Ob Csaba Leimeter – hier umringt von drei Kielern – im Heimspiel des HBW gegen Essen auflaufen kann, ist noch offen. Foto: Beytullah Kara

Rekordmeister THW Kiel hat Handball-Zweitligist HBW Balingen-Weilstetten im DHB-Pokal einen großen Kampf geliefert. Am Sonntag gibt’s gegen TuSEM Essen wieder Zweitliga-Kost.

Ein klasse Pokalspiel hat der HBW Balingen-Weilstetten dem hohen Favoriten THW Kiel am Mittwochabend geboten. Zwar ging der Rekordmeister am Ende als 41:36-Sieger vom Feld der Balinger Mey-Generalbau-Arena. Doch der Underdog hatte die Zebras ans Limit gebracht, führte zwischenzeitlich gar mit 28:26 und zwang THW-Coach Filip Jicha gar das Risiko einzugehen, den angeschlagenen Spielmacher Elias Ellefsen á Skipagøtu auf die Platte zu schicken – und der Färinger avancierte tatsächlich zur entscheidenden Figur des Abends.

 

Stolz statt Frust

Von Frust war bei den „Galliern“ nach dem Schluss-Signal nichts zu spüren, sie klatschen sich mit strahlenden Gesichtern ab, ließen sich von ihren Fans für eine Top-Leistung feiern. „Das hat Spaß gemacht, es war ein tolles Handballfest“, sagte der rundum zufriedene HBW-Trainer Matti Flohr.

Doch der Coach hatte mit dem Heimspiel gegen TuSEM Essen am Sonntag (Anpfiff: 17 Uhr) schon wieder das Pflichtprogramm im Sinn. „Wir können wirklich stolz auf unsere Leistung gegen Kiel sein. Aber die ist nur dann etwas wert, wenn wir am Sonntag gegen Essen gewinnen. Coach Flohr erinnert sich nur ungern an die Duelle mit den Handballern von der Margarethenhöhe in der vergangenen Saison. Denn damals ließ der HBW gegen den TuSEM drei Punkte liegen – drei Punkte, die den Schwaben am Ende zur Rückkehr in die 1. Bundesliga fehlten? Oder drei Punkte, die Essen am Ende als Tabellen-16. den Klassenerhalt bescherten?

Enttäuschungen gegen Essen

„Das war zweimal enttäuschend und hat mich zweimal wütend gemacht“, sagt Flohr mit Blick auf die vergangene Saison. Denn der damals in neun Spielen in Serie ungeschlagene HBW war als klarer Favorit angereist und zog in der Sporthalle „Am Hallo“ mit 28:31 den Kürzeren. Aus der Revanche im Heimspiel wurde nichts. In Balingen mussten sich die „Gallier“ nach großem Kampf mit einem 28:28 begnügen. „Wir haben eine neue Mannschaft, es ist eine neue Saison, also angehakt“, sagt Flohr, um gleich darauf klarzustellen: „Ich verspüre ein großes Bedürfnis, TuSEM Essen zu schlagen.“

Zweikämpfe knapp überm Hallenboden

Dabei erwartet Flohr eine unangenehme Mannschaft mit mehreren Spielertypen eines Ellefsen á Skipagøtu. „Natürlich nicht von dieser Klasse. Aber sie wühlen und wühlen und wühlen im 1:1, gehen tief nach unten und provozieren so, dass sie von den Abwehrspielern Gesichtstreffer kassieren und die dann für zwei Minuten vom Feld müssen. Max Neuhaus und Oskar Kostuj sind die Paradebeispiele dafür. Es ist nicht einfach derart tief mit den Armen zu verteidigen. Außerdem räumt Essen gut auf die Außen ab, und auch Valentin Willner macht seine Sache am Kreis sehr gut “, sagt Flohr.

TuSEM verstärkt Abwehr mit Becker

Außerdem hat der TuSEM pünktlich zum Spiel in Balingen den Abwehrspezialisten Alexander Becker (früher TV Neuhausen, VfL Gummersbach, Eintracht Hagen) verpflichtet, um den Innenblock zu stabilisieren. Doch Flohr weiß, „dass viele unserer Angriffshandlungen gut zu Essen passen. Es wäre natürlich super, wenn wir wieder einen Spielfluss und eine Präzision wie gegen Kiel hinbekommen würden.“

Balinger Personalsituation bleibt angespannt

Weiterhin fehlen beim HBW Die Spielmacher Elias Huber (Reha nach Knie-OP) und Magnus Grupe (Muskelprellung), Linkshänder Merlin Fuß (Ellenbogen-OP) und Keeper Benedek Nagy (Finger-OP). Zudem verletzte sich Csaba Leimeter gegen Kiel am Sprunggelenk. Ob er auflaufen kann, ist noch offen.