Zum zweiten Mal in Folge musste Trainer Jens Bürkle weit mehr als 30 Gegentreffer seiner Mannschaft mitansehen. Foto: Kara

Handball: Kurze Vorbereitung, Mangel an Alternativen. Zuletzt 36:26 verloren.

Zum zweiten Mal in Serie kassierte der HBW dabei weit mehr als 30 Gegentreffer.Zwei Tage nach dem 26:39 gegen den SC Magdeburg, lautete das Resultat am Dienstag bei der HSG Wetzlar – die Bilanz aus beiden Partien: -23 Treffer.

"Das sah heute ein bisschen so aus, wie eine Erwachsenenmannschaft, gegen eine Jugendmannschaft", beschrieb HBW-Trainer Jens Bürkle die Kräfteverhältnisse, die am Dienstagabend in der Wetzlarer Ritttal-Arena herrschten. "Wetzlar war im Angriff über weite Phasen richtig gut – auch der Gegenstoß – und war uns vielleicht in allen Belangen überlegen. Wir haben es nicht geschafft, uns in den 48 Stunden so vorzubereiten, dass wir hier bestehen können. Das hatte ich mir bei ein paar Dingen besser erhofft, obwohl wir es zuvor nur in der Videoanalyse besprochen hatten, so der HBW-Coach weiter.

Nach einem verschlafenen Start und einem 0:6-Rückstand fing sich der HBW zwar wieder, kam bis auf drei Treffer Differenz heran, musste nach einem 14:20-Rückstand zur Pause aber schon früh im zweiten Abschnitt abreißen lassen – eine Parallele zu Magdeburg-Spiel, und so musste Bürkle in der Pressekonferenz zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit von einem Trainerkollegen, dieses Mal war es Kai Wandschneider, hören: "Ich bin hoch zufrieden. Wir haben ein richtig tolles Spiel gemacht, waren hoch konzentriert, haben eine richtig tolle Abwehr gespielt und richtig gut gekontert. Ich bin eigentlich von einem knappen Spiel ausgegangen." Wandschneider sah sich in seiner Vorbereitung auf den Überzahl-Angriff des HBW bestätigt. "Es war ein entscheidender Punkt in der ersten Halbzeit, und das war ein Schwerpunkt, wie wir die Überzahl verteidigt haben. Das spielt Balingen richtig gut, wir hatten uns da etwas überlegt, und das hat geklappt." Tatsächlich leisteten sich die Gäste als Lenny Rubin in der Schlussphase des ersten Abschnitts beim Stand von 18:14 draußen saß, zwei Klöpse im Angriff, die die HSG nutzte, um sich bis zum Seitenwechsel auf 20:14 abzusetzen. In der zweiten Hälfte hatte Wetzlar leichtes Spiel.

Doch Bürkle fehlten auch die Alternativen. Mit Kreisläufer Fabian Wiederstein (Bruch des Kehlkopfs) und René Zobel (muskuläre Probleme) fehlten neben Kames Junior Scott (Knöchelverletzung) zwei Spieler, die ihre Stärken vornehmlich in der Deckung besitzen, aber auch in der Offensive fehlten so die Möglichkeiten, andere Impulse zu setzen. Aufgrund des Ausfalls von Zobel war Vladan Lipovina – mit sieben Treffern erfolgreichster Schütze des HBW in der Rittal-Arena – im rechten Rückraum als Alleinunterhalter aktiv. Erst in der Schlussphase setzte Bürkle auf eine ausschließlich mit Rechtshändern besetzte Rückraumreihe. Lipovina gab nach dem Spiel klar zu verstehen: "Mit so einer Leistung können wir natürlich nicht zufrieden sein. Wir haben schlecht gespielt, zu viele leichte Tore kassiert. Die Abwehr war nicht gut. Wir müssen dieses Spiel möglichst schnell vergessen."

Am kommenden Sonntag geht es für den HBW mit dem Heimspiel gegen die Füchse Berlin (16 Uhr, Sparkassen-Arena Balingen), am Mittwoch, 23. Dezember, steht zum Abschluss des Jahres noch die Auswärtspartie bei der HSG Nordhorn-Lingen (18 Uhr) auf dem Programm.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: