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Hechingen Auch junge Leute machen eine Fachwart-Ausbildung

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Freuen sich über Äpfel aus dem Streuobstparadies (von links): Markus Zehnder, Lena Schlotterbeck, Maria Schropp, Markus Pfister, Klaus Koch, Günther Vossler, Dorothee Müllges und Günther-Martin PauliFoto: Renner Foto: Schwarzwälder Bote

Von Jürgen Renner

Hechingen. In sechs Landkreisen des Vereins Schwäbischen Streuobstparadies werden seit August in Supermärkten traditionelle Obstsorten angeboten. Bei einem Pressetermin informierte das Streuobstparadies detailliert über den Ablauf und zukünftige Herausforderungen.

Dorothee Müllges, Erste Beigeordnete der Stadt Hechingen, erzählte in ihrem Grußwort, dass sie früher selbst ein Gütle zwischen Tübingen und Reutlingen bewirtschaftet hat. "Wir als Stadt tragen zum Gelingen bei, indem wir Wiesen verpachten", so Müllges: Neben einer in Hechingen beim Industriegebiet Nasswasen, um die sich Markus Pfister von Bio Pfister aus Killer kümmert, auch eine in Stein. Ziel sei der Erhalt der Streuobstwiesen und die Vermarktung des Obsts. "Diese Woche hat ein Discounter ein Kilo deutsche Äpfel für 1,93 Euro im Angebot. Das wollen wir nicht", erklärte Müllges mit Nachdruck.

Landrat Günther-Martin Pauli lobte die lokale Wertschätzung und -schöpfung. Man müsse sich mit alten Werten auseinandersetzen und weitertragen. Er wünsche dem Schwäbischen Streuobstparadieses kreative Ideen.

Maria Schropp, Geschäftsführerin des Schwäbischen Streuobstparadieses mit Sitz in Bad Urach, sagte, dass die alten Apfelsorten (beispielsweise Kaiser Wilhelm) wie Märchen klingen würden. Es gelte, das Alleinstellungsmerkmal, nämlich regionale Produkte, nach außen zu kommunizieren. Beim Einzelhandel sei man auf offene Ohren gestoßen.

Softwarelösung für eine bessere Logistik

Der erste Markt sei schon nach zwei Tagen ausverkauft gewesen. "Das zeigt, dass wir den Zahn der Zeit getroffen haben", ist sie überzeugt. Zukünftig müsse man sich professioneller aufstellen, mit einer Softwarelösung der Hochschule Esslingen werde man die Logistik ausbauen.

38 Bewirtschafter, davon zwölf im Zollernalbkreis, liefern Äpfel an vier Annahmestellen, unter anderem an den Rapphof Vöhringer in Steinhofen und erhalten als Mitglied dafür ein Euro pro Kilo. Man rechne, dass bis November insgesamt 4000 Kilogramm Äpfel in Märkten landet. 14 Edeka- und Rewe-Märkte bieten 16 verschiedene Apfelsorten ihren Kunden an.

Darunter auch Edeka Koch in seinen Filialen wie zum Beispiel in Bisingen. "Die Kunden wollen ungespritzte Äpfel mit einer dickeren Haut und keine Konzeptäpfel ohne Unterschied", betont Geschäftsführer Klaus Koch. "Ich bin überrascht, wie groß die Resonanz ist."

Die Streuobstwiese von Pfister habe, einen hohen Anteil an Jungbäumen und befinde sich in einem guten Pflegezustand, erklärte Markus Zehnder, Obst- und Gartenfachberater des Zollernalbkreises, auf Nachfrage von Lena Schlotterbeck, Projektmanagerin beim Streuobstparadies. Die alten Sorten wecken Erinnerungen an die Kindheit. Erfreulich sei, dass auch jüngere Leute eine Fachwart-Ausbildung machen. 25 Prozent seien unter 30 Jahre, sogar eine 18-Jährige ist dabei.

Fachwirt Günther Vossler aus Weilstetten stellte klar, dass Massenware Allergien auslösen, die Erzeuger aber einen hoher Aufwand auf sich nehmen müssten, schließlich müsse die Qualität stimmen. Jeder einzelne Apfel müsse angeschaut werden. Bis zu eineinhalb Stunden Zeit brauche er für eine Kiste Äpfel, so Pfister.

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