Die Freiburger Autorin Annette Pehnt erhält den mit 20.000 Euro dotierten Johann-Peter-Hebel-Preis 2026 des Landes Baden-Württemberg.
Der Johann-Peter-Hebel-Preis des Landes Baden-Württemberg gehört zu den bedeutendsten literarischen Auszeichnungen im süddeutschen Raum. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre anlässlich des Geburtstags des Dichters am 10. Mai beim Johann-Peter-Hebel-Fest in Hausen verliehen.
Profilierte Stimme der Gegenwartsliteratur
In diesem Jahr geht der Preis an die in Freiburg lebende Schriftstellerin Annette Pehnt. Die Jury würdigt mit dieser Entscheidung eine der profiliertesten Stimmen der deutschen Gegenwartsliteratur. Ihr Werk umfasst Romane, Erzählungen, Kinderbücher und Essays.
Pehnt, geboren 1967 in Köln, studierte und arbeitete in Irland, Schottland, Australien und den USA. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Freiburg und in Hildesheim, wo sie seit 2018 das Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft leitet.
„Annette Pehnt ist eine herausragende Schriftstellerin, deren literarisches Schaffen durch kunstvolle Verknappung der Sprache, genaue Alltagsbeobachtung und große Formenvielfalt überzeugt und besticht“, sagte die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Petra Olschowski, laut einer Pressemitteilung bei der Bekanntgabe der Preisträgerin in Stuttgart. Wie Johann Peter Hebel beherrsche Annette Pehnt die Kunst, im Kleinsten und scheinbar Beiläufigen die wesentlichen Fragen des Lebens zu erfassen, so die Ministerin. Mit ihrer radikal einfachen Sprache erzeuge Annette Pehnt eine innere Spannung, die die Kippmomente des Lebens einfange, so die Jury bei der Begründung der Preisvergabe. Mit dem Erhalt des Johann-Peter-Hebel-Preises reiht sich Annette Pehnt in eine Liste illustrer Preisträger ein, zu denen Elias Canetti, Martin Heidegger, Monika Helfer, Sibylle Berg, Albert Schweitzer und Max Picard gehören.
Ehrenpreis für das Lebenswerk
Anlässlich des 200. Todesjahres von Johann Peter Hebel erhält der Literaturwissenschaftler Friedrich Pfäfflin zusätzlich einen Ehrenpreis für sein Lebenswerk. Seine Ehrung erfolgt ebenfalls im Rahmen des Hebelfestes.
Pfäfflin hat sich laut Pressemitteilung des Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst um die Vermittlung und Pflege der Literatur im alemannischen Sprachraum verdient gemacht und durch die Einrichtung literarischer Gedenk- und Museumsorte in Baden-Württemberg Räume des Schreibens, des Lesens und Erinnerns geschaffen. Er gründete die „Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten in Baden-Württemberg“, die beim Deutschen Literaturarchiv in Marbach angesiedelt ist und ohne die auch das Hebel-Museum in Hausen im Wiesental kaum möglich gewesen wäre.
Friedrich Pfäfflin wurde 1935 in Oberreichenbach geboren. Nach seiner Ausbildung als Verlagsbuchhändler arbeitete er für verschiedene Verlage. 25 Jahre lang hatte er die Leitung der Museumsabteilung am Schiller-Nationalmuseum in Marbach am Neckar inne. Durch die Gründung der Arbeitsstelle für literarische Museen und Gedenkstätten in Baden-Württemberg hat Pfäfflin laut Pressemitteilung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg die Literaturlandschaft in Baden-Württemberg nachhaltig geprägt.
Wer die Johann-Peter-Hebel-Plakette erhält, wird erst am 2. Mai bekannt gegeben. Die Verleihung erfolgt jedes Jahr am Hebelabend, dem Samstag vor dem 10. Mai.
Der Namensgeber des Preises
Der Johann-Peter-Hebel-Preis ist einer der ältesten Literaturpreise in der Bundesrepublik Deutschland. Er ist benannt nach dem Theologen und Dichter Johann Peter Hebel, der am 10. Mai 1760 in Basel geboren wurde und am 22. September 1826 in Schwetzingen starb.