Eine Überlegung des Inzlinger Gemeinderats ist der Einsatz des Sondervermögens für den Bau einer Abdankungshalle am Parkfriedhof auf der Südseite des Dorfes. Foto: Rolf Rombach

Die Gemeinde Inzlingen will Teile des Sondervermögen des Bundes zur Deckung bereits bestehender Ausgaben verwenden.

Nach mehreren Sitzungen und einer Klausurtagung hat der Inzlinger Gemeinderat am Dienstag den Haushaltsplan für 2026 einstimmig verabschiedet. Thorsten Braatz, seit Dezember 2025 neuer Rechnungsamtsleiter im Wasserschloss, führte die letzten Anpassungen in Folge der jüngsten Anmerkungen aus. Ebenfalls sei die in dieser Sitzung ebenfalls behandelte Feuerwehrentschädigungssatzung (wir berichteten) bereits eingepreist.

 

Bürgermeister Marco Muchenberger bedauerte, dass das vom Bund zur Verfügung gestellte Sondervermögen für die Kommunen zum Teil eingesetzt werden müsse, um bereits vorhandene Ausgaben zu finanzieren, statt zusätzlich investieren zu können: „Wir sind weiterhin nicht ausreichend finanziert.“

Keine neuen Schulden

Mit 55 000 Euro werden vorhandene Schulden getilgt. Neue Schulden sollen nach dem Plan 2026 nicht gemacht werden. Allerdings weist der Ergebnishaushalt dennoch ein Defizit von rund einer halben Millionen Euro aus, welches durch die Rücklagen getragen werden soll. Die liquiden Mittel verringern sich damit auf lediglich noch 2,5 Millionen Euro für 2027.

In der abschließenden Stellungnahme ihrer Fraktion betonte Julia Klase (CDU) die teils kontroversen, aber wertvollen Diskussionen im Vorfeld. „Es ist hervorzuheben, dass wir keine neuen Schulden machen. Investitionen müssen getätigt werden, dabei ist die schwarze Null das Ziel. Die Lebensqualität zu halten und zu verbessern ist ohne finanzielle Mittel nicht möglich.“ Dabei kritisierte sie, dass durch restriktive Sparmaßnahmen aber der Eindruck erweckt werden könne, dass die Gemeinden ausreichend finanziert seien.

Vakanz in der Kämmerei

Sie wünsche sich mit ihrer Fraktion, dass die geplanten Einzelmaßnahmen wie eine Abdankungshalle am Friedhof effizient diskutiert sowie argumentativ und transparent aufgearbeitet werden im Sinne der Bürger. Dazu müsse ein Entwicklungskonzept in den Fokus gerückt werden.

Thilo Glatzel (SPD) erinnerte daran, dass durch die Kämmerer-Vakanz ein herausfordernder Zeitplan bestand. Er äußerte den Wunsch, die Mittel des Sondervermögens nicht im Haushalt verschwinden zu lassen, sondern herausragend zu platzieren mit einem Projekt, auf das man dann verweisen könne. Muchenberger wies darauf hin, dass erste Mittel bereits zugeordnet seien, aber nun noch eine Prüfung anstehe, welche Förderprogramme sich eventuell gegenseitig blockieren. Er dankte Braatz für die Aufstellung der Beratungsergebnisse und verwies auf Hauptamtsleiter Tobias Bachthaler, der den Rathauschef in der Vakanz unterstützte.