Mit sechs Treffer in der ersten Halbzeit der überragende Goalgetter beim HBW: Vladan Lipovina. Foto: Kara

Große Erleichterung beim Handball-Bundesligisten HBW Balingen-Weilstetten: In einem frühen Schlüsselspiel gab es einen 28:26-Erfolg gegen Hannover-Burgdorf.

Spiel, Spaß und Spannung – genau das hatten die Fans des Handball-Bundesligisten HBW-Balingen-Weilstetten am Samstag beim Heimspiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf, ohne dass sie zuvor ein Schokoladen-Ei samt gefülltem Plastik-Dotter aus der Alu-Folie pellen mussten. Mit einem 28:26 (16:13) feierte das Team von Trainer Jens Bürkle seinen zweiten Sieg in dieser Saison.

Rassiges Match

Das war mal richtig rassig, was sich der HBW und die Gäste aus Hannover am Samstag vor offiziell 1646 Zuschauern in der Balinger Sparkassen-Arena geliefert haben. Matchwinner für die "Gallier von der Alb", die im Vergleich zu den jüngsten Niederlagen in der Liga und im DHB-Pokal deutlich emotionaler und handfester auftraten, war Torhüter Simon Sejr – und das nicht nur, weil er im Duell mit TSV-Torhüter Urban Lesjak mit 12:6 Paraden klar die Nase vorn hatte. Entscheidend war, dass sich der dänische Neuzugang im Kasten der Balinger beim Stand von 27:25 einen Wurf bei einem Tempo-Gegenstoß von Filip Kuzmanovski den Ball schnappte. Zuvor war der bestens aufgelegte HBW-Spielmacher Björn Zintel ausgerutscht und hatte den Ball verloren. Danach sorgte Lukas Saueressig mit dem 28:25 für die Entscheidung, der Treffer des besten TSV-Schützen Ivan Martinovic zum 28:26-Endstand hatte nur noch statistischen Wert.

Auf der Kippe

Es war eine ganz kippelige Nummer zwischen den beiden Teams, die nicht so prächtig in die Runde gestartet waren, beiden war der Druck des mauen Saisonauftakts anzumerken – zunächst vorrangig dem HBW. Es waren noch keine zwei Minuten gespielt, da führte Hannover-Burgdorf mit 3:0. Lipovina setzte beim 5:5 den Ausgleich, Zintel und Daniel Ingason sorgten mit einem Doppelschlag für eine 10:8-Führung.

HBW behält den Mut

Zur Pause lagen die Hausherren mit 16:13 in Front, legten danach durch Tim Nothdurft, der eine überragende Abschluss-Quote hatte, und Moritz Strosack gar auf 18:13 vor. Aber die Niedersachsen schlugen zurück. Nach einer Auszeit des ehemaligen Nationaltrainers Christian Prokop setzten sie auf eine 3:2:1-Verteidigung und vier Treffer in Serie. Johan Hansen netzte zum 18:17 (37.). Der HBW aber behielt den Mut, steckte auch einige Fehler – in dieser Hinsicht schenkten sich die Teams nichts – gut weg und brachte den Vorsprung, den Zintel mit dem 27:24 drei Minuten vor Schluss schon komfortabel aussehen ließ, ins Ziel.

"Die Ruhe behalten"

"Ich bin sehr zufrieden. Nach diesem Start mit 0:3 war es mir schon ein bisschen anders. Aber die Mannschaft hat dann schon etwas verändert im Vergleich zu den letzten Wochen. Sie ist besser drangeblieben, hat nicht versucht, die Sachen in drei Minuten zu drehen, sondern hat ihre Dinge konsequent weitergemacht. Nach und nach haben wir Kontrolle über das Spiel bekommen. Und auch die Ruhe behalten, als es eng wurde", so HBW-Trainer Bürkle.