzen könnte, besorgt die Rentnerin. "Was hier an Autos parken. Das wird immer unerträglicher", stellt sie ein zunehmendes Parkplatzproblem fest. Ach ja, da war noch was – die Höhe der geplanten Wohnhäuser. "Drei bis vier Stockwerke, das passt nicht hier hin."

Autos sind viel zu schnell unterwegs

"Ein Irrsinn!", stöhnt Karl-Heinz Harter, der schon seit 46 Jahren auf dem Schlossberg wohnt. "Das sind viel zu wenig Tiefgaragenplätze", prophezeit er, schließlich habe nicht jeder Haushalt nur ein Auto. Er selbst habe zwar eine Garage, aber immer mehr Auto würden draußen parken.

Das Vorhaben bezeichnet er sogar als waaghalsig. "Das verträgt die Gegend nicht mehr, dass alles so dermaßen verbaut wird." Die Stauffenbergstraße sei früher wegen den Aussiedlern zugebaut worden. Wenn jetzt auch die Wiese für Wohnung weichen muss, dann überlege er, ob er nicht weguziehe. Denn auch die Geschwindigkeit der Autos lasse zu wünschen übrig. "Es hält doch niemand 30 ein, sondern viele fahren in einem unvernünftigen Tempo", sieht Harter bei erhöhtem Verkehrsaufkommen eine Gefahrenquelle für Verkehrsunfälle.

Seine beiden Söhne hätten früher oft auf dem Bolzplatz gekickt, mittlerweile sei dieser nicht mehr so stark frequentiert wie früher. Eine Frau läuft in diesem Moment an Harter vorbei, die beiden Hunde beschnuppern sich. "Wenn diese schöne Fläche zugebaut wird, nimmt man den Kindern den letzten Spielraum weg", echauffiert sie sich. Die Unternehmensgruppe Fürst von Hohenzollern wolle doch nur Geld damit machen.

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