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Hechingen Arzt wird in Halle zur Stimmungskanone

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Ingo Pufke sorgt für Stimmung während der Heimspiele der Volleyball-Männer des TV Rottenburg. Foto: Renner

Hechingen/Tübingen - Am Sonntag wurde erstmals in der Vereinsgeschichte ein Bundesliga-Spiel der Rottenburger Volleyballer live auf Sport 1 im Fernsehen übertragen. Wem die Stimme des Hallensprechers bekannt vorkam, dem sei gesagt: Er war Ingo Pfuke, Allgemeinmediziner aus Hechingen.

. Seit acht Jahren steht der 51-Jährige hinterm Mikro und sorgt für Stimmung bei den Heimspielen des TV Rottenburg in der Tübinger Paul-Horn-Arena.

So auch am Sonntag, beim 3:1-Siegs des TVR gegen den Tabellenletzten Heitec Volleys Eltmann. Ein paar Minuten vor Spielbeginn begrüßt er die Zuschauer, kündigt die Schiedsrichter an, und stellt beim Einlaufen jeden einzelnen Spieler namentlich vor. Teilweise werden die Namen bewusst etwas lang gezogen oder ein Spieler als "der stärkste Libero der Liga" betitelt.

Das Spiel beginnt, die Rottenburger legen gut los. Pufke feuert die Fans an, davon acht an der Zahl trommeln. "Puuunkte, Puuunkte", ruft er. Die in Rot gekleideten Spieler erfüllen ihm seinen Wunsch und bleiben in Führung. Nach einem erfolgreichen Block und einem damit verbundenen Punkt schwenkt Pufke selbst den TVR-Schal. "Hubschraubereinsatz", schallt es dazu passend aus den Musikboxen.

Während einer Auszeit begrüßt er mehrere Schulen und eine Narrenzunft aus Rottenburg, bedankt sich bei den Ballkids, preist ein zum Verkauf stehendes Sportlerbrot und weist auf ein Gewinnspiel hin. "Was für ein Fight! Hey, hey, hey", schreit Pufke nach einem langen Ballwechsel und Punkt ins Mikro.

"Ein Käbele ist locker, wir probieren, es schnell zu reparieren", meint er, als an der Anzeigetafel ein 14:9 aufleuchtet, es in der Realität aber bereits 16:10 steht. Der TVR biegt im ersten Satz auf die Zielgerade ein. In Richtung der Fans gestikuliert er mit den Finger: "Wir brauchen noch fünf, vier, drei, zwei, eins Punkte." Der 22. Punkt ist einfahren, es fehlen noch drei bis zum Satzgewinn. Oder wie es Pufke ausdrückt. "Zick, Zack – jetzt braucht’s noch einen Dreierpack."

Die Fans stehen vor dem letzten Punkt auf, schließlich ist der 25. Punkt eingesackt. Der zweite Satz (24:2) geht indes verloren, aber am Ende setzt sich der TVR mit 3:1 durch, auch wenn die Sätze drei und vier mit 25:20 und 26:24 nicht so eindeutig wie der erste sind.

"Wichtig ist, dass wir vorne liegen. Vergangene Saison, als wir öfters verloren haben, war es schon anstrengend, die Fans bei Laune zu halten. Aber mir macht es Spaß, Hallensprecher zu sein", sagt Pufke, der seit 13 Jahren eine Arztpraxis in Hechingen hat und auch in der Zollernstadt wohnt.

Der ehemalige TVR-Handballer, der auch während seines Medizinstudiums in München für den MTV Milbertshofen spielte, wurde einst von einem langjährigen Volleyballtrainer angesprochen.

Er wurde zum Fan, und bei einem Auswärtsspiel in Friedrichshafen wurde er gefragt, ob er sich die Rolle als Hallensprecher vorstellen könnte. Schließlich war in Rottenburg bei den Domsängerknaben und beim Männer-Ensemble als Kabarettist im Einsatz. "Das probieren wir mal", dachte er sich damals.

Inzwischen sind daraus acht Jahre geworden, drei oder vier Heimspiele hat er seither verpasst, weil er krank war oder die Familie vorging. Er besuchte Lehrgänge, um das Regelwerk zu beherrschen und hat seitdem Kontakt zur Mannschaft.

"Vor und nach dem Spiel unterhält man sich", erklärt der 51-Jährige. "Ich versuche das Publikum anzufeuern", umschreibt er seinen Aufgabenbereich. "Der Slogan ›Tollhaus der Liga‹ ist auf meinem Mist gewachsen", schmunzelt er. "Es ist ein Spagat zwischen seriösen Ansagen und dem Einpeitschen der Fans."

Schade war für ihn, dass der ehemalige Fußball-Nationalspieler Cacau (VfB Stuttgart), Integrationsbeauftragter beim Deutschen Fußballbund, sein Kommen kurzfristig absagen musste. Beim Inklusionstag während des nächsten Heimspiels werden nämlich auch behinderte Kinder dabei sein.

"Volleyball ist toll. Einfach mal reinschnuppern", wirbt er für die Sportart und würde sich auch über Zuschauer aus dem Zollernalbkreis freuen. So wie über den Hechinger Artur Zeeb. "Das Publikum hat Spaß am Ganzen, es geht sehr familiär zu, auch wenn es mal ein Pfeifkonzert gibt, wenn es mit einer Schiedsrichterleistung nicht einverstanden ist."

Weitere Informationen: Die Volleyball-Männer des TV Rottenburg haben in dieser Saison noch zwei Heimspiele in der Paul-Horn-Arena. Am Samstag, 29. Februar geht es um 19.30 Uhr gegen den VfB Friedrichshafen und am Samstag, 14. März zur gleichen Uhrzeit gegen die Netzhoppers Königs Wusterhausen. Wird TVR, derzeit Neunter, am Ende Achter, nimmt er an den Play-Offs teil, beginnend mit dem Viertelfinale.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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