Vor dem Landgericht in Hechingen findet der Prozess gegen ein Mitglied eines Kinderporno-Rings statt. Foto: Archiv

50-Jähriger räumt Taten ein. Mann soll in Darknet-Forum Bilder und Videos verschickt haben.

Hechingen/Albstadt - Mit einem Geständnis hat am Landgericht Hechingen der Prozess gegen einen 50-jährigen Moderator und Nutzer einer Kinderporno-Plattform begonnen. Dem Mann aus dem Zollernalbkreis wird bandenmäßige Verbreitung, Beschaffung und Besitz von Kinderpornografie vorgeworfen. Der Verteidiger des Mannes verlas zum Prozessauftakt eine Erklärung, wonach der Angeklagte alle Taten einräumt.

Der 50-jährige Betreiber des Forums hat zu Beginn des Prozesses gegen ihn am Landgericht Hechingen alle Taten gestanden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem Verbreitung und Besitz von Kinderpornografie vor. Er soll Verwalter der Plattform im Darknet gewesen sein und unter dem Decknamen "Commander" Bilder und Videos verschickt haben, laut Staatsanwalt "teilweise härteste Kinderpornografie". Laut Staatsanwaltschaft Hannover, die zunächst die Ermittlungen gegen den Kinderpornografie-Ring führte, soll dort auch der Missbrauch von Kindern verabredet worden sein.

Der Verteidiger des Mannes verlas zum Prozessauftakt eine Erklärung, wonach der Angeklagte alle Taten einräumt und bereut. Sein Mandant habe in der Haft erkannt, "welche abscheulichen Taten an den Kindern verübt wurden", sagte der Anwalt.

Der Angeklagte sei in der Hierarchie des Forums weit aufgestiegen, weil er perfekt auf Englisch habe moderieren können, sagte ein Polizist im Zeugenstand. Über 8000 kinder- und jugendpornografische Dateien fanden Ermittler auf seinen Festplatten. Der 50-Jährige hat daraufhin mit den Ermittlern kooperiert und Informationen genannt, um anderen Nutzern der Plattform auf die Spur zu kommen, sagte der Ermittler. Inzwischen ist demnach auch der technische Administrator in Frankfurt festgenommen worden. Zunächst führte die Staatsanwaltschaft in Hannover die Ermittlungen gegen den Kinderpornografie-Ring, demnach soll in dem Darknet-Forum auch der Missbrauch von Kindern verabredet worden sein.

Der Angeklagte, Vater einer elfjährigen Tochter und eines zehnjährigen Sohnes, ist nach Kenntnis der Hechinger Staatsanwaltschaft nicht vorbestraft und hat selbst keinen Missbrauch begangen. Er hat aber Bilder seiner Tochter mit nacktem Oberkörper an Nutzer der Plattform verschickt und geschrieben, er habe das Mädchen schon einmal missbraucht, wie ein Ermittler sagte. Ein folgendes Ermittlungsverfahren wurde laut Staatsanwaltschaft eingestellt, nachdem sich auch in der Befragung des Kindes keine Hinweise darauf ergeben hätten, dass es tatsächlich zum Missbrauch gekommen ist. Auch der Angeklagte leugnet das. 

Das Gericht hatte vor, noch am Montag ein Urteil zu sprechen.

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