In der ersten Halbzeit hatte der HBW – links Daniel Ingason, rechts Moritz Strosack – Probleme mit Per Oke Kohnagel und dem Underdog aus Rostock Foto: /Dennis Duddek/Eibner Pressefoto

Am Mittwochabend hat Handball-Zweitligist HBW Balingen-Weilstetten zwei Gesichter gezeigt. Der Tabellenführer bezwang nach einer schwachen ersten Halbzeit Kellerkind HC Empor Rostock noch klar mit 31:23 (12:13).

Am Mittwochabend hat Handball-Zweitligist HBW Balingen-Weilstetten zwei Gesichter gezeigt. Der Tabellenführer bezwang nach einer schwachen ersten Halbzeit Kellerkind HC Empor Rostock noch klar mit 31:23 (12:13).

Gedenken an Rolf Brack

Es war ein denkwürdiger Abend in der fast ausverkauften Sparkassen-Arena. Bevor die Partie angepfiffen wurde, erinnerte der Hallensprecher an die Verdienste des am Montag überraschend verstorbenen Dr. Rolf Brack. Der „Handball-Professor“ hatte den Verein in die erste Bundesliga geführt und dort bis zu seinem Abschied Ende 2013 gehalten. Auch danach ist er gefühlt ein „Gallier“ geblieben. Im Januar betreute er gemeinsam mit Markus Baur das Team „Martin Strobel“ bei dessen Abschiedsspiel.

HBW im Trauerflor

Die in Trauerflor spielenden Hausherren mussten ohne Regisseur Filip Vistorop auskommen, der beim Warmmachen signalisiert hatte, dass er aufgrund seiner langwierigen Verletzung noch nicht mitmachen könne. Und sie fanden auch überhaupt nicht ins Spiel. Die Rostocker, denen ihr neuer Coach Nikolaj Andersson Geduld im Angriff und Stabilität in der 6:0-Abwehr verordnet hatte, sahen überhaupt nicht wie ein potenzieller Absteiger aus. Sie leisteten sich kaum einen Fehler und ließen den beiden HBW-Keepern keine Chance. Nur zwei Paraden verzeichnete Simon Sejr vor der Pause, beide waren gehaltene Siebenmeter.

Gäste legen auf 13:9 vor

Beim 2:1 durch Jens Schöngarth lag der HBW zum einzigen Mal in der ersten Spielhälfte vorne. In der 9. Minute führten die Hansestädter bereits mit 6:2, was Trainer Jens Bürkle zum Anlass nahm, neues Personal zu bringen. Aber auch die neuen Kräfte verloren mehrfach unnötig den Ball, weshalb Bürkle in der 13. Minute seine Jungs zur Extrabesprechung an die Seitenlinie holte und versuchte sie wachzurütteln. Mit bescheidenem Erfolg allerdings. Zwar kamen die Schwaben zwischendurch mal auf zwei Tore heran, aber die Rostocker nutzten nach einer Zeitstrafe gegen Tobias Heinzelmann ihre Überzahl zum 13:9. In der etwas hektischen Schlussphase wirkte der HBW ein bisschen glücklicher und kam vor dem Pausenpfiff zum 12:13-Anschlusstreffer.

Bürkle findet in der Pause wohl klare Worte

In der Kabine dürften Bürkles Worte seine Spieler endlich erreicht haben. Denn sie kamen wie verwandelt zurück. Plötzlich packte die Abwehr zu, Sejr hielt Bälle und vorne wurde aufs Tempo gedrückt. Mit einem 8:0-Lauf bis zur 37. Minute drehte der HBW das Spiel komplett. Nachdem Moritz Strosack bei einem seiner Konter seinen achten Treffer erzielt hatte, durfte er sich auf der Bank ausruhen. Tim Hildenbrand nahm seine Position auf dem rechten Flügel ein. Auch dem siebenfachen Torschützen Daniel Ingason gönnte Bürkle einen frühen Feierabend. Einer seiner Nachfolger war Mika Schüler aus dem Perspektivkader. Patrick Volz löste in der 42. Minute Oddur Gretarsson auf Linksaußen ab.

Rochaden nach 22:15-Führung

Beim Stande von 22:15 konnten sich die „Gallier“ diese Personalrochaden wahrlich leisten. Heinzelmann stellte bei seinem Gegenstoß zum 27:17 den Zehn-Tore-Abstand her. Dieser hielt nicht ganz bis zum Schluss, trotzdem gelang dem HBW dank einer enormen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit ein deutlicher 31:23-Erfolg. „Das war eine ganz andere Mannschaft auf dem Feld“, sagte Bürkle, den der Tode seines ehemaligen Trainers und Mentors sehr mitgenommen hat: „Vielleicht habe ich am Anfang nicht die richtigen Worte gefunden. Das haben wir in der Halbzeit korrigiert.“

Statistik

HBW Balingen-Weilstetten: Sejr (11.-60., 9 P.), Ruminsky (1.-11.); Strosack (8), Ingason (7), Gretarsson (4/2), Schoch (3), Heinzelmann (2), Huber (2), Volz (2), Hildenbrand (1), Schöngarth (1), Schüler (1), Beciri, Linhares, Saueressig, Danner (n.e.).

TUSEM Essen: Wetzel (1.-37., 4 P.), L. Mehler (37.-60., 4 P.); Aukstakalnis (4), Völzke (3), Wilhelm (3), Witte (3), Schmidt (3/2), Schütze (2), Zimmer (2), Lössner (1), Kohnagel (1), D. Mehler (1), Sveinsson, Zemlin.

Zeitstrafen: Heinzelmann, Ingason – D. Mehler, Völzke.

Nächstes Spiel: TUSEM Essen - HBW Balingen-Weilstetten, Sonntag, 26. März, 17 Uhr, Sporthalle am Hallo, Essen.