Margot Friedländer und Georg Friedrich von Preußen standen in freundschaftlichem Kontakt. Das Bild zeigt die beiden beim Trauerstaatsakt für den gestorbenen Wolfgang Schäuble im Bundestag. Foto: Michael Kappeler/dpa

Der Tod der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer hat jüngst für eine große Anteilnahme gesorgt. Georg Friedrich Prinz von Preußen hat Friedländer persönlich gekannt und würdigt sie als „herausragende Persönlichkeit, die jeden in ihren Bann zog“.

Margot Friedländer ist am vergangenen Freitag 103-jährig in Berlin verstorben. Groß war die Anteilnahme am Tod der Holocaust-Überlebenden. Sie selbst hat das Konzentrationslager Theresienstadt überlebt und engagierte sich bis zuletzt unter anderem mit der Margot-Friedländer-Stiftung, die Erinnerung an die NS-Verbrechen wach zu halten.

 

Mit größtmöglichem Beispiel vorangegangen

Ins Kuratorium dieser Stiftung wurde im Jahr 2023 auch Georg Friedrich Prinz von Preußen, Hausherr der Burg Hohenzollern, berufen. Er und seine Ehefrau Sophie Prinzessin von Preußen haben Margot Friedländer persönlich gekannt und bewundert, wie die Generalverwaltung des vormals regierenden preußischen Königshauses aus Potsdam unserer Redaktion mitteilt.

Margot Friedländer sei eine „herausragende Persönlichkeit, die jeden in ihren Bann zog“ gewesen. Sie habe eine „besondere Gabe gehabt, viele Menschen zusammenzubringen und zu versöhnen“, lässt Georg Friedrich Prinz von Preußen weiter mitteilen. Dass Margot Friedländer im Alter von 88 Jahren zurück nach Berlin zog – nach dem zweiten Weltkrieg war sie in die USA emigriert – zeige, dass sie mit größtmöglichem Beispiel vorangehe.

Georg Friedrich Prinz von Preußen profitierte indes selbst vom Kontakt mit Margot Friedländer. Er kam mit ihr im Rahmen der Aufarbeitung seiner Familiengeschichte im 20. Jahrhundert – sprich in der Zeit des Zweiten Weltkriegs – in den Austausch. Dies sei mit ein Grund, weshalb der Hausherr der Burg Hohenzollern Mitglied im Kuratorium der 2023 gegründeten Stiftung sei.

Georg Friedrich Prinz von Preußen würdigt Friedländer insbesondere für ihren Einsatz, junge Menschen mit ihrer Lebensgeschichte für Freiheit und Demokratie zu sensibilisieren. Geboren als jüdische Deutsche 1921 in Berlin, wurde Friedländer 1944 ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Dort entging sie nur knapp dem Tod durch den nationalsozialistischen Terror – als einzige ihrer Familie. „Margot Friedländer hat bewiesen, dass Versöhnung trotz schlimmster Erlebnisse möglich ist“, heißt es vom preußischen Königshaus weiter.

Kira-Stiftung wohlwollend unterstützt

In Erinnerung wird Georg Friedrich Prinz von Preußen und Sophie Prinzessin von Preußen auch bleiben, dass Margot Friedländer die Prinzessin Kira von Preußen Stiftung unterstützt hat. Deren Vorsitzende ist die Ehefrau des Prinzen. Die Kira-Stiftung fördert unter anderem das sogenannte „Middle-East-Project“. In diesem werden regelmäßig Jugendliche aus Israel, Palästina, Deutschland und den USA zusammengebracht, die gemeinsam unter fachkundiger Anleitung ein Musical einstudieren. Dieses kommt beispielsweise im Grafensaal auf der Burg Hohenzollern oder auch in Berlin zur Aufführung. Dass Jugendliche aus Israel und Palästina friedlich gemeinsam auftreten, hatte auch Margot Friedländer sehr beeindruckt. In Zeiten des Krieges im Gaza-Streifen sei dieses Projekt besonders verdienstvoll.

So wird deutlich, dass die Familie von Georg Friedrich Prinz von Preußen Margot Friedländer in Freundschaft nahegestanden hat. „In wichtigen Lebensentscheidungen war sie eine wichtige Ratgeberin“, betont der Prinz. Nun wird Margot Friedländer am Donnerstag auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee beerdigt. Dort erhält sie ein Ehrengrab. Ihr Wirken wird nicht nur für das preußische Königshaus weiter präsent bleiben.