HBW-Co-Trainer Matti Flohr (links) und Chefcoach Jens Bürkle sahen am Donnerstagabend in Wetzlar eine verdiente Niederlage ihrer Mannschaft. Foto: Kara

Die deutliche 21:33-Niederlage des HBW Balingen-Weilstetten am Donnerstagabend in Wetzlar war – auch in der Höhe – absolut verdient. Jens Bürkle und sein Trainerteam werden bis zum nächsten Spiel gegen FrischAuf Göppingen viel aufzuarbeiten haben.

Nach dem Ende der ersten Halbzeit hatte man aus Sicht des HBW Balingen-Weilstetten die Hoffnung auf ein Comeback noch nicht aufgeben müssen. Trotz des 12:17-Rückstands und einer mäßigen Leistung in den ersten 30 Minuten waren die Gäste noch im Spiel – und die HSG Wetzlar wirkte alles andere als unbesiegbar. Doch statt nochmals zum großen Angriff zu blasen, mussten sich die Balinger im zweiten Durchgang deutlich geschlagen geben. "Wir haben dann komplett die Kontrolle verloren, zu viele Fehler gemacht und Wetzlar zu einfachen Toren eingeladen. Das darf uns so nicht passieren", lautete das enttäuschte Fazit von Spielmacher Björn Zintel nach der Partie.

Ernüchternde Analyse

Auch HBW-Coach Jens Bürkles Analyse fiel kurz nach Spielende ernüchternd aus: "Wir müssen die HSG zu Punkten beglückwünschen, die mehr als verdient waren. Das war heute ein extrem chaotisches Spiel, ohne dass eine der beiden Mannschaften viel dafür konnte. Wir haben es nicht geschafft, den Kopf zu behalten und sind in eine wirklich schlechte Leistung abgedriftet, indem wir viele technische Fehler gemacht haben", nahm der 41-Jährige kein Blatt vor den Mund. "Wetzlar hat das heute besser gemacht als wir. Mehr kann man dazu nicht sagen."

"Schwierig zu coachen"

Auch für HSG-Trainer Benjamin Matschke bestand kein Zweifel daran, dass sein Team am Donnerstagabend als verdienter Sieger vom Feld gegangen war: "Es war heute sehr schwierig zu coachen, weil wir zu Beginn überhaupt nicht in unseren Rhythmus gekommen sind und zu viele Strafen kassiert haben. Aber wir haben uns dann im Laufe des Spiels stabilisiert, eine sehr gute Abwehr gestellt und Balingen so zu Fehlern gezwungen. Das war der Grundstein für diesen Erfolg heute."

HBW bleibt auf Rang 16

Trotz der neunten Saisonniederlage bleibt der HBW in der Tabelle zunächst noch auf Rang 16 – vor der GWD Minden und dem TVB Stuttgart. Allerdings haben die Stuttgarter, die noch zwei Partien weniger absolviert haben, am Sonntag die Chance, die Gallier mit einem Heimsieg über die Füchse aus Berlin wieder auf einen Abstiegsplatz zu befördern.

Derby vor der Brust

Das Team von Jens Bürkle hat am kommenden Wochenende spielfrei, bevor man am Donnerstag FrischAuf Göppingen zum Derby in der Sparkassen-Arena empfängt. Eine Woche Zeit also, um die deutliche Pleite in Wetzlar aus den Köpfen zu bekommen. Entsprechend lautete die Ansage von Björn Zintel unmittelbar nach der vergangenen Partie: "Das Spiel gilt es für uns möglichst schnell abzuhaken. Wir haben ein Derby in unserer Halle vor der Brust, da geht es wieder um zwei Punkte. Da wollen wir natürlich alles reinwerfen, um die Punkte bei uns zu behalten."