Beim Bauhof wird aus Spargründen vorerst eine freigewordene Stelle nicht mehr besetzt. Foto: Archiv Herzog

Der Gemeinderat verabschiedete den Haushaltsplan 2026, der ein Defizit von 428000 Euro im ordentlichen Ergebnis aufweist.

Für die Jahre 2027 bis 2029 wird der Haushaltsausgleich wieder in Aussicht gestellt. Nach der Umstellung auf das neue Haushaltsrechnungswesen (NKHR) wird die Gemeinde nach 2023, 2025 und 2026 zum dritten Mal den geforderten Haushaltsausgleich nicht erreichen.

 

Wie Hauptamtsleiterin Susanne Augsburger im Gemeinderat erläuterte, ist die Gewerbesteuer seit zwei Jahren nicht mehr Schenkenzells größte Einnahmequelle, sondern der Anteil an der Einkommensteuer mit 1,39 Millionen Euro.

Kosten steigen weiter

Bei der Gewerbesteuer sei ein Aufwärtstrend noch nicht erkennbar, sie rechne mit einzelnen Rückzahlungen. Deshalb werde nur eine Million Euro veranschlagt.

An Schlüsselzuweisungen erhalte die Gemeinde mit 888 000 Euro etwas weniger als im Vorjahr und auch die Zuweisungen für die Kindergärten fielen geringer aus, trotz weiter steigenden Kosten.

Empfindlich treffe die Gemeinde die höhere Kreisumlage, die um 205 000 Euro auf 1,01 Millionen Euro ansteige. Höhere Aufwendungen gebe es bei den Personalkosten von 1,21 Millionen Euro, die einen Anteil von 19,4 Prozent der Ausgaben ausmachen. Zudem werde bei der FAG-Umlage mit Aufwendungen von 73 900 Euro gerechnet (Vorjahr: 63 800 Euro).

250 000 Euro Kredit

Der Finanzhaushalt schließe mit einem Minus von 190 000 Euro, wodurch keine Mittel zur Finanzierung von Investitionen bereitstünden. Letztere seien in Höhe von 972 000 Euro geplant, etwa ein Drittel weniger als 2025. Abzüglich der Einnahmen aus Zuschüssen ergebe sich ein Finanzierungsmittelbedarf von rund 299 000 Euro. Zur Deckung sei die Aufnahme eines 250 000 Euro-Kredits vorgesehen sowie Entnahme von 121 000 Euro an liquiden Mitteln. Abzüglich der geplanten Tilgungen von 72 500 Euro reduziere sich der Bestand der Liquidität zum Ende des Jahres 2026 auf 604 000 Euro. Sofern die Kreditaufnahme in vollem Umfang benötigt werde, steige die Verschuldung auf 1,26 Millionen Euro Ende 2026. Dies entspreche 693 Euro je Einwohner.

Rückgang der Liquidität

Der Haushaltsplan 2026 enthalte auch die Zahlen der mittelfristigen Finanzplanung für 2027 bis 2029, in denen der Haushaltsausgleich jeweils erreicht werden könne. „Nach Vorlage beim Landratsamt gab es von dort keine Beanstandungen“, so die Hauptamtsleiterin.

In seiner Rede stellte Bürgermeister Bernd Heinzelmann den Haushalt 2026 unter dem Zeichen der Konsolidierung. Die wirtschaftliche Lage im Land sei angespannt und mache in Schenkenzell nicht halt.

Neben Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer von 500 000 Euro komme es zu einem erheblichen Rückgang der Liquidität. „Die Rahmenbedingungen zwingen uns dazu, bestehende Strukturen zu hinterfragen. Wir werden nicht herumkommen, Gebühren bei Hundesteuer und Wasserversorgung anzupassen. Diese Entscheidungen fallen uns nicht leicht, sind aber notwendig, um die Handlungsfähigkeit der Gemeinde sicherzustellen“, bekräftigte der Bürgermeister.

Auf der Suche nach Einsparmöglichkeiten zeige sich ein Ergebnis im Bauhof.

Eine vakante Stelle

Nach dem altersbedingten Ausscheiden zweier Mitarbeiter in den Ruhestand werde zunächst eine Stelle vakant bleiben. So könne knapp 35 000 Euro eingespart werden, ohne die Leistungsfähigkeit infrage zu stellen. Er habe in letzter Zeit viele Tätigkeiten außerhalb seines Bereichs übernommen, beispielsweise die Herstellung der Bouleanlage im Freizeitgelände Heilig Garten, so Heinzelmann.