Die Eckdaten des Haushaltsplans Wolfach für 2026 auf einen Blick Foto: Heck, Grafik: Stetter-Golderer

Der Wolfacher Rat hat den Haushaltsplan 2026 verabschiedet. Das Gremium ist trotz Minus 1,7 Millionen Euro im Ergebnishaushalt positiv gestimmt.

„Wir haben ein gutes Werk hinbekommen“, kommentierte Kämmerer Peter Göpferich den Haushaltsplan für das Haushaltsjahr 2026, der in der Wolfacher Gemeinderatssitzung zur Abstimmung stand. Einhellig positiv sahen auch die Gemeinderäte den Haushaltsplan, obwohl er trotz rigoroser Sparmaßnahmen im Ergebnishaushalt ein Minus von knapp 1,7 Millionen Euro ausweist – die von vorneherein angesteuerte Defizit-Obergrenze (wir berichteten).

 

„Die Leuchtturmprojekte wie die Herlinsbachschule, Forum Zukunft oder Markenentwicklung könnten realisiert werden“, bilanzierte Pascal Schiefer (CDU). Die zur Verfügung stehenden Mittel sah er im Haushaltsplan gezielt und mit Augenmaß eingesetzt. Auch Anja Kopp (FWV) stellte fest, dass trotz der immer enger werdenden finanziellen Spielräume die großen Projekte vorangebracht werden, ohne dass „die alltäglichen, oft unscheinbaren Aufgaben“ zu kurz kommen.

Pro-Kopf-Verschuldung steigt auf 487 Euro

„Wir haben einen guten Haushalt auf die Beine gestellt und gehen mit unseren Mitteln gut um“, schloss sie ihr Statement. Bei einem immer enger werdenden Handlungs- und Gestaltungsspielraum hätten viele Positionen gestrichen werden müssen, stellte Inge Schoch (SPD) fest. Umso erfreulicher sei es, dass das Großprojekt „Schulentwicklung“ als wichtige Zukunftsinvestition im Fokus bleibe. Auf die immense Bedeutung guter Bildungseinrichtungen wies auch Carsten Boser von den Grünen hin. „Das ist ein Pfund in Wolfach!“ Darüber hinaus gelte es, auch das vernachlässigte Gedächtnis, das Archiv, zu pflegen.

Der einstimmig beschlossene Haushalt weist im ordentlichen Ergebnis ein Minus von rund 1,7 Millionen Euro auf bei einem gesamten Finanzmittelbedarf von 3,4 Millionen Euro. Mit diesem Haushalt steigt die Pro-Kopf-Verschuldung in Wolfach den Planzahlen nach auf 487 Euro. Jedoch: Schon in den vergangenen Jahren waren nach den Haushaltsplänen Steigerungen der Pro-Kopf-Verschuldung prognostiziert. Im Etat 2025 auf 503 Euro Ende des Jahres. Tatsächlich aber sank die Pro-Kopf-Verschuldung seit 2017. Aktuell liegt sie bei 418 Euro.

Der Haushalt Spital- und Gutleutehausfonds-Stiftung ist ausgeglichen, ebenso die städtische Abwasserbeseitigung. Für die Wasserversorgung ist ein Minus von 29 487 Euro veranschlagt.

In einem bei vielen negativen Einflüssen tragfähigen Haushalt wird mit einem Volumen von 23 Millionen Euro und vergleichsweise hohen Investitionen antizyklisches Verhalten umgesetzt. Trotz aller Sparbemühungen bleibt das ordentliche Ergebnis tief im Minus. Umso mehr betonte Göpferich erneut: Bei ausbleibendem wirtschaftlichem Aufschwung sei weiter Unterstützung durch Bund und Land notwendig – ansonsten werde die kommunale Aufgabenerfüllung in der bisherigen Form nicht mehr möglich sein.

Größte Investitionen

Die „dicksten Brocken“ bei den Investitionen von insgesamt 5,6 Millionen Euro in Kernhaushalt und Eigenbetrieben sind die Sanierung der Herlinsbachschule (1,8 Millionen Euro), der Ausbau der Schiltacher Straße (1,1 Millionen Euro, davon 700 000 Euro Zuschuss), der Kanalneubau in der Sonnhalde (610 000 Euro) sowie der Breitbandausbau (570 000 Euro).