Claus Reichert Böhme zeigt am Wochenende Arbeiten in der Kunstvereins-Galerie Weißes Häusle. Unter anderem auch ein Weißes Häusle, das so klein ist, dass es problemlos in das Weiße Häusle passt. Fotos: Stopper Foto: Schwarzwälder Bote

Kunst: Claus Reichert-Böhme präsentiert sich und seine Werke / Skulpturen nur ein Nebenstrang seiner Arbeiten

Mal ganz entspannt mit einem Künstler über seine Arbeiten und Ansichten ein Schwätzchen halten – am Samstag und Sonntagnachmittag besteht in der Kunstverein-Galerie Weißes Häusle dazu die Gelegenheit. Claus Reichert-Böhme präsentiert sich.

Hechingen. Manche Hechinger kennen ihn als langjährigen Betreiber des Balinger Bioladens, er hat in Balingen die Waldorfschule mit aufgebaut, viele kennen ihn auch als überregional bekannten Künstler. Sowohl im Weißen Häusle (in den 90er Jahren) als auch in der Villa Eugenia hat er schon ausgestellt. Lange Jahre vertrieb eine Freiburger Galerie seine Arbeiten.

Der Idee der Ferien-Ausstellungsserie im Weißen Häusle entsprechend, reduziert auch er seine Schau auf wenige Arbeiten. Es soll Platz in der Kunstvereins-Galerie sein. Auch wegen Corona, aber ein Effekt ist auch die Konzentration auf die Arbeiten. Die Künstler sind jeweils samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr vor Ort und freuen sich, wenn sich jemand mit ihnen über das Geschaute unterhalten will.

Kiste mit Brettchen und weiße Farbe

Was genau er zeigen wird, da wollen wir jetzt nicht zu viel verraten, um nicht die Neugier abzutöten, aber eines sei erzählt: Für dieses Wochenende hat sich der Künstler eines seiner Werke, das er schon länger verkauft hat, von einem Kunden ausgeliehen. Es heißt "Weißes Häusle". Und das passt natürlich.

Eine kleine Kiste, Brettchen von Obstkisten, weiße Farbe – es ist aus ganz einfachen, gefundenen Materialien zusammengefügt. So arbeitet Claus Reichert-Böhme grundsätzlich bei seinen Skulpturen. Etwas, das er schon von Kindheit an gemacht hat. "Wäscheklammer verkleben oder abgebrannte Streichhölzer, darin konnte ich mich damals schon vertiefen", erzählt er. Dass er später Kunst studieren durfte, "das war für mich ein Riesenglück".

Skulpturen bilden aber nur einen Nebenstrang seiner Arbeiten. Im Zentrum stehen für ihn seine Bilder. Abstrakt, obwohl sich durchaus Hinweise auf Körper darin ergeben. Rechtecke bilden oft die Grundstruktur. Dass er einst vor seinem Kunststudium die Weberfachschule besucht hat, scheint sich hier bemerkbar zu machen. Paul Klee und Antoni Tàpies zählen zu den Künstlern, die ihn beeindruckt haben, faszinierend seine Hinterglas-Malerei auf Acrylglasscheiben.

Seit vier Jahren nimmt er an den Jahresausstellungen des Kunstvereins in der Rathaus-Galerie teil, auch daher dürften Hechinger Kunstfreunde Arbeiten von ihm bereits kennen. Wer also ein Viertelstündchen oder auch mehr Zeit hat am Wochenende ein Besuch im Weißen Häusle bietet sich an.

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