Timothy Bolle (links) und Robert Edelmann verkaufen im „Heartlight Vintage“ Second-Hand-Vintage-Mode. Foto: Alexander Blessing

Ihr Herz schlägt für Vinatge-Mode: Robert Edelmann und Timothy Bolle haben in ihrem Laden „Heartlight Vintage“ in Freiburg Mode aus den 1980er- und 1990er-Jahren im Angebot. Der Clou, die Klamotten sind nicht neu, sondern Second-Hand.

Ein wichtiger Unterschied zu anderen Second-Hand-Läden ist der Schwerpunkt, den der Laden „Heartlight Vintage“ in der Freiburger Innenstadt hat. „Wir verkaufen Klamotten aus den 1980er- und 1990er-Jahren“, erklärt Timothy Bolle. Alles sei Second-Hand, aber mit einer gewissen Qualität. „In dieser Zeit wurde noch ganz anders produziert“, erklärt der junge Unternehmer weiter. Neuere Mode, die in den Kreislauf zurückkomme, sei zumeist nur Fast-Fashion und billig produziert. Sie selbst haben einen Händler in Italien, der ihnen ein bis zwei Mal im Monat Second-Hand-Vintage-Ware liefert. Die Einzelstücke werden dann im Geschäft in der Bertholdstraße nach Farben sortiert angeboten und kommen wieder in den Kreislauf zurück.

 

Das Konzept kommt in Freiburg gut an

Die beiden 25-jährigen, die hinter dieser Idee stecken, sind Timothy Bolle und Robert Edelmann. Sie haben sich während ihres Wirtschaftsinformatikstudiums in Mannheim kennengelernt. „Wir haben kleine Projekte angefangen, die wir neben dem Studium gemeinsam angehen konnten“, blickt Robert Edelmann zurück.

Richtig modeaffin seien sie nie gewesen, doch sie hätten die Liebe für Vintage-Klamotten entdeckt. Doch die Suche nach den besonderen Stücken war oft sehr zeitaufreibend und unübersichtlich. Das wollten die beiden ändern. Der Verkauf von Vintage-Klamotten begann eher als Schnapsidee, da dort der Einstieg einfach möglich war und sie etwas gegen den Fast-Fashion-Trend machen wollten. „Und nachhaltig sollte es sein“, ergänzt Bolle. Deshalb haben sie den Online-Shop „Heartlight Vintage“ ins Leben gerufen.

Als sie Anfang 2020 ihr Studium beendeten und die Corona-Pandemie Fahrt aufgenommen hat, fokussierten sich die beiden weiter auf den Verkauf von Second-Hand-Klamotten. Zum Onlinegeschäft kamen auch die ersten Offline-Events wie Flohmärkte und Pop-Up-Events dazu. „Das hat uns riesigen Spaß gemacht“, berichtet Edelmann. Im Herbst 2021 entstand der erste Concept-Store in Mannheim und im Frühjahr 2022 zogen sie mit ihrem Laden in Mannheims Neckarstadt. „Dort konnten wir viele wichtige Erfahrungen sammeln“, sagen beide unisono. Diese würden ihnen heute helfen.

Die Klamotten im „Heartlight Vintage“ sind überwiegend Einzelstücke. Foto: Alexander Blessing

Es folgten weitere Pop-Up-Events in ganz Deutschland und auch in Freiburg. Dabei haben sie auch die Liebe für die Stadt im Süden entdeckt und der Gedanke, nach Freiburg zu ziehen und dort mit ihrem eigenen Laden sesshaft zu werden, ist gereift. Den Online-Shop haben sie inzwischen stillgelegt. „Es ist einfach zu aufwendig geworden“, erklärt Edelmann. Sie wollten sich lieber voll und ganz dem stationären Handel widmen.

Startschuss erfolgte am 1. Dezember 2023

Nach langer Suche sind sie in der Bertholdstraße 16 in Freiburg fündig geworden. „Wir haben den Laden selbst renoviert und hatten wenig Zeit bis zum Einzug“, erklärt Robert Edelmann. Parallel zur Renovierung haben sie nach Personal gesucht und in einem angemieteten Lager die Kleidungsstücke vorbereitet. Am 1. Dezember 2023 erfolgte dann der Umzug und der Startschuss.

„Die Lage ist super und es kommen viele Kunden vorbei“, sind die zwei mit der Resonanz in den ersten Monaten in der Innenstadt zufrieden. Für die kommenden Monate planen sie, das Geschäft mit besonderen Events weiter anzukurbeln. Auch das Klientel in Freiburg passe gut zu ihrem Konzept. Manchmal müsse man den Kunden noch erklären, was der Unterschied zwischen Second-Hand-Mode und Vintage-Mode sei, aber das nehmen sie gerne in Kauf.