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Hechingen Bürgermeisterwahl: Vielfachkandidatin Fridi Miller tritt an

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Friedhild Miller aus Sindelfingen will Hechinger Bürgermeisterin werden. Foto: Riesterer

Hechingen - Sie will eigentlich Bundeskanzlerin werden, hat Aufkleber mit "Merkel muss weg" am Porsche, kandidiert in zahllosen Orten für Kommunalämter, und jetzt bewirbt sich Friedhild Miller aus Sindelfingen auch um das Bürgermeisteramt in Hechingen.

Am Sonntag sei die Bewerbung bei der Stadt eingegangen, erklärte am Montag der städtische Pressesprecher. Die Kandidatin selbst hat sich noch nicht öffentlich gemeldet, aber wer im Internet sucht, findet viele Informationen über die Frau. So schreibt die Stuttgarter Zeitung über einen Strafprozess wegen Beleidigung gegen Fridi Miller, in dem der Richter sie wegen einer psychischen Erkrankung als schuldunfähig einstufte.

Das hält sie jedoch nicht davon ab, sich fleißig für kommunalpolitische Ämter zu bewerben. So kandidiert sie als Landrätin in Freudenstadt, als Bürgermeisterin in Plüdershausen, Böblingen und Ravensburg – die Liste ließe sich noch sehr lange fortsetzen. Weit über 50 Kandidaturen habe sie derzeit am laufen, berichtet die Kandidatin selbst.

Welche Qualifikationen bringt sie mit? Die Sindelfingerin soll Kontoristin bei Daimler gewesen sein, gut verdient habe. Eine Scheidung und der anschließend verlorene Sorgerechtsstreit um ihre Tochter änderten ihr Leben und ihre Lebenseinstellung. Über 300 Strafanträge habe sie alleine deshalb gegen Behörden gestellt, erklärt sie stolz. Sindelfingens Oberbürgermeister Bernd Vöhringer gehört wohl zu ihren Lieblingsfeinden. Andere Quellen sprechen von 100 Strafanträgen.

In Jauch-Quizsendung 32 .000 Euro gewonnen

Prominent wurde sie 2011, als sie bei Günther Jauchs "Wer wird Millionär" 32.000 Euro gewann und am nächsten Tag deshalb von ihrem Chef gekündigt wurde. Den Prominenz-Schwung nutzte sie, um immer wieder mit Aktionen in die Öffentlichkeit zu kommen. Beispielsweise sollte ihr Porsche zwangsversteigert werden, der mit Aufklebern übersät war, auf denen "Merkel muss weg" stand. Und sie träumt ernsthaft davon, einmal an Merkels Stelle Bundeskanzlerin von Deutschland sein zu können.

Zunächst aber will sie nun auch in Hechingen antreten. Ob sie angesichts ihrer vielen anderen Kandidaturen Zeit finden wird, bei der Kandidatenvorstellung persönlich aufzutreten, die am Donnerstag, 19. April, von 19.30 Uhr an in der Hechinger Stadthalle stattfindet, ist ungewiss.

Allzuviel Visionen für die Hechinger Stadtentwicklung sollten die Gäste von ihr nicht erwarten. Sie betont zwar, keine Spaßkandidatin sein zu wollen, und sie setze sich für einen "Bürgerhaushalt" ein, den es in Hechingen allerdings schon gibt. Ansonsten aber sieht sie "die Presseaufmerksamkeit" durch ihre Kandidaturen als Chance, für Kinder- und Menschenrechte zu kämpfen und gegen Korruption und Lobbyismus.

Wer Fridi Millers exzentrische Videos im Internet gesehen hat, kann sich vorstellen, wie ihr Auftritt aussehen könnte.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Hechingen

Klaus Stopper

Fax: 07471 9874-21

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