Der überragende Schütze: Vladan Lipovina Quelle: Unbekannt

Der HBW Balingen-Weilstetten hat für die nächste dicke Überraschung in der Handball-Bundesliga gesorgt. Bei den Füchsen Berlin erkämpfte sich das Team von Trainer Jens Bürkle Mittwochabend mit einem 26:26 (13:15) einen Punkt.

Der mit zwölf Treffern überragende Vladan Lipovina narrte in höchster Zeitnot die Berliner Deckung und setzte den Ball acht Sekunden vor Schluss zum 26:26 in den rechten Torwinkel der Füchse. Die hatten noch einen Versuch. Trainer Jaron Siewert nahm die Auszeit, um den möglicherweise entscheidenden Gegenschlag zu besprechen. Doch die bestens aufgelegte Abwehr der "Gallier" hielt dem letzten Angriff stand. Und dann war grenzenloser Jubel beim Tabellenvorletzten angesagt. "Ich bin super stolz auf die Mannschaft, dass sie nach Flensburg noch einmal so ein Spiel rausgehauen hat. Die Defensivleistung hat sicher den Ausschlag gegeben", sagte der strahlende Jens Bürkle.

Zintel macht Betrieb

Vor 2500 Zuschauern in der Berliner Max-Schmeling-Halle knüpften die kampf- und einsatzstarken "Gallier" nahtlos an die Vorstellung beim jüngsten 23:23 gegen die SG Flensburg-Handewitt an. In der Offensive machte besonders Spielmacher Björn Zintel Betrieb. Quirlig stieß er immer wieder in die Lücken, der hoch gewachsenen Füchse-Abwehr, zog so auch den einen oder anderen Siebenmeter für die Gäste. So traf Lipovina – er lief in der zweiten Halbzeit richtig heiß – von der Strafwurfmarke zur 4:3-Führung der Gäste (7. Minute). Zwar drehten die Berliner den Rückstand umgehend und lagen nach zwei Treffern in Serie – einen setzte Lasse Andersson, den anderen Hans Lindberg per Siebenmeter – mit 9:7 in Front (19.). Die Hausherren hatten die Partie zwar im Griff, der HBW aber hielt den Anschluss, war drei Minuten vor der Halbzeit-Sirene durch einen Treffer von Moritz Strosack zum 12:13 in Schlagdistanz. Milos Vujovic und Paul Drux sorgten nun für die erste Drei-Tore-Differenz (15:12/29.). Aber in Unterzahl verkürzte Tobias Heinzelmann für die Gäste zum 15:13-Pausenstand.

Schwaben riechen Lunte

Die Berliner setzten sich zu Beginn des zweiten Abschnitts wieder etwas ab, Andersson netzte zum 17:14 (37.) ein. Doch wie beim Jojo-Spielchen kam der HBW zurück. Fabian Wiederstein und Lipovina trafen, Schoch verpasste kurz darauf gar die Chance, zum 17:17 auszugleichen. Aber die Schwaben hatten Lunte gerochen, merkten, dass beim hohen Favoriten etwas für sie drin sein würde. Nach Milos Vujovics 26:24 (54.) brachten die Berliner in der fahrigen Crunch-Time offensiv nichts mehr auf die Reihe, und so kämpfte sich der HBW noch zum verdienten Remis.

Schlusslicht wartet

Bereits am zweiten Weihnachtsfeiertag ist der HBW wieder im Einsatz. Dann will das Bürkle-Team seinen vorletzten Tabellenplatz bei Schlusslicht GWD Minden (18 Uhr, Kampa-Halle) verteidigen. In der Vorrunde gewann der HBW das Duell in Balingen sicher mit 27:21.

Füchse Berlin: Miloslavljev, Genz (16.-50.); Holm (2), Andersson (6), Lindberg (4/4), Morros, Langhoff, Chrintz (2), Beneke (1), Matthes, Sauter (1), Kopljar (1), Vujovic (6), Koch (2), Marsenic, Drux (1).

HBW Balingen-Weilstetten: Ruminsky, Sejr (1.Hz); Lipovina (12/6), Huber, Fügel, Ingason (1), Nothdurft (4), Wiederstein (3), Schoch, Zintel (2), Stevanovic, Heinzelmann (1), Strosack (3), Wente.