Der Gemeinderat Schönau ist bemüht, zu sparen. Im Zuge dessen wurde bei den Haushaltsberatungen über viele Einzelmaßnahmen debattiert.
Vorgestellt wurde der Haushaltsentwurf 2026 von Rechnungsamtsleiterin Yvonne Wagner. Der Gemeinderat debattierte dann über zahlreiche Einzelmaßnahmen.
Unterstützung durch KI
Diskutiert wurde beispielsweise über die Anschaffung von „Konferenzsprechstellen“ für knapp 24 000 Euro, die Hauptamtsleiter Dirk Pfeffer helfen sollen, bei der Protokollierung der Sitzungen unterstützen sollen. Grenzach-Wyhlen habe gute Erfahrungen mit dem System gemacht, so Bürgermeister Peter Schelshorn. In den von der KI erstellten Protokollen stünden zwar auch „unsinnige Sachen“, dennoch tauge das System, so Pfeffer. „Das Programm muss lernen, Dinge wegzulassen.“ Mit der alemannischen Sprache hingegen habe es keine Probleme. Die nötigen Mittel wurden mit knapper Mehrheit bewilligt.
Sonnensegel nötig?
Abgelehnt – beziehungsweise geschoben – hingegen wurden die Anschaffung der elektronischen Anschlagstafel für das Freibad, ein ausziehbares Sonnensegel für den Vorplatz des MTB-Gebäudes (10 000 Euro), das bei Veranstaltungen vor der Sonne schützen soll, und zwei neue Kinderspielgeräte im Fitnessparcours beim Seniorenzentrum. Letzteres war eine Anregung von der Freien Wählerin (FW) Christa Krahn.
Ob es ein Sonnensegel über dem Spielplatz im Freibad wirklich brauche, stellt Marika Prekur (FW) in Frage. Sie betonte, dass sie den Schutz von Kindern durchaus ernst nehme. Aus ihrer Sicht trügen aber die Eltern die Verantwortung – und 6000 Euro für ein Sonnensegel sei zu teuer. Peter Schelshorn betonte, ein Sonnensegel sei ein „Qualitätsmerkmal für das Bad.“ Letztlich wurde die Anschaffung durchgewunken.
Zusammenarbeit gefordert
Geschoben wiederum die vom Werkhof vorgeschlagene Anschaffung eines 7000-Liter-Wasserfasses und des für den Transport nötigen Anhängers für 21 000 Euro. Im Bedarfsfall – insbesondere bei einem Leitungsschaden – könnte damit Trinkwasser transportiert. Schelshorn verwies darauf, dass die umliegenden Gemeinden ebenfalls einen solchen Behälter hätten, und dass ein solcher auch in Schönau immer wieder gebraucht werde. Gerade der Umstand indes, dass umliegende Gemeinden ein solches Fass bereits haben, galt Alexander Knobel (CDU) als Argument gegen eine Anschaffung auch durch Schönau. Er sprach sich für eine interkommunale Lösung aus.
Mehr Räume nötig
Was sich hinter dem Punkt „Aufstockung Gymnasium“ (Planansatz 50 000 Euro) verberge, wollte Marika Prekur wissen. Schelshorn teilte mit, durch den Umstieg von G8 auf G9 und mehr Schülern im Gymnasium erwarte er drei Klassen mehr. „Wir brauchen Räume“, sagte der Bürgermeister. Denkbar wäre eine Aufstockung oder eine Erweiterung der Schule. „Ich warte auf die Rückmeldung vom Regierungspräsidium Freiburg, was förderfähig ist“, sagte Schelshorn.
Der Haushalt 2026 soll in der Sitzung am 26. Januar beschlossen werden.