Fünf Spieler holte der HBW Balingen-Weilstetten vor der Saison an Bord. Gallier-Coach Matti Flohr hat uns seine detaillierte Sicht auf die Neuzugänge verraten.
Die Saison in der 2. Handball-Bundesliga ist gerade mal acht Spieltage alt.
Insbesondere im Rückraum haben die Gallier einen großen personellen Umbruch vollzogen.
Alle Neuzugänge haben jedoch voll eingeschlagen. Viel Lob gibt es auch für die Eigengewächse Till Wente und Bennet Strobel.
Yonatan Dayan hat bereits 23 Assists gesammelt
Der 25-jährige Israeli ist ein Top-Neuzugang. Das bestätigt uns sein Trainer Matti Flohr: „Yonatan hat in der Vorbereitung sehr lange gebraucht, um richtig fit zu werden. Er zeigt jetzt seine Qualitäten. Er leitet unser Angriffsspiel hervorragend. Er trifft sehr gut Entscheidungen, ist ein sehr cleverer spielintelligenter Handballer, der trotzdem auch über einen sehr schnellen Schritt verfügt. Ihm gelingt es immer den Ball laufen zu lassen im Angriffsspiel.“ Da habe er noch mal einen Schritt nach vorne gemacht. Er sei im Moment absolut der Dreh- und Angelpunkt im HBW-Angriffsspiel, so Flohr.
Merlin Fuß kann auch Rückraum Mitte spielen
Der ebenfalls 25-Jährige kam vom HSC 2000 Coburg nach Balingen und musste auch als Spielmacher ran.
„Er hat es in der Vorbereitung ganz hervorragend gemacht, hatte jetzt in der Runde so ein bisschen Anlaufschwierigkeiten. Jetzt ist er gerade richtig in Tritt gekommen, hatte in den jüngsten Partien gezeigt, was für eine Dynamik in ihm steckt, was für eine hohe Spielintelligenz. Es ist für ihn tragisch, dass jetzt, wo er gerade dabei ist so richtig sein Potenzial zu entfalten, er durch eine komplizierte Ellenbogenverletzung eingebremst wird. Er wird wieder zurückkommen und da anknüpfen, wo er in den jüngsten Partien aufgehört hat. Im Rückraum ist er ein Top-Neuzugang.“
Georg Pöhle wurde in den Mannschaftsrat berufen
Mit 31 Jahren ist Gregor Pöhle der erfahrenste Neuzugang. Nicht nur deswegen entschied sich Matti Flohr dafür ihn in den Mannschaftsrat zu berufen: „Top, ich bin sehr zufrieden mit ihm. Er ist auch ein sehr intelligenter Handballer mit dem ich mich sehr viel austausche. Er macht sich viele Gedanken über das Angriffsspiel und den Handball im allgemeinen. Er kennt die Liga in- und auswendig. Vor allem in der Abwehr ist er der Spieler, der Spielzüge bereits liest, bevor der Gegner sie überhaupt spielt.“
In den letzten Spielen habe er gezeigt, wie clever, aber auch hart er verteidigen könne. „Er ist ganz wichtig für unser Abwehrbollwerk. Darüber hinaus zeigt er im Angriff mehr als nur seine Shootingqualitäten. Er hat immer wieder gute Kooperationen zum Kreis und Außen, da sind wir mit ihm Mex Raguse und Till Wente auf Rückraum links sehr variabel aufgestellt. Er ist auf Anhieb eine Säule in der Mannschaft geworden. Das passt.“
Mex Raguse ist ein absoluter Profi und ein Modellathlet
Der 25-jährige gebürtige Berliner ist ein Torgarant. Aufgrund von vielen Verletzungen war das letzte Jahr bei den Eulen Ludwigshafen für ihn schwierig. Beim HBW ist er in der ersten Saisonphase schon eine echte Säule. „Wir haben aber damals schon gesagt, wie glauben an ihn. Er ist auf dem Weg einer der besten Rückraumlinken in dieser Liga zu sein und zu werden.“
Das stelle er auch immer wieder unter Beweis, so Flohr. „Mex Raguse ist ein absoluter Gewinn für unser Angriffsspiel, für unsere Mannschaft – einfach von der Ästhetik, wie er Handball spielt, was er alles drauf hat, das ist schon stark. Er ist ein starker Eins-gegen-eins-Spieler, er ist ein starker Shooter, er kann genauso mit seinen Mitspielern kooperieren. Zudem ist er ein absoluter Profi und ein Modellathlet, der sich unglaublich viel mit Handball beschäftigt. Dank unserer medizinischen Abteilung ist er topfit in die Saison gegangen. Auf ihn habe ich mich persönlich auch sehr gefreut, als er sich damals für den HBW entschieden hat, er erfüllt auch genau diese Erwartung.“
Stefan Bauer ist ein respekteinflößender Abwehrspieler
„Er ist der Konterpart zu Georg Pöhle in unserem Abwehrbollwerk. In der Abwehr gibt er uns unglaublich viel Aggressivität. Er ist ein echter Gallier, der in guter alter Tradition auch Härte ausstrahlt und durch körperliche Präsenz glänzt. Was mich besonders freut ist, da er in den vergangenen Jahren oft auf das Abwehrspiel reduziert wurde, dass er jetzt bei uns immer besser im Angriffsspiel ankommt. Wir mussten viel arbeiten, um ihn da wieder an seine Kreisläuferqualitäten ranzubringen. Und das freut mich sehr, dass er da von Woche zu Woche immer stärker wird.“
Zwei Eigengewächse
Hinzu kommen mit Till Wente und Bennet Strobel zwei Eigengewächse. „Sie hatten ja in der Vorsaison bereits ihre Einsätze. Jetzt sind die fest im Kader. Das sind zwei junge Wilde aus unserer Junggallierschmiede.“ Sie bekämen zunehmend größere Rollen.
„Till konnte die gesamte Vorbereitung mitmachen. Bennet hat ja die WM gespielt, so war es bei ihm etwas zeitversetzt. Sie sind da, wenn wir sie brauchen. Beide saugen jeden Hinweis auf und sind unheimlich ehrgeizig“, so Flohr. abschließend.