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Hechingen Alte Blutbuchen werden gefällt

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Die mächtigen Blutbuchen müssen gefällt werden. Foto: Stopper

Hechingen - Die beiden großen Blutbuchen auf dem Hechinger Obertorplatz müssen gefällt werden, weil sie nicht mehr standsicher sind –­ zu diesem Ergebnis kommt ein Baumgutachten. Die Entscheidung trifft am Mittwoch, 26. September, der Gemeinderat.

Die beiden majestätischen Bäume mit ihrem dunklen Laub prägen das Erscheinungsbild der Oberstadt. Was auch immer sonst an Trostlosigkeiten diesem Platz angetan wurde, die beiden Bäume bewahrten ihm einen Rest von Würde und Schönheit. Und ausgerechnet jetzt, wo ein Verzicht auf die Tiefgarage möglich erscheint, die auf jeden Fall den Tod der Bäume bedeutet hätte, kommt das vernichtende Urteil.

"Der innere Kern des Baums ist vermutlich völlig zersetzt", schreibt Diplom-Forstwirt Peter Klug, Experte eines Baum-Sachverständigenbüros aus Gammelshausen im Fazit seines Berichts zu einer Untersuchung, die er am 23. August in Hechingen an den beiden Bäumen vorgenommen hat. Das bezieht sich auf den Baum, der in Richtung altes Feuerwehrhaus steht. Er hat hier eine Restwandstärke von zehn Zentimetern gemessen.

Beide Bäume sollen gemeinsam fallen

Und für den Baum, der in Richtung Stiftskirche steht, fällt sein Urteil nur unwesentlich besser aus. Auch dieser sei im Inneren stark durch Pilzbefall betroffen, die Standsicherheit sei hier höchstens noch "für eine gewisse Zeit" gegeben. Und die Fällung des Nachbarbaums würde den Zerfall deutlich beschleunigen. Sein Urteil ist "die eindeutige Empfehlung beide Bäume zu fällen."

Dieses Gutachten hat Bürgermeister Philipp Hahn ebenso überrascht wie die Vertreter des Nabu, die er sofort informiert hat. Mit Sicherheit wird das Gutachten nun noch einmal genau unter die Lupe genommen.

Aber der Experte scheint sein Ergebnis gut abgesichert zu haben. Er hat nicht nur genau hingeschaut, mit dem Gummihammer geklopft und Probebohrungen vorgenommen, sondern an einigen Stellen auch einen Schalltomographen eingesetzt, der detaillierte Bilder aus dem Inneren des Baumes liefert. Und da sieht es buchstäblich düster aus, denn große dunkle Flächen im Querschnitt sind zu erkennen. Hier hat der Brandkrustenpilz ganze Arbeit geleistet. Abgesichert wurden diese Feststellungen durch weitere Probebohrungen und andere Untersuchungen. Immer mit dem gleichen Ergebnis.

Eigentlich werden Blutbuchen bis zu 300 Jahre alt, und die Hechinger Exemplare waren gerade mal vor 110 Jahren gesetzt worden. Allerdings war der Obertorplatz für sie kein guter Standort, was schon daran zu erkennen ist, dass Blutbuchen im optimalen Fall bis zu 30 Meter hoch werden, die Bäume am Obertorplatz nur 20 Meter Höhe erreichten. Freistellung und Bodenverdichtung – das schwächt diese Pflanzen und führt zu einer erhöhten Anfälligkeit für Pilzerkrankungen.

Bis spätestens Ende Oktober wird gesägt

Bürgermeister Philipp Hahn hat schnell auf die neuen Erkenntnisse gesetzt und den Antrag auf die Fällung der beiden Bäume bereits auf die Tagesordnung für die nächste Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 26. September, gesetzt.

Bis spätestens Ende November sollen die Kettensägen dann das traurige Werk vollendet haben. Eile ist hier geboten, denn der Baumgutachter empfiehlt dringend die Fällung innerhalb der nächsten beiden Monate. Die Stadt ist verpflichtet, ernste Gefahren für Leib und Leben der Bewohner unverzüglich zu beseitigen. Ansonsten stellen sich im Fall eines Unglücks schnell Haftungsfragen.

Immerhin bietet die neue Situation die Chance, die Gestaltungsfrage für den Obertorplatz ohne jegliche Einschränkung zu führen. Was manchmal vergessen wird: Das zentrale Anliegen der Bürgerwerkstatt war seinerzeit nicht der Bau einer Tiefgarage, sondern die Umgestaltung des Obertorplatzes weg vom Parkplatz hin zu einem Bereich, in dem Fußgänger nicht nur lästige Störenfriede sind.

Von Landschaftsplaner Johann Senner gibt es da auch bereits Entwürfe, die allerdings noch Rücksicht auf die Blutbuchen nehmen. Das Thema wird nun mit Sicherheit noch einmal neu diskutiert werden.

Ihre Redaktion vor Ort Hechingen

Klaus Stopper

Fax: 07471 9874-21

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