Auch wenn Kämmerer Boris Groß bei der Haushaltsberatungen des Gemeinderats für 2026 positive Signale verbreitete, ist die Ausgangssituation eng.
„Die Entwicklung ist besser als erwartet, wir planen 2026 ohne Kreditaufnahme“, schickte Bürgermeister Wolfgang Hermann den Haushaltsberatungen des Gemeinderats voraus. Aber die Zukunft sei ungewiss, Sparen sei ohnehin angesagt.
Das „große Paket Sondervermögen“ für Hausach von knapp 3,6 Millionen Euro sei kurzfristig noch eingeflossen in die Planung, begann Kämmerer Boris Groß die Vorstellung des Haushaltsentwurfs mit einer guten Nachricht. In den Einzahlungen für die Investitionen von 5,9 Millionen Euro steckten bereits 1,5 Millionen Euro aus diesem Paket mit dem sperrigen Namen und der Abkürzung LuKIFG drin.
Der Ergebnishaushalt (er zeigt die wirtschaftliche Lage der Kommune nach dem Prinzip der doppelten Buchführung) schließt mit einem Minus von 2,28 Millionen ab. Das heißt: Es geht an die (noch ausreichend vorhandenen) Rücklagen. Darin enthalten sind allerdings auch die nicht zahlungswirksamen Abschreibungen, die von der Kommune erwirtschaftet werden müssen. Für Hausach mit seinen Großprojekten Bad und Schule sind das allein schon 2,38 Millionen Euro.
Haushalt 2028/2029 soll wieder positiv ausfallen
Auch 2027 werde man noch mit einem Minus planen, „2028/29 geht es wieder ins Positive“, prophezeite Kämmerer Groß – mit der Einschränkung, dass von der Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Lage sowohl die Gewerbesteuer als auch der Anteil an der Einkommenssteuer abhängen.
60 000 Euro sind für die Planung des neuen Sanierungsgebiets rund um den Burghof eingestellt. Der größte Brocken bei den Investitionen bildet der Breitbandausbau in den Außenbereichen. Dort stehen allerdings 4,15 Millionen Euro Ausgaben einer Förderung von 90 Prozent von Bund und Land gegenüber.
Rund 1,45 Millionen Euro plant man für die Sanierung der Ortsdurchfahrt. „Der Kreisel und die Straße von Westen her soll auf jeden Fall im nächsten Jahr gemacht werden“, erläuterte der Bürgermeister. Die Innenstadt werde ausgeschrieben, ein Baubeginn 2026 sei möglich, aber noch nicht sicher. Dort werden die Reparaturkosten aus der Tunnelsanierung gegengerechnet.
TV Hausach soll ein neues Beachvolleyballfeld bekommen
250 000 Euro sind für die weitere Planungsphase für den barrierefreien Bahnhof geplant. Die Bahn sei allerdings im Rückstand, immerhin sei jetzt der Planer ausgeschrieben, erläuterte Hermann. Und vor der nächsten Auszahlung sei vertraglich eine Sachstandsinformation seitens der Bahn fällig. 345 000 Euro sind noch fällig für das neue Feuerwehrfahrzeug TLF 4000. „Es ist traurig, wie lange so ein Ausbau dauert“, sagte Hermann, dass eine Lieferung 2026 noch nicht sicher sei.
Der Wunsch des TV Hausach soll in Erfüllung gehen, 50 000 Euro sind für ein Beachvolleyballfeld vorgesehen – allerdings will der TV selbst 25 000 Euro beisteuern, und 15 000 werden vom Badischen Sportbund erwartet.
Der Schuldenstand steigt allein durch die Anteile an den Krediten für den Abwasserzweckverband und den Saunabau im Kinzigtalbad.
Kämmerer sieht trotz Anspannung Positives
Trotz aller Schwierigkeiten gebe es positive Signale, ao Groß: Das Paket Sondervermögen vom Bund, ein bessere Förderkulisse für Schulneubauten und eine weit höhere Gewerbesteuer 2025 als veranschlagt wegen einer großen Nachzahlung einer Firma.
Dennoch „müssen wir genau hinschauen, was wir uns künftig noch leisten können“, betonte er. Vom Rat gab es Beifall, aber keine Diskussion zu den Beträgen. „Die grobe Priorisierung wurde in der nichtöffentlichen Klausurtagung bereits angesprochen und dort durchaus diskutiert“, räumte Groß ein. Über Ausgaben für Schulen und Kitas , wird noch berichtet.
Einzelheiten Haushalt
: Erträge 19,64 Mio.; Aufwendungen: 21,92 Mio.; Ergebnis minus 2,28 Mio.