Die Gemeinde Jungingen ist froh über eine ausgeglichene Haushaltsplanung für 2026. Verabschiedet werden soll das Zahlenwerk am 29. Januar.
Der Junginger Gemeinderat hatte seine sogenannte „Blättersitzung“ – heißt: Er ging die vielen, vielen Posten der Haushaltsplanung für 2026 mit aller Sorgfalt durch. Einen Haken an das Zahlenwerk machen will das Gremium am 29. Januar.
Die wichtigste Nachricht vorneweg: Unterm Strich steht ein ausgeglichenes Ergebnis mit ordentlichen Erträgen und Ausgaben in Höhe von 5,7 Millionen Euro. Auf eine schwarze Null hingearbeitet worden war bereits in der Entwicklung des Planentwurfs.
Von selbst versteht sich da, dass nicht jedem Wunsch nachgekommen werden kann. Weiter auf ein Ersatzfahrzeug für den bereits über 30 Jahre alten GTW (Gerätewagen Transport) warten muss beispielsweise die Freiwillige Feuerwehr. Und auch der Investitionsstau wird nicht kleiner: Mehr oder weniger alle kommunalen Gebäude haben Sanierungsbedarf – wofür ebenso wenig Geld da ist wie für Kanal- oder Straßensanierungen.
Einzig „okay“ präsentiert sich das Äußere der Turnhalle, aber auch die muss, wie der Bauhof, das Rathaus, der Kindergarten und die Kläranlage, weiter auf eine neue Heizung warten. Um die 40 Jahre alt sind die Anlagen – jedoch, erklärt Bürgermeister Oliver Simmendinger: „Wir haben nicht mal ermittelt, wie welcher Größenordnung hier in die Erneuerung investiert werden müsste, weil wir und schon das Ermitteln gar nicht leisten können.“
Es geht doch was
Trotzdem ist es nicht so, dass in Jungingen gar nichts bewegt werden könnte. Im Gegenteil. Der Bauhof bekommt ein kleines, gebrauchtes Fahrzeug, um – samt Werkzeug – von einem Arbeitseinsatz zum anderen fahren zu können (Kostenpunkt: 25 000 Euro) und für den Einsatzstellenfunk der Feuerwehr werden 16 000 Euro in die Hand genommen (wobei mit einem Landeszuschuss von 4000 Euro gerechnet werden darf).
Des Weiteren wurde für die Grundschule, zwischen Bahngleis und Gebäude, eine Wiese gepachtet, die mit Sitzmöbeln und Spielgeräten für den Nachwuchs ausgestattet werden soll. 10 000 Euro will man sich das kosten lassen. Weitere 3500 Euro teuer kommt der Austausch einer Messeinrichtung auf der Kläranlage; nochmal 3000 Euro werden in ein neues Sofa fürs Lesezimmer und in den Kauf weiterer Schränke für die Küche des Kindergartens investiert.
Mehr Aufenthaltsqualität
Ein großer „Brocken“, nämlich 80 000 Euro, fließt in das Sanierungsgebiet „Ortsmitte II“ beim Café Antlitz. Dort soll, getreu dem Motto „Lebendige Ortsmitte“, eine ansprechende Aufenthaltsfläche geschaffen werden. Aus dem Städtebau-Förderprogramm darf Jungingen hier mit 32 000 Euro rechnen. Wie die Fläche gestaltet werden soll, sollen die Bürgerinnen und Bürger mitentscheiden dürfen.
Mit in Summe 100 000 Euro (von denen der Fördergeber 60 000 Euro zurückerstattet) will die Kommune in diesem Sanierungsgebiet außerdem Hauseigentümer unterstützen, die an eine Sanierung ihrer Gebäude denken.
Weitere Ausgaben in Kürze: Die Umstellung auf ein neues kommunales Finanzsystem schlägt mit 46 000 Euro zu Buche (soll sich aber bereits in fünf, sechs Jahren amortisiert haben); 9000 Euro lässt sich Jungingen mobile Hochwasserschutzwände für die Feuerwehr kosten. Ebenfalls 9000 Euro teuer kommt die Gemeinde die Pflicht, ein Gutachten für die Einleitung des gereinigten Wassers auf der Kläranlage in Auftrag zu geben.
Mit 10 000 Euro möchte man das dritte von vier Klassenzimmern an der Grundschule sanieren. Ausdrücklicher Wunsch des Bürgermeisters ist es darüber hinaus, in diesem Jahr entweder auf dem Köhlberg oder auf dem Himberg die Ruhebänke und Feuerstellen instand zu setzen. Kostenpunkt: 7500 Euro.
Investition ins Archiv
In ganz anderer Höhe bewegen sich die Kosten, die die Killertalgemeinde dafür aufbringen muss (weil’s eine Pflichtaufgabe ist), ihr Archiv „auf Vordermann“ zu bringen – nämlich bei 75 000 Euro.
Freuen darf man sich in Jungingen bei alledem, dass die Gewerbesteuereinnahmen ordentlich fließen. In einer Größenordnung von 2,4 Millionen Euro.
Jungingen hätte gerne eine Gemeindeschwester. Inzwischen steht dem auch der Gemeinderat offen gegenüber. Auf die Dauer von drei Jahren würde deren Gehalt gefördert, weshalb die Personalstelle nun auch im Haushaltsplan 2026 Berücksichtigung findet. Eine Entscheidung über die Stellenbesetzung ist aber nicht vor März/April zu erwarten, sagt der Rathauschef Simmendinger.
100-Prozent-Stelle für einen ITler
Der Bürgermeister nennt ihn einen „Tausendsassa“: Jungingens Ortsbaumeister Klaus Ritter. Weil dessen Jahre bis in den Ruhestand gezählt sind und man einen nahtlosen Übergang seiner umfangreichen Tätigkeiten an den Nachfolger präferiert, will die Gemeinde eine 100-Prozent-Stelle für einen ITler beziehungsweise Ingenieur ausschreiben, der sich einer klimaneutralen Verwaltung annimmt und parallel die kommenden zwei Jahre Klaus Ritter „auf dessen Wegen“ begleitet, um den Ortsbaumeister dann irgendwann zu „beerben“. Nicht unwichtig in diesem Zusammenhang: Das Land Baden-Württemberg hat ein Förderprogramm für die Einstellung eines Klimamanagers ausgelobt, wovon auch die Gemeinde Jungingen profitieren könnte.