Die Gemeinde Straßberg hat knapp 2500 Einwohner und investiert weiter – aber die Finanzmittel sind begrenzt. Foto: Schweizer

Die Gemeinde Straßberg wird es im Jahr 2026 erneut nicht schafften, einen Finanzausgleich zu erwirtschaften. Dafür fehlen nach derzeitigem Stand 217 100 Euro.

Trotz einem Minusbetrag konnte die Verwaltung einen soliden Haushaltsplan 2026 aufstellen und dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung zur Beratung vorlegen. Der Fehlbetrag zum Finanzausgleich fällt nach derzeitigem Stand mit 217 100 Euro gegenüber dem laufenden Jahr mit 310 000 Euro deutlich geringer aus.

 

Allerdings wies Kämmerin Jutta Seßler darauf hin, dass dies nur mit einmaligen Erträgen aus der Veräußerung von Ökopunkten sowie einer Kostenerstattung für die Sanierung des Dachs der Schmeienhalle möglich gewesen sei.

Die letzte Sitzung des Gemeinderates in diesem Jahr hatte es nochmal in sich, die Verwaltung hatte 18 Tagesordnungspunkte festgelegt. Zu Sitzungsbeginn stellte Bürgermeister-Stellvertreter Dr. Michael Wochner im Namen aller Fraktionen den Antrag, Punkt 17 „Hauptsatzung der Gemeinde durch Überarbeitung und Anpassung“ abzusetzen. Als Grund nannte er, dass den Ratsmitgliedern nicht genügend Zeit geblieben wäre, sich in dieses wichtige Thema, in welchem es auch um die Abschaffung der unechten Teilortswahl geht, einzuarbeiten. Die Verwaltung kam dem Antrag nach.

Sondervermögen kommt an

Bürgermeister Markus Zeiser nannte als Grundlage für den Haushalt des Jahres 2026 die Orientierungsdaten des Ministeriums für Finanzen und des Ministeriums des Inneren für Digitalisierung und Kommunen auf Basis der Steuerschätzung im Oktober 2025.

Aus dem Sondervermögen der Bundesregierung, das für die nächsten zwölf Jahre über 100 Milliarden Euro bietet – Baden-Württemberg stehen 13,1 Milliarden zu –, erhält die Gemeinde Straßberg nach derzeitigem Stand 1,75 Millionen Euro. „Dieser Betrag, umgerechnet rund 145 000 Euro jährlich, ist für Investitionen gedacht und im Finanzhaushalt 2026 eingeplant“, so Zeiser.

Die Nachfrage von Dr. Michael Wochner, ob die Möglichkeit bestünde, auch beispielsweise eine halbe Million Euro in einem Jahr abzurufen, bejahte die Verwaltung. Allerdings wies der Schultes darauf hin, dass trotz Sondervermögen in den Kommunen vieles nicht mehr leistbar sei, da diesen von Bund und Land immer mehr Aufgaben übertragen würden – ohne für eine entsprechende Finanzierung zu sorgen.

Steuerschwache Gemeinde

„Das wird von Jahr zu Jahr schlimmer“, sagt ein nachdenklicher Markus Zeiser, der anfügt: „Als steuerschwache Gemeinde müssen wir uns auch bei wünschenswerten Maßnahmen künftig weiter zurückhalten.“ Für das kommende Jahr sind im Ergebnishaushalt ordentliche Erträge von 8 460 695 Euro eingeplant. Dem gegenüber stehen ordentliche Aufwendungen von 8 677 795 Euro. Was zur Folge hat, dass der 2026er-Haushalt nicht ausgeglichen werden kann und mit einem Minus – nach heutigem Stand von 217 100 Euro – abschließt.

Solides Zahlenwerk

„Kämmerin Jutta Seßler und ihrem Team ist es mit viel Aufwand und Sachverstand gelungen, ein solides Zahlenwerk zu schaffen, wofür ihr unser aller Dank gebührt“, hob der Bürgermeister hervor. Seßler stellte dem Gemeinderat den Haushaltsentwurf detailliert vor.

Die Gemeinde Straßberg ist mit einer Steuerkraftsumme von 1 588 82 Euro je Einwohner auf dem fünftletzten Platz im Zollernalbkreis und nicht in der Lage, ihren Finanzbedarf aus eigenen Mitteln zu decken. Trotz Ausnutzung aller Sparmöglichkeiten und Ausschöpfung aller Ertragsmöglichkeiten konnte erneut kein Finanzausgleich erwirtschaftet werden.

Positiv führte der Schultes an, dass die Kreisumlage nicht erhöht worden sei. Dennoch müsse Straßberg im Jahr 2026 rund 1,281 Millionen Euro und somit 70 000 Euro mehr an den Kreis bezahlen.

Viele Investitionen geplant

Der Rathauschef ging auch auf die geplanten Investitionen 2026 ein, welche sich zu einer Summe von 958 400 Euro addieren. Die größten Brocken daraus sind die Abwasserbeseitigung mit 256 000 Euro, der Mensa-Anbau an die Schlossgartenschule mit 280 000 Euro, der Brandschutz mit 143 250 Euro und die Förderung des Sports mit einer Summe von 62 500 Euro.

Trotz allen negativen Prognosen und der Entnahme von rund 188 325 Euro aus liquiden Mitteln für die geplanten Maßnahmen hat die Gemeinde Ende 2026 voraussichtlich 1,75 Millionen Euro in ihrem Säckel.