Die Zollernstadt investiert fleißig, auch wenn der Entwurf des neuen Etats so eng gestrickt ist, wie es nur geht.
Ein Hoch auf die Klausurwochenenden von Stadtverwaltung und Gemeinderat! Man erinnert sich mit Grauen an frühere Jahrzehnte, als in öffentlichen und stundenlangen Sitzungen im Hechinger Ratssaal um große, kleine und kleinste Ausgaben gefochten wurde. Das erledigen die Herrschaften heutzutage im Vorfeld und schön unter sich.
Elektronisch oder auf Papier
Den Entwurf des 2026er-Etats mit Gesamtausgaben von annähernd 94 Millionen Euro gibt es auf Wunsch auf Papier. In der Mehrzahl verzichten die Stadtväter und -mütter auf diesen Ressourcenverbrauch und nehmen die elektronische Variante. Allerdings beeindruckt die bestimmt weniger als das voluminöse Druckwerk.
Doch es gibt eine Kurzversion. Die erlaubt es schnell, einen Überblick zu bekommen über das, was für die Mehrheit der Einwohnerschaft zählt: Gehen die Gebühren hoch, und was gibt es an neuen Projekten? Bürgermeister Philipp Hahn hat bei der Einbringung des Haushaltsentwurfs deutlich gemacht, dass trotz aller Geldknappheit noch viel geschieht.
Gelegenheit zum Vergleichen
Das gilt nicht allein für Vorhaben, die schon begonnen worden sind, wie die Sanierung der Zollernstraße. Da hat man jetzt in der Winterpause die Gelegenheit zum Vergleichen: Bis zur Fürstenstraße ist vom „Museum“ her alles gemacht, und dann folgt der alte Holperzustand. Die fünfeinhalb Millionen Euro scheinen gut angelegtes Geld zu sein. Unter der Überschrift „Sanierungs- und Investitionsprogramm, Maßnahmen im Finanzhaushalt“ erfährt man mit einem Aufatmen, dass Hechingen Unterstützung findet bei seiner zukünftigen Nobelstraße: Das Land hilft aus mit 2,1 Millionen Euro, und außerdem wird gerechnet mit Kostenerstattungen von weiteren 480 000 Euro.
Funktionierende Straßen sind es, die es braucht, solange man auf dem flacheren Land aufs eigene Auto angewiesen ist. Mit 630 000 Euro soll der in Stoßzeiten erheblichen Staugefahr auf der Neuen Rottenburger Straße bei Bentley, der Auf- und Abfahrt zur L 410, abgeholfen werden. Der Landkreis muss 280 000 Euro übernehmen.
Viel Geld für Radfahrer
Doch Hechingen kann auch anders und an die Radfahrer und Fußgänger denken: Die Verbindung zwischen Stockoch und Schloßberg in die Innenstadt, soll mit beachtlichen 2,1 Millionen Euro ausgebaut werden. Nicht weniger beachtliche Zuschüsse von insgesamt 1,7 Millionen Euro vom Land und vom Kreis haben das Vorhaben zu einem gemacht, das man offenbar nicht ablehnen konnte. Denn merke: Zuschüsse sind stets an einen bestimmten Zeitraum gebunden!
Noch ein Radweg, da aber „nur“ eine Brücke über die Starzel bei der Kläranlage vor Stein: Der Neubau kostet sage und schreibe 290 000 Euro. Abgezogen werden ein Landeszuschuss von 50 000 Euro. Ein mitteldickes Ding von den Kosten her, und ein teilweise umstrittenes, stellt der Dorfplatz Sickingen dar. Dem Stadtteil soll ein Gemeinschaftsareal an der Ortsdurchfahrt gegönnt werden. Das steht im Plan für 520 000 Euro, und vom Land gibt es dazu 197 000 Euro. Man ahnt es: nicht ewig, sondern sehr zeitnah. Deshalb hat eine Mehrheit des Gemeinderates auch in sehr mageren Zeiten diesem Projekt zugestimmt.
Unter der Straße
In Sickingen sieht man zukünftig, wofür Geld ausgegeben worden ist. Das gilt in Stetten für die sündhaft teure Sanierung der Reichenbachverdolung in der Zinkenstraße weniger. Doch die ist unbedingt fällig, weil irgendwann der Zusammenbruch droht. Zweieinhalb Millionen Euro verschlingt der Stettener Untergrund. Abzüglich 380 000 Euro an Zuschüssen mit einem herzlichen Gruß vom Sondervermögen des Bundes.
Alles neu am Ausflugsgebiet Martinsberg: Mit der Sanierung des Eisweihers will Hechingen beim Ausflugsgebiet oberhalb des Hallen-Freibads auf lange Jahre Ruhe haben. Die kostet aber ebenfalls, und zwar 400 000 Euro. Abziehen kann man Zuschüsse von 140 000 Euro.
Mehr als 2,2 Millionen Euro gestrichen
Gestrichen: Mehr als 2,2 Millionen Euro. So viel haben Stadt und Gemeinderat schon bislang aus dem Investitionsprogramm des Haushaltsentwurfs für 2026 an Projekten entfernt. Im jetzt erst begonnenen Jahr ist es zum Beispiel nichts mit der Außenanlage des Kindergartens im Weiher. Auch die Grunderneuerung im Wohngebiet Weiher (An der Breite, Martinstraße) muss warten. In Schlatt haut der Sparkurs mehrfach rein: Gestrichen sind die Grunderneuerung der Killertralstraße und der Straße Gäßle, und auch die Einfahrt in die B 32 vom Baugebiet „Wilden“ bleibt so, wie sie ist. Nicht ungefährlich, könnte man anmerken.
Zufahrt von der B 27 und B 32 her
Geflickt: Droben auf dem Killberg, beim riesigen Baugebiet, wo schon die Mehrfamilienhäuser entstehen, ist die Zufahrt von der B 27 und B 32 her geflickt worden. Da hat es, man erinnert sich an die enormen Schlaglöcher, bestimmt viel Kies und Belag gebraucht. Das Flicken erspart wiederum satte 900 000 Euro, die für die Instandsetzung der Tübinger Straße vom „Killberg IV“ bis zum Nasswasen-Kreisverkehr geplant waren.
Sackgasse parallel zur Löwenstraße
Preisfrage: Wer weiß, wo in der Kernstadt die Siebergasse ist? Antwort: Es ist die Sackgasse parallel zur Löwenstraße in der Unterstadt. Und die muss ebenfalls so bleiben, wie sie ist. Von den 200 000 Euro Gesamtkosten wären 10 000 Euro im neuen Etat vermerkt gewesen. Die Neugestaltung des Kinderspielplatzes in der Martinstraße: Nichts wird daraus in diesem Jahr, und das bedeutet 200 000 Euro weniger Ausgaben.
Alte Möbel Neben etlichen weiteren, kleineren und mittleren Posten ist erwähnenswert, dass man in der Stadthalle „Museum“ länger auf den alten Stühlen sitzen muss. Die Stadt spart dadurch 153 000 Euro!