Elias Huber (am Ball) und seine HBW-Teamkollegen bekamen beim Tabellenführer ordentlich eingeschenkt. Foto: Eibner-Pressefoto/Oliver Schmidt

Der SC Magdeburg ist auf dem Weg zur Meisterschaft in der Handball-Bundesliga wohl nicht mehr aufzuhalten. Der HBW Balingen-Weilstetten zerschellte am Donnerstag am Favoriten und unterlag mit 29:43 (13:22).

Vor 6600 Zuschauern in der ausverkauften Magdeburger Getec-Arena war der HBW ganz weit davon entfernt, den SC Magdeburg vom Weg zur deutschen Meisterschaft abzubringen. Dennoch legten die Schwaben gut los, stellten eine sehr gute Abwehr und belohnten sich durch Tore von Jona Schoch und Tim Grüner (Siebenmeter) mit einer 2:1-Führung (4. Minute). Doch die Konsequenz in der Deckung ließ nach, zudem brachten im Tor des HBW weder Mohamed El-Tayar noch Mario Ruminsky ihre Hände an den Ball. Besonders Spielmacher Felix Claar, dessen Vertragsverlängerung bis 2028 der SCM vor de Spiel bekannt gegeben hatte, und der überragende Omar Ingi Magnusson bereiteten den Schwaben nun ganz massive Probleme.

 

Magdeburg unfassbar effektiv

Und weil die sich in der Offensive nun satte sieben torlose Minuten leisteten, wendete der Favorit das Blatt nicht nur, sondern setzte sich auf 6:2 ab. Auch in der Folge leistete sich der HBW im Angriff zu viele Fehler – und die bestraften die Gastgeber knallhart – und vor allen Dingen effizient, lange Zeit stand ihre Erfolgsquote bei 100 Prozent. Nachdem Matthias Musche das 10:4 für den Tabellenführer erzielt hatte (13.), zog HBW-Coach Tobias Hotz die Auszeit, forderte von seinen Spielern dieselbe Energie, die sie in der Anfangsphase an den Tag gelegt hatten und versuchte das Manko in der Offensive mit sieben Angreifern auszumerzen. Das gelang mit durchwachsenem Erfolg.

7:6 mit durchwachsenem Erfolg

Zwar erspielten sich die Gäste nun wieder klarere Möglichkeiten und beteiligte sich auch wieder intensiver am Torewerfen, allerdings schluckten sie nach Ballverlusten auch den einen oder anderen einfachen Treffer. Es war beeindruckend, wie zielstrebig der designierte Meister den nächsten Schritt zum Titel machen wollte. Musche brachte mit dem 22:12 ins verwaiste Tor gar zehn Treffer Differenz zwischen die beiden Mannschaften. Und nachdem Grahovac auf 13:22 verkürzt hatte, geschah Ungeheuerliches – Albin Lagergren leistete sich als erster SCM-Spieler einen Fehlwurf und HBW-Keeper Ruminsky durfte für sich die erste Parade beanspruchen.

Favorit ist nicht zu stoppen

Nach dem Seitenwechsel hielt der HBW zumindest Schritt – bis zur Grüners 19:28. Dann brachen bei den Schwaben die Dämme. Magdeburg zog mit einem 7:1-Zwischenspurt bis zur 45. Minute auf 35:20 davon und jubelte am Ende über einen 43:29-Erfolg. „Wir lassen einfach zu viele Bälle liegen, und dann rollt eben der D-Zug des SC Magdeburg, den wir nicht gestoppt bekommen“, lautete das Fazit von HBW-Coach Hotz.

Am kommenden Mittwoch ist der HBW beim TBV Lemgo (Anpfiff: 19 Uhr) noch einmal auswärts gefordert, ehe das Saisonfinale am Sonntag darauf in der Balinger Sparkassen-Arena gegen den HSV Hamburg (16. 30 Uhr) steigt.

Statistik

SC Magdeburg: Hernandez Ferrer (1), Aggefors; Musche (9), Claar (3), Kristjansson (1), Pettersson (4), Smarason (2), Magnusson (10/3), Hornke, Weber (2), Lagergren (2), Mertens, Saugstrup (4), O’Sullivan, Damgaard (3), Bergendahl (2).

HBW Balingen-Weilstetten: El-Tayar, Ruminsky; Grahovac (2), Vistorop (2), Leimeter (2), Huber (4), Ingason (1), Danner (1), Grüner (7/3), Hildenbrand (4), Müller (3), Schoch (1), Locher (2), Saueressig.