Sieben "Buden" erzielt Vladan Lipovina in der Vorrunde gegen Hannover. Foto: Eibner

Noch ist das Eis für den Handball-Bundesligisten HBW Balingen-Weilstetten in Sachen Nichtabstieg sehr dünn. Das Team von Trainer Jens Bürkle muss deshalb das Heimspiel gegen den TSV Hannover-Burgdorf unbedingt gewinnen.

Zwei Spiele hat der HBW Balingen-Weilstetten in dieser Saison noch vor der Brust – zu Hause gegen die TSV Hannover-Burgdorf (Mittwoch, 19 Uhr, Sparkassen-Arena Balingen) und zum Abschluss beim Tabellenzweiten SG Flensburg-Handewitt.

Zwei Spieltage vor Schluss der Saison 2020/21 belegt der HBW Balingen-Weilstetten mit 27:45 Punkten zwar noch immer den 16. Tabellenplatz. Sicher hat das Team von Trainer Jens Bürkle die Garantie für eine weitere Spielzeit in der "stärksten Liga der Welt" damit aber noch nicht. Denn sowohl GWD Minden (27:45) als auch die Eulen Ludwigshafen (24:28) haben noch die Chance, die Balinger im Tableau zu überflügeln.

Direkter Vergleich besser

Zwar haben die Balinger gegenüber dem punktgleichen TSV GWD Minden, der in der offiziellen Rangliste vorne liegt, den besseren direkten Vergleich, die Ostwestfalen aber treten am Donnerstag noch gegen die Eulen Ludwigshafen – 17. des Tableaus –an. Sie haben drei Punkte Rückstand gegenüber dem HBW, aber den direkten Vergleich für sich entschieden, bekommen es am letzten Spieltag mit dem zuletzt massiv schwächelnden Team von Frisch Auf Göppingen (Platz zehn – sechs Pleiten in Folge ) zu tun. Minden tritt zum Rundenabschluss bei der HSG Wetzlar, derzeit Tabellenneunter, an.

Während die TSV Hannover-Burgdorf am Mittwochabend aus dem Vollen schöpfen wird, fehlen HBW-Coach Jens Bürkle auf jeden Fall die beiden Langzeitverletzten Marcel Niemeyer (Fuß-OP) und James Junior Schott (Knöchel-OP). Zuletzt waren mit Kristian Beciri und Fabian Wiederstein bei der 30:36-Auswärtsniederlage bei den Füchsen Berlin zudem zwei weitere entscheidende Spieler auf der Kreisposition ausgefallen. "Ich hoffe darauf, dass beide dabei sind. Es kann aber auch sein, dass beide fehlen", sagt Bürkle. Guten Mutes ist er gegen die TSV – der HBW gewann das Vorrundenspiel in Hannover nach einer starken Schlussphase mit 29:25 – dennoch: " Wenn wir so gut wie im Hinspiel am Start sind, haben wir beste Chancen. Wir haben im Kampf um den Klassenerhalt immer noch alles selbst in der Hand und können selbst bestimmen, ob wir drin bleiben."

Bürkle selbst coachte die TSV Hannover-Burgdorf von 2015 bis 2017, ehe der ehemalige Kreisläufer nach Balingern zurückkehrte. "Ich gönne der TSV weiterhin jeden Sieg, außer dem am Mittwochabend", sagt Bürkle und lacht. Dabei wird entscheidend sein, den Hannoveranern die Konterstärke zu nehmen und zudem die Kreisläufer Ilja Brozovic und Evgeni Pevnov sowie den Rückraumrechen Ivan Martinovic in den Griff zu bekommen.

Zuletzt eine starke Phase

Tatsächlich hatten die Niedersachsen, bei denen der spanische Cheftrainer Carlos Ortega vor dem Absprung zum FC Barcelona steht, und der frühere Bundestrainer Christian Prokop übernehmen soll, zuletzt eine starke Phase. Die Burgdorfer "Recken" um den ehemaligen Balinger Fabian Böhm feierten mit dem 27:26 gegen den HC Erlangen, dem überzeugenden 28:20 bei der MT Melsungen und zuletzt gegen Absteiger TuSEM Essen (30:26) drei Serie in Serie.

Beeindruckt will sich der HBW Balingen-Weilstetten davon aber nicht zeigen, schließlich holte das Team in de jüngsten Heimpartien Siege gegen TuSEM Essen (31:28), den Bergischen HC (27:25), die Rhein-Neckar Löwen (32:30) und die HSG Wetzlar (30:28). Insgesamt ist das Bürkle-Team in der Balinger Arena seit fünf Spielen ungeschlagen, denn Anfang Mai holte der HBW gegen Minden noch ein 29:29.