Gummersbachs Nationalspieler Julian Köster in den Griff bekommen? Das wird für Csaba Leimeter (links) und seine HBW-Kollegen alles andere als einfach. Foto: Eibner-Pressefoto/Dennis Duddek

Der HBW Balingen-Weilstetten hat nicht mehr viele Gelegenheiten, die nötigen Punkte einzufahren, um den Abstieg aus der Handball-Bundesliga abzuwenden. Eine davon bietet sich an diesem Freitag beim VfL Gummersbach.

Die Luft wird immer dünner für den HBW Balingen-Weilstetten. Gerade einmal sieben Spieltage bleiben dem Schlusslicht, um den entscheidenden Boden gut zu machen. Auf den rettenden 16 Platz beträgt der satte fünf Punkte – zudem haben die „Gallier“ im Vergleich zu den beiden wohl einzigen Teams, die sie noch hinter sich lassen könnten – den ThSV Eisenach und den Bergischen HC – das schlechteste Torverhältnis.

 

Wie hat der HBW die Pleite gegen Leipzig verktaftet?

Am Freitag steht für den HBW nun das nächste Auswärtsspiel an – und natürlich ist die Mannschaft von Trainer Jens Bürkle beim VfL Gummersbach (19.00 Uhr, Schwalbe-Arena) wieder einmal der Außenseiter. Denn der Altmeister spielt eine überzeugende Saison und belegt mit 30:22 Punkten den sechsten Tabellenplatz und behielt im Vorrunden-Duell in der Balinger Arena mit 34:31 die Oberhand. Zur Pause lag die Bürkle-Sieben bereits mit 14:20 im Hintertreffen, kämpfte sich bis auf 31:32 heran – doch am Ende setzte sich das Team des isländischen Trainers Gudjon Valur Sigurdsson mit 34:31 durch.

Die Frage ist nur, wie der HBW den Rückschlag der 17:25-Heimpleite gegen den SC DHfK Leipzig weggesteckt hat. „Das muss man sehen. Es war natürlich nicht das, was wir uns vorgenommen und erhofft hatten. Abwehr- und Torhüterleistungen waren ja sehr gut, und Chancen haben wir uns auch herausgespielt. Nur die muss man dann halt auch reinmachen“, sagt HBW-Trainer Bürkle. Er verzichtete bewusst darauf, seinen Spielern die Fehlwurf-Orgie noch einmal vorzuführen. „Wir haben die Jungs in Ruhe gelassen, fünf Tage davor haben sie in Berlin noch 34 Tore geworfen. Man muss nicht alles überthematisieren. Wir haben im Training an ein paar Punkten gearbeitet, die wir besser machen wollen."

Abwehr und Gegenstoß die Schlüsselelemente

Im Spiel gegen den VfL Gummersbach hofft der HBW-Coach wieder auf die richtige Durchschlagskraft. „Wir brauchen eine gute Abwehr und wir brauchen den Gegenstoß, das sind für uns immer die Schlüssel. Im stehenden Angriff brauchen wir gegen die sehr mutige und antizipative Gummersbacher Abwehr die nötige Ruhe und Präzision, dann bekommen wir unsere Situationen“, sagt Bürkle, der weiterhin auf Jona Schoch, Patrick Volz und Leo Prantner verzichten muss. Und in der Defensive haben die Schwaben die große Aufgabe, Nationalspieler Julian Köster –Bürkle: “Er ist das verbindende Element und gerade der beste und kompletteste Handballer, den wir in Deutschland haben“ – in den Griff zu bekommen. Weshalb’s beim VfL derzeit so gut läuft, weiß Bürkle: „Die Mannschaft hat eine große Selbstsicherheit, Überzeugung und Kampfbereitschaft.“ Dinge also, die er am Freitagabend auch von seinem Team erwartet.

El-Tayer geht, Grüner bleibt, Kornecki kommt

Unterdessen sind beim HBW weitere Personalentscheidungen gefallen. Der Ägyptische Nationaltorhüter Mohamed El-Tayar wird den Club wie erwartet nach dieser Saison verlassen und sich wohl dem HSV Hamburg anschließen. Doch Geschäftsführer Felix König hat gleich einen Nachfolger präsentiert, der unabhängig davon, ob der HBW in der kommenden Saison in der ersten oder in der zweiten Liga um Punkte kämpft, das Trikot das „Gallier“ in den beiden kommenden Spielzeiten tragen wird. Vom Ligarivalen ThSV Eisenach wechselt der polnische Nationaltorhüter Mateusz Kornecki, der zuvor mit dem deutschen Nationalkeeper Andreas Wolff das Gespann beim Champions-League-Club KS Kielce bildete, nach Balingen. Über die aktuelle Saison hinaus bindet der HBW zudem Linksaußen Tim Grüner – ebenfalls liga-unabhängig – an sich. Der 20-Jährige war erst im Februar per Blitztransfer vom Zweitligisten VfL Potsdam gekommen.