Kristin Werner nimmt am Hechinger Poetry Slam teil / Poetin schreibt seit ihrem zehnten Lebensjahr
Von Julia Christiane Hanauer
Hechingen. Sie ist die Lokalmatadorin beim Poetry Slam am Montag: Kristin Werner. Bei Dichterwettstreiten war sie schon oft – bisher aber nur als Zuschauerin. Dennoch sieht sie ihrer Bühnenpremiere gelassen entgegen.
"Es ist eine freudige Aufregung", beschreibt Kristin Werner einige Tage vor dem Auftritt ihre Gefühle. Es ist das erste Mal, dass die 29-Jährige selbst geschriebene Werke vor Publikum vorträgt. "Ich habe sie meiner Schwester gezeigt oder auch Freunden geschickt, aber noch nie öffentlich vorgetragen", erzählt sie.
Es habe sich gut angefühlt, sich anzumelden, "aber man darf nicht zu lange darüber nachdenken", sagt sie lachend. Die Entscheidung, bei dem Dichterwettstreit mitzumachen, kam sehr spontan. Die Poetin sah das Plakat und meldete sich an.
Die Konkurrenz der anderen fürchtet sie nicht, hat aber Respekt vor deren Erfahrung. "Ich freue mich, mit ihnen gemeinsam auf der Bühne zu stehen", sagt Werner.
Schreiben ist eine große Leidenschaft der jungen Frau, die vor eineinhalb Jahren aus beruflichen Gründen nach Hechingen kam. Seit sie zehn Jahre alt ist, verfasst sie eigene Texte. "Es fasziniert mich, dass man in die Sprache versinken kann und die Ideen in den Kopf kommen." Aufs Schreiben freut sie sich manchmal schon den ganzen Tag. Sie tut es auch oft spontan, zum Beispiel wenn sie in der Bahn sitzt.
Thematisch hat sie sich bei ihren Texten nicht festgelegt. Werner schreibt über Alltagsszenen, was sie bewegt oder emotionale Sachen, die sie erzählt bekommt. Und das in Geschichten, Gedichten oder "abstrakten Texten".
Bis Montag muss sich Kristin Werner jetzt noch entscheiden, was sie beim Poetry Slam vorträgt. Zur Auswahl steht eine Geschichte über Zweifel bei Entscheidungen oder ein Werk über den Übergang von ihrem letzten Wohnort Frankfurt nach Hechingen.
Die Poetin bereitet sich auf ihren Auftritt vor, indem sie zu Hause ihre Texte durchgeht. Gestik, Mimik und Sprache spielen dabei eine besondere Rolle, erzählt sie. "Die Wörter sind die Noten und ich versuche mit meiner Stimme den Raum zwischen ihnen zu füllen."
Wie sie den Raum von der Bühne aus mit ihren Worten füllen wird, sehen und hören die Zuschauer am Montag. Und vielleicht wird Kristin Werner am Ende des Abends mit der Siegerkrone gekrönt.