Unterm Strich 450.000 Euro weniger an Ausgaben: Rosenfelder Haushalt ist unter Dach und Fach. Ohne neue Schulden geht es trotzdem nicht.
Landauf, landab klagen Kommunen über klamme Kassen, da bildet das Heuberg-Städtchen keine Ausnahme. Die Finanzplanung, die der Gemeinderat mit einer Gegenstimme verabschiedet hat, kommt tiefrot daher – zweieinhalb Millionen Euro muss Rosenfeld an Schulden in diesem Jahr aufnehmen. Allzu rosig sehen auch die Folgejahre nicht aus. Wohl erst für 2029 zeigt sich ein Lichtstreif am Horizont. Dann, so hofft Kämmerin Isabell Hinger, könne sie wieder einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren.
Hoffnung ab 2029
Schon 2024 zeigte sich die Finanzchefin optimistisch. Die Kriege und die Finanzkrise machten dann aber auch vor dem kleinen Rosenfeld nicht halt. Und so musste sie am Donnerstag Zahlen präsentieren, die alle mit einem Minus versehen waren. Detailliert wurde der 335 Seiten dicke Wälzer schon in der Januar-Sitzung vorgestellt, deshalb ging Hinger nur noch einmal auf die Eckdaten ein.
Der Ergebnishaushalt weist zwar ordentliche Erträge von 24,96 Millionen Euro aus, doch diese prallen auf Aufwendungen von 27,76 Millionen, was unterm Strich ein Minus von 2,79 Millionen Euro ergibt. Dicke rote Balken prägen auch den Finanzhaushalt. Der Zahlungsmittelbedarf aus dem Ergebnishaushalt liegt bei rund 1,44 Millionen Euro, hinzu kommt ein Finanzierungsmittelbedarf aus der Investitionstätigkeit von etwa 3,76 Millionen.
Insgesamt verringert sich der Finanzierungsmittelbestand im Jahr 2026 damit um rund 2,7 Millionen Euro. Warum das Minus so gewaltig ist, hat mehrere Gründe. So sinken die Erträge aus der Gewerbesteuer um eine Million Euro, die Personalkosten steigen um mehr als 720.000 Euro und knacken zum ersten Mal die Sechs-Millionen-Euro-Marke. Den dicksten Brocken im Finanzhaushalt bilden die Investitionen in die Abwasserbeseitigung. 2,8 Millionen Euro muss Rosenfeld dafür locker machen.
Trotz der schlechten Vorzeichen wollte Klaus May von der Unabhängigen Wählergemeinschaft nicht schwarzmalen: Er hoffe, dass die Steuereinnahmen mehr sprudeln und man Baumaßnahmen später abrechnen könne. Dann komme man vielleicht mit einem blauen Auge davon. Neue Schulden tun weh, nachdem Rosenfeld so lange schuldenfrei gewesen sei.
Heike Pieper: Wir verplanen Geld, das wir nicht haben
„Wir verplanen Geld, das wir nicht haben“, kritisierte AfD-Frau Heike Pieper. Auch seien viele Projekte noch gar nicht abgearbeitet. Sie schlug unter anderem vor, Gelder für die Schuppengebiete zu streichen. Es könne nicht sein, dass nur zehn Bürger davon profitierten und der Rest die Schulden an der Backe habe. Auch nahm sie die Mittel für die Kläranlagen und die Feuerwehr in den Blick.
Gabi Bihr (Freie Wähler) attestierte der Stadt eine sparsame Politik, sie erkenne den Ernst der Lage. Und: „Unser Bürgermeister schaut aufs Geld. Man muss fast betteln, damit er was locker macht.“
Gegenüber dem geplanten Radwegbau zwischen Leidringen und Rotenzimmern zeigte sich Heike Pieper ebenfalls kritisch. „Wenn wir den streichen, kann ich mich in Leidringen nicht mehr sehen lassen“, entgegnete ihr Kollege Erik Wille. Und auch Bürgermeister Thomas Miller intervenierte. Rosenfeld kämpfe schon seit über 20 Jahren dafür, baue auf Mittel von Land und Bund. Die Strecke sei sehr unfallträchtig, es habe, so erinnerte sich Erik Wille, schon ein Todesopfer gegeben. Deshalb müsse die Maßnahme als Verpflichtungsermächtigung stehen bleiben.
Länger diskutiert wurde über die Turnhalle in Heiligenzimmern
Gestrichen für das Jahr 2026 wurde dagegen die vorgesehene Renaturierung der Erddeponie Lerchenbühl in Rosenfeld, für die eine halbe Million Euro ausgegeben werden sollte. Länger diskutiert wurde über die Turnhalle in Heiligenzimmern. Klaus May, der in Heiligenzimmern Ortsvorsteher ist, berichtete, dass sein Gremium die geplanten 50.000 Euro für die Sanierung der sanitären Anlagen lieber in eine Planungsrate für eine Grundsanierung der Halle investieren wolle. Die Verwaltung erklärte jedoch, dass man um eine Sanierung nicht umhinkomme, worauf May den Antrag zurückzog. Letztendlich bekam der Antrag von Tobias Bisinger, zusätzlich 50.000 Euro als Vorbereitungsrate für eine umfassende Hallenerneuerung in den Haushalt aufzunehmen, eine große Mehrheit.
Auch die Eigenbetriebe sind nun beschlossene Sache. Für die Wasserversorgung wird 2026 ein Jahresverlust von 28.950 Euro erwartet, beim Sofienbad liegt der geplante Fehlbetrag bei 184.250 Euro.