Fiktive Mordfälle, wirklich existierende Handlungsorte – daraus bezieht der Regionalkrimi "Stumm vor Angst" seinen besonderen Reiz. Eine Szene spielt auch in der Buchhandlung von Teresa Welte am Hechinger Marktplatz. Foto: Stopper Foto: Schwarzwälder Bote

Kriminalroman: Autorin bezieht Buchhandlung am Marktplatz und andere Orte rund um Hechingen mit ein

Ein Mord passiert zwar nicht im Buchladen von Teresa Welte am Hechinger Marktplatz, dafür schlürft aber ein Kommissar hier seinen Tee. Nachzulesen ist das im neu erschienenen Regionalkrimi "Stumm vor Angst" von Ingrid Zellner.

Hechingen. Wie kommt eine Buchhandlung in ein Buch? Vielleicht dank fast detektivischer Fähigkeiten, die Teresa Welte im Umgang mit ihren Kunden entwickeln kann. "Das war letzten Sommer, da kam eine Frau in den Laden und hat sich so ungewöhnlich umgeschaut, und da habe ich die einfach mal angesprochen", erzählt die Buchhändlerin.

Die Frau stellte sich dann als Ingrid Zellner vor, Krimiautorin aus einem Ort bei München, und damals auf Recherchetour für ein neues Buch, das im Gebiet rund um den Zoller spielen sollte. Geplant war ein typischer Regionalkrimi, also ein Buch, dessen Reiz auch darin besteht, dass die Handlung zwar frei erfunden ist, aber die Handlungsorte möglichst konkret und tatsächlich vor Ort existieren. Und nach dem netten Gespräch entschied die Autorin dann wohl, dass einer der Handlungsorte die Buchhandlung sein sollte.

So viel sei schon mal vorab verraten. Es geht um zwei Leichen, die im beschaulichen Beuren in einem abgebrannten Schuppen gefunden werden – fast schon gruselig angesichts der Tatsache, dass dort kürzlich wirklich ein Schuppen durch Brandstiftung in Flammen aufging. Da gibt es aber nun wirklich keinen Zusammenhang.

Andere Zusammenhänge entdeckt aber ein vom Dienst suspendierter Kriminalkommissar, der bei einem Besuch des Weihnachtsmarkts auf der Zollerburg ein Mädchen trifft, das die Tochter der Getöteten ist. Und so macht sich der Kommissar, der indische Wurzeln hat und dem Leser nebenbei noch Kochrezepte aus diesem Land verrät, dann halt daran, den Kriminalfall neu aufzurollen. An der Pfullinger "Onderhos", ein Aussichtsturm, der diesen Namen seiner speziellen Form verdankt, findet sich dann eine weitere Leiche.

Und im Lauf der Geschichte kommt der Kommissar auch auf den Hechinger Marktplatz, wo sowohl bei Feinkost Hentsch nach Delikatessen geforscht wird als eben auch direkt gegenüber im Café Blixen in einem Korbstuhl ein Chai Latte getrunken wird und mit kriminalistischem Feinsinn festgestellt wird, dass das Café "zugleich eine kleine, aber feine Buchhandlung ist". Auch nach Boll und in weitere Orte der Umgebung führt die Handlung die Leser dieses soliden Unterhaltungskrimis. Es ist der dritte aus der Feder Ingrid Zellner, erschienen im Silberburg-Verlag erschien, und natürlich auch dort gekauft werden kann, wo ein Teil der Handlung spielt – in der Buchhandlung Welte.

Wäre nicht Corona in die Quere gekommen, dann wäre das neu erschienene Buch im April bei Teresa Welte öffentlich vorgestellt worden. Diese Veranstaltung fiel der Pandemie zum Opfer, aber wer wissen will, wem die drei Leichen im Buch zum Opfer gefallen sind, der sollte diesen Krimi in Taschenbuchformat einfach kaufen. Es lohnt sich allein schon wegen des Lokalkolorits.

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