Der HBW Balingen-Weilstetten unterliegt in der 2. Handball-Bundesliga im Fehler- und Zeitstrafen-Festival dem 1. VfL Potsdam mit 27:28 (14:13).
Die Anspannung vor dem Topspiel zwischen dem HBW Balingen-Weilstetten und dem 1. VfL Potsdam am Samstagabend in der Balinger Mey-Generalbau-Arena war deutlich zu spüren. Beiden Mannschaften war die Bedeutung dieser Partie bewusst und dementsprechend fokussiert, aber auch durchaus nervös gingen die Akteure auf beiden Seiten zu Werke.
In den ersten drei Angriffen fabrizierten die beiden Teams jeweils technische Fehler, sodass die Gäste erst nach etwas mehr als zwei gespielten Minuten das erste Tor der Partie erzielen konnten.
Im Gegenzug meldete Georg Pöhle die Hausherren an und sorgte mit einem Rückraumkracher für den Ausgleich. Mit fortlaufender Spielzeit entwickelte sich die Begegnung mehr und mehr zu einer Abwehrschlacht, sodass es mehrere Zeitstrafen hagelte.
Wenig Ideen
Doch auch mit einem Spieler weniger auf dem Feld wusste das jeweils gegnerische Mannschaft nicht allzu viel anzufangen. So war es nicht verwunderlich, dass sich keines der beiden Teams entscheidend absetzen konnte. Positiv wurde beim Ertönen der Halbzeitsirene notiert, dass Tim Ruggiero-Matthes sechs seiner sieben Wurfversuche souverän versenkt hatte und dass sich Daniel Rebmann im Tor des HBW mit zwei gehaltenen Siebenmetern hatte auszeichnen können.
Mengon läuft heiß
Auch im zweiten Abschnitt blieb es die erwartet enge Partie. Der Unterschied zum ersten Durchgang war jedoch, dass die HBW-Abwehr nun Gästeakteur Marco Mengon nicht mehr in den Griff bekam und der sich gleich einmal mit einem Dreierpack nach dem Wiederanpfiff anmeldete.
Nach 43 gespielten Minuten wurde ein 20:20 notiert, und die Mey-Generalbau-Arena explodierte, als Benedek Nagy erst stark gegen Nicolas Paulnsteiner parierte und anschließend Nicholas Schley den Abpraller an die Querlatte nagelte.
Der Vorsprung schrumpft
Innerhalb der folgenden 30 Sekunden trafen erst Tim Ruggiero-Matthes und dann Georg Pöhle per Gegenstoß (22:20). Gästecoach Emir Kurtagic betätigte sofort den Auszeit-Buzzer und nahm so den „Galliern“ das Momentum. Die Flohr-Schützlinge versuchten zwar alles, doch der Vorsprung wollte einfach nicht anwachsen.
Undurchdachte Würfe
Im Gegenteil, er schrumpfte, und sechs Minuten vor dem Ende stand es 26:26. Zahlreiche technische Fehler und undurchdachte Würfe sorgte für großes Kopfschütteln auf der Tribüne. Lediglich Merlin Fuß gelang mit einer Einzelaktion noch ein Treffer für die Hausherren.
Letzter Angriff gestoppt
Da auf der Gegenseite jedoch Max Günther und Dustin Kraus erfolgreich waren, blieb dem HBW nur noch wenige Sekunden für den letzten Angriff, der jedoch gestoppt werden konnte. Auch der letzte Pöhle-Freiwurf, nach der Schlusssirene, fand den Weg nicht ins Gästetor, sodass Potsdam am Ende einen nicht unverdienten 28:27-Auswärtssieg bejubeln durfte.
Viel Pech – viele Fehler
Sicherlich hatten die „Galliern“ über den Verlauf der 60 Minuten Spielzeit mehrfach Pech, dass nahezu alle Abpraller bei den Gästen landeten. Die Anzahl der technischen Fehler muss in den nächsten jedoch deutlich reduziert werden, sonst ist der Traum vom Aufstieg in die ersten Liga sehr schnell ausgeträumt.