Der HBW plant den Bau einer Sporthalle, die schwerpunktmäßig der Nachwuchsförderung dient.
Sie steht schon seit einiger Zeit im Raum: die Idee einer sogenannten „Gallier“-Schmiede, in der dem Handball-Nachwuchs bessere Trainingsbedingungen geboten werden können.
Freilich ist das Projekt Hallenbau, zumal in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, ein ambitioniertes. Der HBW möchte es deshalb zusammen mit einem weiteren Verein aus der Eyachstadt realisieren, dem ebenso wie den Handballern sehr daran gelegen ist, die Trainingsbedingungen seiner Sportler zu optimieren.
Bereits seit vielen Jahren wartet die Turnabteilung der TSG Balingen auf die dringend benötigte Schnitzelgrube. Im Zuge des gemeinsamen Projekts soll der langgehegte Wunsch nun Wirklichkeit werden.
75 mal 45 Meter
Um den entsprechenden Anforderungen Rechnung tragen zu können, ist geplant, auf dem Balinger Messegelände eine Sporthalle mit einer Fläche von zirka 75 mal 45 Metern zu errichten. „Es ist eine große Halle“, ließ Baudezernent Michael Wagner in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses wissen. „Die Grundfläche, die dafür benötigt wird, ist sogar noch etwas größer als die der Messehalle“, bemühte er ein Beispiel. Infrage komme deshalb wohl nur ein Standort auf einem städtischen Grundstück.
Im südlichen Bereich des Messegeländes befindet sich der Verkehrsübungsplatz. Sollte das Projekt realisiert werden, würde dieser teilweise entfallen. Allerdings, gab Michael Wagner zu bedenken, habe er in seiner jetzigen Form ohnehin nicht mehr dieselbe Bedeutung wie in der Vergangenheit. „Wir halten diesen südlichen Bereich deshalb für einen geeigneten Standort für den Hallenbau“, erklärte er.
Da Teile des Messegeländes inzwischen als Überflutungsgebiet ausgewiesen sind, wurde darauf geachtet, dass sich das Baufenster außerhalb dieses Bereichs befindet. Die verkehrliche Erschließung der Halle soll über die Straße Auf Stetten und über das Messegelände erfolgen. Möglich sei ein weiterer fußläufiger Zugang vom Fuß- und Radweg her, die Anfahrt mit Rettungsfahrzeugen sei gewährleistet.
Kein Sport bei Großveranstaltungen
Was hingegen nicht funktioniere, sei die Nutzung der Halle bei Großveranstaltungen. Während diese stattfinden, müsse der Sportbetrieb pausieren. „Aber das haben wir mit den Vereinen bereits besprochen“, erklärte der Baudezernent, der weiter betonte: „Die Funktionalität des Geländes für Veranstaltungen geht dadurch nicht verloren. Auf der verbleibenden Fläche können problemlos noch 15.000 Besucher untergebracht werden.“
Auf die lange Bank geschoben werden soll das Projekt indes nicht. „Die Vereine möchten möglichst noch in diesem Jahr mit dem Bau beginnen. Wir schaffen deshalb ein Planungsrecht, überlassen es allerdings ihnen, ob sie das Angebot annehmen.“ Allerdings, gab Michael Wagner zu bedenken, „sollten wir jetzt frühzeitig ins Verfahren einsteigen.“
Wie Oberbürgermeister Dirk Abel erklärte, sei er sowohl mit den Geschäftsführern des HBW als auch mit den Verantwortlichen der Turnerinnen in Kontakt gewesen. Und diese könnten es sich aus Vereinssicht gut vorstellen, dass die Halle auf diesem Platz entsteht.
Rege Diskussion
Für Markus Wochner (Freie Wähler) war jedoch unter anderem die Standortfrage ein Punkt, über den noch ausführlicher gesprochen werden sollte. „Ein Aufstellungsbeschluss ist eine politische Willenserklärung, die wir abgeben“, konstatierte er. Natürlich sei es wichtig, die Vereine zu unterstützen. „Das treibt uns alle um“, betonte er. Jedoch seien die abgegebenen Informationen aus seiner Sicht noch nicht ausreichend.
Für ihn seien weder die Alternativen hinreichend dargestellt, noch der Plan strategisch ausgereift. Bedenken äußerte er auch bezüglich einer möglichen anderen Nutzung des Messegeländes in der Zukunft. „Dem Aufstellungsbeschluss werde ich heute deshalb nicht zustimmen“, kündigte er an.
Wie Dirk Abel erklärte, sei vonseiten der Vereine bis zur Sitzung allerdings nicht der Wunsch nach einem anderen Standort an die Verwaltung herangetragen worden. „Die Chance dazu wäre heute dagewesen“, betonte er.
Frage der Feuerwehrzufahrt klären
Grundsätzlich vorstellen kann sich den Platz auf dem Messegelände Dr. Dietmar Foth (FDP). Allerdings müssten dabei im Vorfeld noch Erschließungsfragen wie etwa die Feuerwehrzufahrt geklärt werden. „Die Endinger Variante scheint mir allerdings die bessere zu sein. Und das lässt mich noch zögern“, ließ er wissen.
Dass jeder Standort Vor- und Nachteile habe, bestätigte Michael Wagner. Das Grundstück in Endingen biete allerdings zu wenig Platz für eine Schnitzelgrube. Trotzdem wollte auch Dietmar Foth sich noch nicht vor dem Votum des Ortschaftsrats Endingen, der am 19. Januar tagt, festlegen.
Ein gewisses „Bauchgrummeln“, was die Rettungswege am Standort Messegelände betrifft, hat Angela Godawa (SPD), während David Seeg (Freie Wähler) unter anderem eine Prüfung der Geologie im Bereich des Baufensters anregte.
Gemeinderat entscheidet am 27. Januar
Etwas „überrascht, dass die Diskussion in diese Richtung geht und man nun wieder beginnt, um die Varianten zu streiten“, zeigte sich Klaus Hahn (CDU). Man habe kein Signal der Vereine erhalten, „dass der Standort Messegelände infrage gestellt wird.“ Auch wenn die Zufahrt nicht optimal sei, sei dieser für ihn „eine plausible Lösung“, erklärte er und machte deutlich: „Wir müssen das jetzt zeitnah angehen. Die Vereine brauchen die Halle dringend.“
Obwohl auch Michael Wagner an das Gremium appellierte, „jetzt in das Verfahren mit offenem Ausgang einzusteigen“, war die Anzahl der Einwände so hoch, dass Abel einen Vorschlag machte: Um die Bedenken auszuräumen, werde man gemeinsam mit Feuerwehr und Rettungskräften die Situation vor Ort prüfen. Am 27. Januar soll dann der Gemeinderat entscheiden.