Das Weilener Gremium befasste sich jüngst mit dem Haushalt. Wie überall sieht es eng aus, doch die Gemeindehalle profitiert vom Sondervermögen.
Der Haushalt 2026 sowie der Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Wasserversorgung liegen in Weilen unter den Rinnen nicht nur vor, sondern wurden vom Gemeinderat direkt einstimmig abgesegnet. Vorbereitet wurde der Entwurf von Bürgermeisterin Silke Edele, gemeinsam mit Nathalie Lehr, die beim Gemeindeverwaltungsverband (GVV) Oberes Schlichemtal für die Finanzen verantwortlich ist.
Lehr verkündete, dass im Ergebnishaushalt für 2026 voraussichtliche Einnahmen von 1.492.220 Euro erwartet werden, die zum Großteil auf Gemeinschaftssteuern (555.000 Euro) zurückgehen. Bei der Gewerbesteuer wird mit einem Ansatz von 200.000 Euro kalkuliert, 2025 betrug diese in der Ist-Finanzrechnung rund 248.200 Euro.
Der Planentwurf sieht im Ergebnishaushalt laufende Aufwendungen in Höhe von 1.591.300 Euro vor. 574.194 Euro davon entfallen auf diverse Umlagen, sodass ein Saldo von 99.080 Euro entsteht. 2027 wird im Ergebnishaushalt sogar bei voraussichtlichen Einnahmen von 1.644.630 Euro und Ausgaben von 1.903.110 Euro mit einem Minus von 258.480 Euro gerechnet.
Änderungen zu Vorplan-Entwürfen gab es nur marginal
Änderungen zu Vorplan-Entwürfen gab es nur marginal, statt 36.500 Euro für den Unterhalt des Rathauses wird in dieser Hinsicht mit 30.000 Euro kalkuliert. Massivere Umschichtungen gab es hingegen beim Finanzhaushalt, in dem bei laufenden Einzahlungen von 1.594.830 Euro und Auszahlungen von 1.807.910 Euro mit einem Minus von 213.080 Euro gerechnet wird.
Neu in die Planungen fließt eine Einnahme von 200.000 Euro durch das Sondervermögen Bund ein, die für die Heizungssanierung der Gemeindehalle eingeplant ist. Über den Stand der Dinge in dieser Hinsicht gab Edele Auskunft. „Wir befinden uns im Fahrplan. Eine Begehung ist bereits erfolgt, Anträge für Zuschüsse sind gestellt. Bei der nächsten Gemeinderatssitzung wird uns der Entwurf des Sanierungsplans von der Firma MessmerArchitektur vorgestellt. Im März erfolgt die Versendung der Unterlagen für die Arbeit an den Gewerken, im April die Submission und Ende April haben wir hoffentlich alle Daten gesammelt, sodass wir die Vergabe der Aufträge durchführen können. Anträge für Zuschüsse aus dem Ausgleichsstock können wir frühestens im Juni stellen“, skizzierte Edele.
Finanzierungsmittelüberschuss von 7100 Euro
Die liquiden Mittel belaufen sich zum 31. Dezember 2025 auf 822.085 Euro, auf den Eigenbetrieb entfallen 236.778 Euro, sodass 585.307 Euro für den Kernhaushalt zur Verfügung stehen. Beim Wirtschaftsplan Eigenbetrieb Wasserversorgung ergibt sich bei Einzahlungen von 69.600 Euro und Auszahlungen von 62.500 Euro ein Finanzierungsmittelüberschuss von 7100 Euro. „Wir sind nicht gerade bei den ‚Schlimmen‘ mit dabei, aber natürlich gibt es auch ähnlich gelagerte Kommunen, die gerade hinsichtlich der Gewerbesteuereinnahmen besser dastehen, als wir“, bilanzierte Edele. „Bis auf Weiteres ist Konsolidieren und Sparen angesagt. Wir müssen alle gemeinsam an einem Strang ziehen und weiterhin an allen Rädern drehen, auch wenn sie noch so klein sind“, ergänzte Edele. „Bei vielen Sachen sind wir noch sehr günstig. So gibt es bei unserem Kindergarten die billigste Betriebsform und bei Vereinen haben wir ohnehin noch nie den Rotstift angesetzt“, erklärte Edele.
„Verschlanken und Prozessoptimierung stehen auf dem Programm. Es wäre eine Möglichkeit, sich bei den Finanzen intensiv mit anderen Gemeinden, gerade im GVV Oberes Schlichemtal, auszutauschen und gegenseitig voneinander zu lernen. Vielleicht wäre es auch eine Möglichkeit, extra einen Konsolidierungsausschuss im Gemeinderat einzuführen, den es zum Beispiel in Dormettingen gibt“, gab Lehr mit auf den Weg.