Hier geschah der „Sündenfall“: Auf den ökologisch hochwertigen Magerwiesen im Bereich Spittel/Welschdorf wurde Erdaushub abgeladen. Deswegen kann im Bereich Mooswald kein Abwasserkanal gebaut werden. Foto: Dold

Wenig Positives konnten sowohl Rolf Buchholz (CDU) als auch Ansgar Fehrenbacher (UBL) abgewinnen: Die Lichtblicke in ihren Haushaltsreden mussten mit der Lupe gesucht werden.

Buchholz griff die Misere am Mooswald auf. Dort war der Bau des Abwasserkanals fürs Erste ersatzlos gestrichen worden. „Unter aller Kanone ist das“, polterte er. Buchholz nahm hier auch Landrat Wolf-Rüdiger Michael in die Verantwortung. „Er hätte seine wildgewordenen Mitarbeiter zur Räson bringen müssen“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende – schließlich habe das Landratsamt den Bau des Kanals verhindert nach einer achtjährigen Wartezeit.

 

Den Umbau des Rathauses bewertete Buchholz ebenso positiv wie die Sanierung der Pfarrer-Sieger-Straße, die es nun doch in den Haushalt 2025 geschafft hat. Da lasse es sich auch verschmerzen, dass der weitere Umbau des Friedhofs ein Jahr geschoben wurde.

„Ein Riesenproblem“

Allerdings: „Die hohe Neuverschuldung ist ein Riesenproblem. Die Pro-Kopf-Verschuldung hat sich fast verdoppelt“, gab er zu bedenken.

Auch bei Ansgar Fehrenbacher überwogen die Moll-Töne: „Ich kann nicht optimistisch sein“, bekannte er. Unter anderem liege das an einem Fehlbetrag von 369 000 Euro im Ergebnishaushalt, der nun schon das zweite Jahr im Minus sei. Daher komme 2026 das Jahr der Wahrheit, da drei Minusjahre in Folge nicht möglich seien.

Auch die Entwicklung der Schulden bereite ihm Sorge, bekannte Fehrenbacher. Im Jahr 2026 drohten 900 000 Euro weitere Schulden, im Jahr darauf 600 000 Euro. Er befürchtete, dass die Aufsichtsbehörde hier irgendwann nicht mehr mitmache.

„Das Beste: Die 62 000 Euro Gemeindezuschuss an den TSV für die Hallensanierung sind erfreulich“, freute sich der UBL-Fraktionsvorsitzende. Gleiches gelte für eine weitere Rate für das Sportheim. Das bedeute aber eine fast übermenschliche Anstrengung für die Gemeinde. 15 000 Euro Zuschuss für das Gemeindejubiläum müsse einfach sein.

Auf Orts-Check verwiesen

Zudem verwies er auf den Orts-Check unserer Redaktion. Dieser habe gezeigt, dass der Schuh in den Bereichen ÖPNV und Einzelhandel am meisten drücke. Daher fand er es schade, dass der Dorfladen nicht gekommen sei. Gleiches gelte für das nicht umgesetzte Ein-Euro-Ticket für den Bus nach Schramberg.

Emile Epagna sprach für die FDP: Was der Plan der Gemeinde sei, wenn weitere Betriebe schließen würden, wollte er wissen. „Die Gewerbesteuer sinkt, wir verwalten nur den Mangel“, klagte er. Man müsse aktiv versuchen, Nachfolger zu finden, appellierte er an Gemeinderat und Verwaltung.

Zahlen zum Haushalt

Im Ergebnishaushalt
gibt es ein negatives Ergebnis von 369 000 Euro. Im Finanzhaushalt gibt es einen Finanzierungsmittelbedarf von 2,275 Millionen Euro.

Die Kreditermächtigung
liegt bei 2,25 Millionen Euro, der Höchstbetrag der Kassenkredite liegt bei 700 000 Euro.

Die Gewerbesteuer
wird auf 449 000 Euro veranschlagt, der Einkommenssteueranteil auf 1,9 Millionen Euro. Die Kreisumlage erhöht sich deutlich um 131 000 Euro.

Die konsolidierten Gesamtschulden
steigen von 4,67 Millionen Euro zu Beginn des Haushaltsjahres auf 7,85 Millionen Euro zum Jahresende. Bei einer Einwohnerzahl von 2838 Personen entspricht das einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1645 Euro zum Jahresbeginn und 2766 Euro zum Jahresende. Trotz allem sind einige

Investitionen
geplant, unter anderem der Umbau des Haus des Gastes, die Ganztagsbetreuung für die Grundschule, die Finanzierung der 750-Jahr-Feier oder ein erstmaliger Neujahrsempfang im Februar.