Vom Underdog zum Favoriten – HBW-Linksaußen Oddur Grétarsson und seine Teamkollegen wechseln innerhalb weniger Tage die Rollen. Foto: Eibner

Nach dem Aus im DHB-Pokal am vergangenen Mittwoch geht es für den HBW Balingen-Weilstetten bereits morgen weiter im Saison-Alltag der 2. Liga. Er tritt am Samstag bereits um 17 Uhr in der Stadthalle Rostock beim HC Empor Rostock an.

Nach der bitteren Pokalpleite bei der HSG Wetzlar – die "Gallier" unterlagen in der Sporthalle Dutenhofen nach einer lediglich über weite Strecken der ersten Halbzeit in der Sporthalle Dutenhofen deutlich mit 24:35 – hat die Truppe von Trainer Jens Bürkle in Wetzlar übernachtet und ist am Donnerstag mit dem Bus weitergefahren an die Ostsee.

Kehrt Heinzelmann ins Team zurück?

Sollte Kreisläufer Tobias Heinzelmann nach seinem Nasenbeinbruch die ärztliche Freigabe erhalten, wird er heute nachkommen und möglicherweise auch noch den einen oder anderen Kameraden aus der zweiten Mannschaft mitnehmen, um die in diesem so wichtigen Spiel überstrapazierten Leute wenigstens phasenweise zu entlasten. Ohnehin waren die Youngster Elias Huber und Tim Hildenbrand wie bei jedem Saisonspiel schon in Wetzlar mit dabei.

HC Empor im Tabellenkeller

Gastgeber HC Empor Rostock steht nach nur einem Sieg auf dem drittletzten Tabellenplatz und wird alles dafür tun, diesen Abstiegsrang so rasch wie möglich zu verlassen. Auch eine Niederlage gegen den Tabellenführer wird der HC nicht einfach hinnehmen, sondern sich kräftig wehren. Darüber ist sich HBW-Trainer Bürkle im Klaren. "Wir werden uns etwas einfallen lassen um zu Punkten zu kommen", sagt der Coach der "Gallier", der nur zwei Tage Zeit hat, seine Jungs auf den Gegner einzustellen.

Rostock setzt auf zusätzlichen Angreifer

"Taktik ist etwas für Schwache", hatte der langjährige HBW-Trainer Rolf Brack kürzlich bei der Geburtstagsfeier zum 20-jährigen Bestehen des Fusionsvereins gesagt. Und genau diese Theorie setzt HC-Coach Till Wiechers in die Praxis um. Die meiste Zeit lässt er mit sieben Feldspieler angreifen, was einst Brack als Kommandogeber beim HBW eingeführt hatte. Normalerweise seien, so Bürkle, zwei Kreisläufer dabei, um die Lücken zu öffnen, manchmal sogar drei.

Wie dieses Spiel funktioniert, weiß der 42-jährige ganz genau. War er doch neben dem scheidenden HBW-Geschäftsführer Wolfgang Strobel einer der beiden Kreisläufer im Brack’schen Aufgebot. Bislang ist Wiechers’ Konzept nicht so richtig aufgegangen. Nur einen Sieg hat es in sechs Spielen für seine Jungs gegeben – ansonsten setzte es mehr oder weniger deutliche Niederlagen. Immerhin könnte der 33:27-Erfolg über die Würzburger Wölfe dem Team neues Selbstvertrauen eingehaucht haben.

Bürkle: "Hauptsache wir gewinnen"

Dieses besitzt der HBW aber nach sechs gewonnenen Partien im Übermaß. Auch wenn es eigentlich stets knapp zuging, hat sich die Bürkle-Truppe spätestens in der Crunchtime doch noch durchgesetzt. Und das sei es, was zähle, sagt der Trainer: "Von mir aus kann es wieder ein enges und spannendes Spiel werden. Hauptsache wir gewinnen und nehmen die Punkte mit."