Tim Ruggiero-Matthes schlug für den HBW siebenmal zu. Foto: Beytullah Kara

Im letzten Heimspiel des aktuellen Kalenderjahres holt der HBW Balingen-Weilstetten gegen die Gäste vom Dessau-Roßlauer HV einen 36:30 (19:16)-Heimsieg.

Ziemlich herzlich wurde im Vorfeld des Topspiels zwischen einigen Akteuren des HBW Balingen-Weilstetten und des Dessau-Roßlauer HV miteinander umgegangen. Mika Schüler, der in der vergangenen Saison noch das Trikot der „Gallier“ trug, wurde nahezu von der ganzen Mannschaft des HBW an seiner alten Wirkungsstätte umarmt.

 

Als jedoch der Anwurf-Pfiff der Schiedsrichter Julian Fedtke und Niels Wienrich um 17 Uhr erfolgte, ruhte die Freundschaft mit ihrem ehemaligen Teamkameraden.

Ohne großes Abtasten legten beide Mannschaften los wie die Feuerwehr und drückten von Beginn an – wie schon in Hagen – aufs Tempo. Die schnelle 2:0-Führung der Hausherren durch Yonata Dayan und Csaba Leimeter egalisierten die Gäste in den folgenden zwei Angriffen.

Hohes Tempo zu Beginn

Zwei Außen-Tore und eine Rückraumfackel von Georg Pöhle sorgten zwar erneut für eine Führung der Hausherren, doch die Gäste zeigten sich im Angriffsspiel variabel und sorgten mit geschickten Kreuzungen immer wieder für Räume, die besonders Fritz-Leon Haake für sich nutzen konnte.

Sorgenfalten bei Matti Flohr

Nach etwas mehr als 14 gespielten Minuten wurde ein 10:10 in der Mey-Generalbau-Arena notiert, und die Sorgenfalten von HBW-Cheftrainer Matthias „Matti“ Flohr wurden größer. In der Abwehr bekamen seine Schützlinge weiterhin nicht den Zugriff, den er sich wünschte. Zudem monierte er, dass man bei Abprallern nicht die nötige Aufmerksamkeit walten ließ.

Sascha Pfattheicher eiskalt

Erst gegen Ende des ersten Durchgangs konnten sich die Gastgeber etwas absetzen. Mit dafür verantwortlich war HBW-Toptorschütze Sascha Pfattheicher, der von der Siebenmeter-Strafwurfmarke eiskalt blieb und die ersten vier Versuche souverän versenkte. So wurden beim Stand von 19:16 die Seiten gewechselt.

Wer im zweiten Abschnitt dachte, dass die Gäste, die lediglich mit neun Feldspielern angereist waren, kräftemäßig einbrechen würden, wurde eines Besseren belehrt. Die Akteure des Dessau-Roßlauer HV blieben äußerst hartnäckig am Tabellenzweiten dran. Nach 38 gespielten Minuten brachte Tim Maximilian Hertzfeld die Gäste auf 21:23 heran, ehe die „Gallier“ mit einem 4:2-Lauf Gästecoach Vanja Radic zu einer Auszeit zwang.

Dessau agierte nach seiner Ansprache nun mit Sieben-gegen-Sechs. Dies stellte die Abwehr der Gastgeber allerdings nur kurzzeitig vor Probleme. In der Folgezeit leisteten sich die Gäste zu viele Abspielfehler, die der HBW Balingen-Weilstetten eiskalt mit „Empy-Net-Goals“ bestrafte.

Fünf Tore Vorsprung

So war das Spiel dreieinhalb Minuten vor dem Ende gelaufen, als Sascha Pfattheicher auf 33:27 stellte. Am Ende durften die Schützlinge von Matti Flohr ein 36:30-Heimsieg feiern, der für das Topspiel am kommenden Samstag bei der SG BBM Bietigheim das nötige Selbstvertrauen geben dürfte. Abwehrspezialist Stefan Bauer wird den „Galliern“ allerdings auch dort fehlen, was das Unterfangen nicht einfacher machen dürfte.

HBW Balingen-Weilstetten – Dessau-Roßlauer HV 36:30 (19:16)

HBW Balingen-Weilstetten: Rebmann (1 Parade), Nagy (12 P.) – Ruggiero-Matthes (7), Raguse (1), Huber (2), Strobel, Bänsch (n.e.), Grüner (n.e.), Wente, Milosavljevic (n.e.), Fügel (2), Heinzelmann (7), Pfattheicher (10/5), Dayan (3), Leimeter (2), Pöhle (2).

Dessau-Roßlauer HV: Patzwaldt (2 P.), Ambrosius (9 P.) – Gonschor (4), Fritz-Leon Haake (6), Carl-Phillip Haake, Powarzynski (6), Baumgart, Schüler (2/1), Danneberg (3), Hertzfeldt (4), Pust (5).

Zeitstrafen: 1/5.

Siebenmeter: 5/5 – 2/5.

Zuschauer: 2350 (ausverkauft).