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Hechingen Bescheiden, aber sehr erfolgshungrig

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Athleten aus Hechingen und Bisingen stellen sich Herausforderung: Finn Schulz (von links), Kelmen de Carvalho und Lukas Ertl sind bei der Deutschen Meisterschaft im Zehnkampf in Ulm am Start. Foto: Renner Foto: Schwarzwälder Bote

Von Jürgen Renner

Wenn an diesem Wochenende die Deutschen U18-Meisterschaften im Mehrkampf in Ulm über die Bühne gehen, sind auch drei Athleten der LG Steinlach-Zollern dabei.

Hechingen/Bisingen. Es sind Kelmen de Carvalho (16) und Finn Schulz (15) aus Hechingen sowie Lukas Ertl (16) aus Bisingen. Das Trio trainiert gemeinsam bei der LG Steinlach-Zollern, ein eigenständiger Verein, der seit geraumer Zeit mit dem TV Hechingen kooperiert.

Finn gewann im Alter von neun Jahren in der Schule die VR-Talentiade. Daraufhin wurde er von Martin Grundmann, Vorstand Sport bei der LG, angesprochen. "Zwar habe ich mich am Anfang unwohl gefühlt, aber dann schnell zurechtgefunden", räumt er ein. Zunächst hatte ihn eher Fußball interessiert.

Lukas war zehn Jahre und kam "durch Zufall" zur Leichtathletik. Er machte kurzerhand beim TSV Bisingen mit und wechselte nach vier Jahren nach Hechingen. "Zuvor hatte ich in Bisingen alleine trainiert, aber dann hier rasch den Anschluss gefunden." Weil er so schnell laufen konnte, wurde Kelmen damals in Portugal von seinem Lehrer angesprochen.

Alle drei treten am Wochenende im Einzel an, ihre Ergebnisse fließen aber auch in die Teamwertung ein. Kugelstoßen, Diskuswerfen und Stabhochsprung sind bei Kelmen die stärksten Disziplinen. "Manchmal will ich zu viel und habe dann Fehlversuche dabei. Laufen geht gar nicht, das ist mir viel zu anstrengend", sagt er mit einem Lächeln. Schließlich kann der 1500 Meter nicht einfach sausen lassen. "Beim Stabhochsprung hapert es bei mir noch ein bisschen", gesteht Lukas ein. Weil seine Versuche aber gefilmt werden, fällt es ihm leichter, sich zu verbessern. "Ich habe den Stab bisher zu schräg eingestochen", sagt er. Seine Lieblingsdisziplin ist hingegen der Hürdenlauf. Wichtig ist für ihn dabei, die Nägel bei de Spikeschuhen vor dem Wettkampf zu wechseln, damit sie nicht stumpf sind. Finn hat seine Stärken im Stabhochsprung, Diskus- und Speerwerfen und sieht bei sich kleinere Schwächen. Wenn es im Wettkampf bei ihm nicht läuft, wird er schnell stinkig. Einmal trat er aus Frust gegen etwas und verstauchte sich dabei den Zehen.

Für alle spielt der Sport eine wichtige Rolle neben der Schule. Während Finn sich sonst zuhause langweilen würde und nicht die ganze Zeit an der Playstation hängen will, schätzt Lukas das freundschaftliche Verhältnis untereinander. "Es ist zwar eine Einzelsportart, aber das Training macht viel Spaß. Man lernt, diszipliniert zu sein, das hilft einem auch in der Schule." Kelmen ist lieber beim Sport, "als auf der Straße herumzuhängen und auf dumme Gedanken zu kommen", sagt er.

Das Trio trainiert viermal pro Woche mindestens zwei Stunden und hat jetzt vor den Deutschen Meisterschaft das Trainingspensum während den Sommerferien noch gesteigert. Zudem gab es bereits zwei Trainingslager in Brixen (Südtirol) und Dornbirn.

Der Alltag ist damit mehr als ausgefüllt, aber die Schule darf nicht darunter leiden. Finn strebt das Abitur und danach ein Duales Studium an, später will er Polizist werden. Genauso wie Kelmen, der die 10. Klasse der Realschule besucht. "Man muss einen Mittelweg zwischen Schule und Sport finden", erklärt Lukas, der irgendwann Pilot werden will. Alternativ etwas, das mit Luft- und Raumfahrttechnik zu tun hat.

Wohin führt der Weg der Drei? Alle sind aktuell bescheiden, wissen, dass eine Verletzung sie schnell im wahrsten Sinne des Wortes aus der Bahn werfen kann. "Klar, man träumt von einem großen Erfolg bei einer Europa- oder Weltmeisterschaft. Aber man muss realistisch und auf dem Boden bleiben", sagt Finn, dessen kurzfristiges Ziel eine neue persönliche Bestleistung ist. "Von großen Träumen darf man sich nicht verrückt machen lassen. Ich will meine normale Leistung bringen und bin nicht nervös." Forscher ist Kelmen unterwegs. "Ich will bei der DM in Ulm aufs Podest und es irgendwann in den Bundeskader schaffen. Man träumt auf jeden Fall von einer EM."

Man darf also sehr gespannt sein, zu welcher Leistung die zwei Hechinger und der Bisinger in Ulm imstande sein werden. Besonders auch ihre beiden Trainer Tim Holzapfel und Niklas Kretschmer. Die Sportler sind sich dessen bewusst. "Ohne unsere Trainer wären wir gar nichts, sie opfern viel Zeit für uns", meinen alle drei unisono.

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