Björn Zintel und der HBW liefen gegen Erlangen die gesamte Spielzeit einem Rückstand hinterher – vergebens. Foto: Kara

Der HBW Balingen-Weilstetten ist nach zuletzt drei Pleiten in Folge mit einer 23:25 (11:15)-Niederlage gegen den HC Erlangen aus der Länderspielpause gekommen.

In die Annalen der grandiosen Bundesligaspiele wird dieser Abend in der Balinger Sparkassen Arena nicht eingehen. Eine zähe Sache vor der Halbzeit mit dem alten Problem: der Abschluss! Der verletzte Lukas Saueressig fehlt an allen Ecken und Enden, der HBW erzielt zu wenig Tore, so auch in dieser Partie. Nur elf Tore in den ersten 30 Minuten, das ist zu wenig. Auch die Erlanger Gäste taten sich schwer, so dass zur Halbzeit beim 11:15 noch Hoffnung bestand.

Jens Bürkle trauert Möglichkeiten hinterher

"Bleibt dran!", forderte HBW-Trainer Jens Bürkle sein Team auf, "dann kriegen wir auch unsere Chancen." Und die kriegten sie auch in der sehr viel besseren, lebhaften zweiten Halbzeit. Stark verbessert zeigten sich die Balinger in Abwehr und Angriff. "Wir haben sehr viel besser gemacht als in den letzten Wochen", meinte Trainer Jens Bürkle. Doch am Ende war die Hypothek aus den ersten 30 Minuten zu hoch. "Es ist sehr schade, dass wir nichts mitgenommen haben", trauerte Bürkle den Punkten hinterher.

Gedenkminute für die Methe-Brüder

Das Spiel hatte mit einer Gedenkminute für die vor exakt zehn Jahren verunglückten Schiedsrichter-Brüder Bernd und Reiner Methe begonnen, die auf dem Weg zur Partie des HBW gegen den SC Magdeburg ums Leben gekommen waren. Nach dieser Ruhe kamen die beiden Teams nur schwer auf Touren. HBW-Trainer Jens Bürkle hatte in den Trainingseinheiten vor dem so eminent wichtigen Spiel für die "Gallier von der Alb" vor allem Angriffssituation üben lassen – mit Schwerpunkt Positionsangriff. Davon war zunächst herzlich wenig zu erkennen, denn die Hausherren taten sich schwer, kamen kaum ins Tempo – und waren immer dann gefährlich, wenn sie über die Außen angriffen, über Moritz Strosack rechts und Tim Nothdurft links, doch viel zu selten wurden die beiden in Szene gesetzt.

Lipovina zu oft mit dem Kopf durch die Wand

Als es beim 4:6 nach 15 Minuten immer noch zäh lief, fasste sich Daniel Thor Ingason zweimal ein Herz und tankte sich durch, doch Erlangen lag in Halbzeit eins meist mit zwei Toren vorn. Weil der Balinger Rückraum-Recke Vladan Lipovina zu oft mit dem Kopf durch die Wand wollte und sogar von der Siebenmetermarke scheiterte – in den ersten 30 Minuten lag seine Quote bei zwei Toren bei acht Abschlüssen – wuchs der Rückstand der Gastgeber bis auf vier Tore zur Halbzeit an. Kurz vor dem Gang in die Kabine ein Schockmoment für die Gallier: Tim Nothdurft knickte um – konnte aber nach der Pause doch weitermachen.

Bürkle fordert: Alles investieren!

Mit der Aufforderung: "Wir müssen alles inverstieren, was wir haben", schickte Bürkle seine Gallier in der zweiten Halbzeit zurück auf die Platte – und dieser Aufforderung kamen seine Spieler nach. Nach der Halbzeit war viel mehr Leben in der Bude, auch wenn sich die Balinger wie in den Spielen zuvor jeden Abschluss (zu) hart erarbeiten mussten.

Plötzlich alles wieder offen

Beim 20:20 war wieder alles offen, vor allem weil die Abwehr besser stand. Doch Erlangen, deren Trainer Michael Haaß wegen erwarteter Vaterfreuden von Sportdirektor Raúl Alonso vertreten wurde, holte sich das Momentum wieder auf seine Seite. Nach dem 22:25 machte Bürkle seine Gallier noch mal heiß: "Mit voller Überzeugung in der Mitte voll drauf. Glaubt daran, Männer, glaubt daran! Wir haben noch dreieinhalb Minuten!" Aber es sollte nicht mehr reichen.

Statistik

HBW: Simon Sejr Jensen, Mario Ruminsky; Vladan Lipovina 6/1, Gregor Thomann, Daniel Thor Ingason 3, Tim Nothdurft 4, Fabian Wiederstein 2, Kristian Beciri, Luca Munzinger, Jona Schoch 2, Björn Zintel 1, James Scott, Nikola Stevanovic, Patrick Volz 2, Tobias Heinzelmann, Moritz Strosack 3.