Es sind in diesem Jahr Investitionen von rund 4,7 Millionen Euro geplant. Dank liquider Mittel von 8,3 Millionen Euro ist die Gemeinde noch recht gut aufgestellt.
Bei den Haushaltsvorberatungen im Ostelsheimer Gemeinderat ist deutlich geworden: Im Vergleich zu vielen anderen Kommunen im Landkreis Calw geht es der Gäugemeinde finanziell noch recht gut – auch im Jahr 2026.
Zwar steigen die Ausgaben – insbesondere die Personalkosten legen auf 3,28 Millionen Euro deutlich zu (gegenüber 2025 plus 343 000 Euro), und auch die Kreisumlage belastet die Stadtkasse angesichts des Anstiegs von 38 auf 39 Prozent deutlich stärker als im Vorjahr (plus 126 000 Euro). Dennoch ist die Kommune angesichts ihrer verfügbaren liquiden Mittel von mehr als 8,3 Millionen Euro weiterhin solvent.
Mehr Einnahmen, weniger Ausgaben
Für Gemeinderat Klaus Richter steht dennoch außer Frage, dass das Ratsgremium in einer zusätzlichen Sitzung Möglichkeiten eruieren muss, wie in Ostelsheim die Ausgaben reduziert und mehr Einnahmen generiert werden können. Denn die jüngste Sitzung zur Konsolidierung habe nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht und der Haushalt für 2026 ist weiterhin nicht ausgeglichen.
Im Ergebnishaushalt für das laufenden Jahr geht Kämmerer Fabian Dieringer davon aus, dass ordentliche Erträge von rund 8,7 Millionen Euro erzielt werden, während sich die ordentlichen Ausgaben auf etwas mehr als 9,6 Millionen Euro belaufen. Damit würde ein Minus von knapp 920 000 Euro zu Buche stehen.
Bis 2029 rechnet Dieringer in der mittelfristigen Finanzplanung mit weiterhin unausgeglichenen Haushalten und steigenden Verlusten, die nach seiner Prognose auf bis zu anderthalb Millionen Euro ansteigen werden.
Fast 4,7 Millionen Euro will die Gemeinde Ostelsheim in diesem Jahr investieren. Unter anderem Anschaffungen für die Feuerwehr stehen dabei mit rund 720 000 Euro zu Buche, für den Erwerb von Grundstücken sind 600 000 Euro vorgesehen, für die Sanierung eines Teilbereichs der Bergstraße will die Gemeinde 540 000 Euro berappen, die Beteiligung zur Aufweitung der Eisenbahnunterführung kostet die Kommune indes rund 570 000 Euro. In den Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße nach Weil der Stadt sind 450 000 Euro eingeplant, weitere größere Maßnahmen für die Verkehrsinfrastruktur verschlingen rund 420 000 Euro.
Die Generalsanierung des Wasserbehälters ist mit 200 000 Euro veranschlagt, die Außenanlagen der Kita Kunterbunt kosten rund 350 000 Euro, die Herstellung von Urnengräbern auf dem Friedhof belasten das kommunale Konto mit 130 000 Euro. Aber auch die Anschaffung von Whiteboards für die Grundschule, Kosten im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme der Hermann-Hesse-Bahn oder die Überdachung des Schüttgutlagers und neue Fahrzeuge für den Bauhof kosten in der Summe mehr als 250 000 Euro.
Im Ergebnishaushalt schlagen vor allem die höheren Personalkosten durch, steigende Versorgungsaufwendungen sowie weiter zunehmende Transferleistungen. Erfreulich für die Kommune: Bei den Ausgaben für Sach- und Dienstleistungen ist mit einem Rückgang der Ausgaben um fast 370 000 auf 3,323 Millionen Euro zu rechnen.
Kreisumlage bereitet Sorgen
Die wohl weiter steigenden Belastungen durch die FAG- sowie die Kreisumlage machen dem Ostelsheimer Kämmerer Sorgen, auch da aufgrund der geopolitischen und gesamtwirtschaftlichen Lage in absehbarer Zeit keine Verbesserung in Sicht sei.
Sollte sich die grundlegende Situation nicht ändern und der Finanzbedarf weiter zunehmen, müsste Ostelsheim möglicherweise ab 2028/2029 Kredite zur Finanzierung des Haushalts aufnehmen.
Dass die Kostendeckung – die Positionen Wasserversorgung (102,6 Prozent), Abwasserbeseitigung (103,1 Prozent) sowie Erddeponie (95,1 Prozent) ausgenommen – oft deutlich bei unter 50 Prozent liegt, führte Dieringer mit einer Aufstellung größerer Ausgaben vor Augen.
So sind nur 9,4 Prozent der Kosten von 212 000 Euro bei der Feuerwehr gedeckt. Bei der Schulkindbetreuung (Kosten: 191 000 Euro) sind es 35,2 Prozent, bei den Kitas (Kosten von 2,8 Millionen Euro) liegt man knapp unter 40 Prozent. Beim Friedhof wird ein Kostendeckungsgrad von knapp 59 Prozent bei Gesamtkosten von 113 000 Euro erreicht.
Bei den Flüchtlings- und Obdachlosenunterkünften muss die Gemeinde selbst nur knapp 20 000 Euro tragen. Hier liegt durch Erstattungen und Ausgleichszahlungen der Kostendeckungsgrad bei fast 84 Prozent, während die Ausgaben knapp 118 000 Euro betragen.
Spannend auch Dieringers Aufschlüsselung und Entwicklung der Personalkosten. So haben sich die Personalkosten der Kommune seit 2016 mehr als verdoppelt, allein zur Finanzierung des Kita-Personals muss die Gemeinde 2026 mehr als 2,2 Millionen Euro ausgeben, während das Verwaltungspersonal die Kommune etwas mehr als 790 000 Euro kostet.
Ausgaben und Einnahmen 2025
Vorläufiges Ergebnis
Für das Jahr 2025 ergibt sich laut dem Kämmerer Fabian Dieringer ein vorläufiges Ergebnis, bei dem einerseits die Ausgaben geringer als geplant ausgefallen, gleichzeitig aber auch die Erträge etwas hinter dem Planansatz zurückgeblieben sind. Unterm Strich muss Ostelsheim daher nur mit einem Minus von knapp über 400 000 Euro rechnen. Prognostiziert war ein Minus von fast 900 000 Euro. Einerseits hatten höhere Gewerbesteuereinnahmen und höhere Zinsen für die kommunalen Geldanlagen, aber auch geringere Personalkosten als geplant zu diesem Ergebnis geführt. Insbesondere beim Kita-Personal sind nicht die prognostizierten Kosten angefallen. Laut Fabian Dieringer liegt das vorläufige Ergebnis der ordentlichen Einnahmen bei knapp 8,3 Millionen Euro (Planansatz: 8,6 Millionen), während die voraussichtlichen Ausgaben rund 8,715 Millionen Euro (Planansatz: 9,49 Millionen) betragen. Auch wurden für 2025 geplante Ausgaben teilweise nicht getätigt und fallen daher erst in diesem oder nächsten Jahr an. Die Mittel wurden entsprechend übertragen.