OB Björn Zintel und der HBW den nächsten großen Wurf landen? Foto: Kara

Der Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga rückt für den HBW Balingen-Weilstetten in greifbare Nähe. Ein Sieg in Berlin am Samstag wäre wohl der entscheidende Schritt.

Mit einem Sieg über die HSG Wetzlar hat Handball-Bundesligist HBW Balingen am Mittwoch einen großen Schritt zum Klassenerhalt gemacht. Am Samstag will das Team bei den Füchsen Berlin (20.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle) alles klarmachen.

Dreimal muss der HBW in dieser Saison noch ran, drei Punkte beträgt der Vorsprung der Mannschaft von Trainer Jens Bürkle in der Crunch-Time dieser Spielzeit auf die Abstiegsplätze. Am Mittwochabend sorgten die Schwaben mit einem 30:28-Heimsieg über die HSG Wetzlar für ein Drei-Punkte-Polster auf die vier Abstiegsränge, weil die Eulen Ludwigshafen zeitgleich beim SC Magdeburg mit 29:37 untergingen.

Euphorie des Trainers hält sich in Grenzen

Dennoch hält sich die Euphorie bei HBW-Trainer Jens Bürkle in Grenzen. "Wir haben das gegen Wetzlar gut gemacht, aber wir brauchen noch einen Sieg, um wirklich sichergehen zu können. Deshalb wollen wir in Berlin gewinnen", so Bürkle. Seine Mannschaft lieferte gegen Wetzlar – die Mittelhessen stehen im sicheren Mittelfeld und hatten am Mittwoch große personelle Probleme – eine starke Leistung ab. Zwar lagen sie in der letzten Minute der ersten Halbzeit noch mit 14:17 im Hintertreffen, schlugen aber noch vor dem Pausensignal mit zwei Treffern zurück und legten nach dem Seitenwechsel mit einem 3:0-Lauf auf 19:17 vor. "Das war die entscheidende Phase. Wir sind gut aus der ersten Halbzeit raus- und klasse in die zweite reingekommen. Obwohl es beim 20:20 noch einmal hätte kippen können und sehr viel auf dem Spiel stand, hat die Mannschaft die Aufgabe sehr entspannt gelöst. Am Ende hat sich bezahlt gemacht, dass wir mehr Kraft und den größeren Willen hatten", sagt Bürkle. Er muss mit Kristian Beciri (Hüftprellung) und Fabian Wiederstein (muskuläre Probleme im Oberschenkel) in Berlin wohl auf zwei weitere Stammkräfte verzichten – neben den langzeitverletzten Marcel Niemeyer (Fuß-OP) und James Junior Scott (Knöchel-OP) sowie Keeper Vladimir Bozic (Wadenverletzung). "Wir wollen bei ihnen im Hinblick auf das Heimspiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf in der kommenden Woche kein unnötiges Risiko eingehen."

Am Kreis bekommt neben Youngster Tobias Heinzelmann, der gegen Wetzlar eine ganz starke Leistung zeigte, Lars Röller aus der zweiten Mannschaft seine Chance. "Es wird in diesem Spiel auf die Einstellung und die körperliche Frische ankommen", sagt Bürkle. Zwar hatte er mit seiner Mannschaft einen Tag mehr Zeit, sich auf den Gegner vorzubereiten – Bürkle: "Wir haben aufgrund der Belastung die Intensität rausgenommen. Jeder durfte am Donnerstag das machen, was passt" –, dafür haben die Schwaben das Problem der langen Auswärtsfahrt, die sie am Freitagmittag nach einem lockeren Abschlusstraining antreten.

"Berlin hat eine Top-Mannschaft"

Die Füchse Berlin mussten im Frühjahr eine derbe Hängephase durchmachen, haben sich inzwischen aber wieder stabilisiert, feierten fünf Siege in Serie und brauchen als Fünfter der Tabelle (44:24 Punkte) nur noch einen Zähler, um in der kommenden Saison im internationalen Geschäft dabei zu sein.

"Berlin hat eine Top-Mannschaft. Paul Drux, Fabian Wiede und Jacob Holm sind im 1:1 sehr gut, mit Lasse Andersson und Marko Kopljar haben die Füchse gute Schützen im Rückraum. Wir müssen gut angreifen, um ihnen die Dominanz im Konterspiel zu nehmen", sagt Bürkle.

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