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Hechingen Bilder auf 72 Gondeln und eine "Hexophonie"

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Der Künstler Dominique Rebourgeon arbeitet in Hechingen, passt aber in keine Schablone. Foto: Stopper Foto: Schwarzwälder Bote

Diese Kunst bleibt in der Schwebe. Bilder des Hechinger Künstlers Dominique Rebourgeon sind Markenzeichen der neuen Hexenwasser-Gondelbahn, die derzeit für etwa 40 Millionen Euro in Söll in Tirol gebaut wird. Auch als Komponist geht er hier ungewöhnliche Wege.

Hechingen. Komp onist, Organist, Bühnenbildner, Maler, Schamane – Rebourgeon passt als Künstler in keine Schablone. Und genau das hat das Tourismus-Marketing-Team in Söll wohl fasziniert. Sie haben Rebourgeon zu ihrem Haus-Künstlern erkoren. Bücher, Prospekte, Infotafeln – er zeichnet und malt, das Marketing-Team zaubert daraus ein Tourismus-Design für das Freizeitgelände Hexenwasser, das unverwechselbar ist.

Dabei ist Dominique Rebourgeon wirklich niemand, der es sich selbst und anderen einfach machen würde. Den Beweis hat er mit dem Auftrag erbracht, auch die Musik für die Seilbahn-Eröffnung beizusteuern. Ans Klavier sitzen und Noten ausdenken, das kam für ihn natürlich nicht in Frage. Er ließ 72 Musiker eines halbprofessionellen Orchester improvisieren und hat daraus am Mischpult ein Werk zusammengeschnitten.

"Das Schwerste war es, den Dirigent und die Musiker zu überzeugen", erzählt der Hechinger Künstler. Die Musiker seien bodenständige Tiroler. Er nahm sich Zeit, erklärte sein Konzept für die "Hexophonie" – so der Titel des Werks. Am Ende machten alle mit. Jeder spielte nach einer gewissen Anleitung solo drei Minuten eine Improvisation. Und die Aufnahmen wurden von Rebourgeon im Studio mit je 15 Sekunden Abstand hintereinander montiert, so dass ein 21 Minuten langes Stück entstand. Klingt wild, "aber am Schluss waren die Musiker ganz wild darauf und wollten das auch live zur Eröffnung spielen", sagt er strahlend.

Wegen Corona ist die Eröffnung der neuen Seilbahn mit ihren 72 Gondeln zwar in den Herbst verschoben – dann aber dürfte es eine grandiose Sache werden. Politprominenz aus Wien ist angesagt. "Das wird sicher toll", ist der Künstler überzeugt, "die Musik, das hat super geklappt."

Ansonsten fühlt er sich durch Corona als Künstler wenig eingeschränkt. Mit Söll ist er per Internet vom Hechinger Stadtteil Stetten aus eng im Kontakt. Und das Tolle: Man lässt ihn weitgehend frei schalten und walten. Geld erhält er auch pauschal, und er schickt dafür Bilder und Ideen, die oft in den unterschiedlichen Aktivitäten des hochprofessionellen Marketingteams verwendet werden. Aber er macht auch Auftragszeichnungen für Bücher. "Und die freuen sich immer über das was ich mache."

Kompromisslos, wie er ist, hat er als Künstler auch schon harte und buchstäblich "brotlose" Zeiten erlebt, aber seit er in Söll fester Bestandteil des Marketing-Teams ist, geht es ihm gut.

Im Vatikan durfte er einmal Orgel spielen

Den Auftrag erhielt er übrigens, nachdem er dort einen Touristen-Schaukuhstall mit einem riesigen Wandgemälde ausgemalt hat. Aber das ist eine andere Geschichte, über die wir in unserer Zeitung übrigens auch schon mal berichtet haben. Für ihn sind solche Sachen übrigens nicht so außergewöhnlich. Immerhin hat er schon mal im Vatikan Orgel spielen dürfen – wenn auch nur in einer Seitenkapelle – und im Hechinger Rathaus bei einer Kunstvereins-Ausstellung hat er vor Jahren als Schamane den "Hechinger Geist" austreiben wollen, der hier so vieles mühsam macht. Das war eine tolle Schau. Allerdings sind manche überzeugt, dass sie erfolglos blieb.

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