Das Baugebiet Hölzleshof soll eine wichtige Rolle spielen, um die Einwohnerzahlen wieder zu steigern. Foto: Dold

Die Miene von Bürgermeister Jürgen Leichtle war ernst. „Der Haushalt 2026 ist kein bequemer Haushalt. Aber er ist ein ehrlicher Haushalt“, urteilte er angesichts des Zahlenwerks.

Schmerzhaft ist die sinkende Einwohnerzahl. Aber es gibt auch Lichtblicke. In seiner Haushaltsrede gab Leichtle einen Überblick über die aktuelle Situation von Lauterbach. Schnell wurde deutlich: Die gesamtwirtschaftlichen Probleme machen sich auch vor Ort bemerkbar.

 

„Die finanziellen Spielräume werden enger, während die Anforderungen an die Kommunen steigen“, konstatierte Leichtle. Der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer beträgt 2,05 Millionen Euro, der die stabilste Einnahmequelle der Gemeinde sei.

Stark konjunkturabhängig ist die Gewerbesteuer, die für 2026 mit 450 000 Euro veranschlagt wurde. „Bewusst vorsichtig“, sagte Leichtle, bevor er mit einer positiven Nachricht aufwarten konnte: „Wir sehen bei zwei größeren Gewerbesteuerzahlern entgegen dem allgemeinen Trend eine außergewöhnlich gute Auftragslage“, so der Bürgermeister. Das könne im neuen Jahr zu Mehreinnahmen führen.

Einige Änderungen

An Schlüsselzuweisungen und Investitionspauschalen aus dem kommunalen Finanzausgleich erhält die Gemeinde rund 2,4 Millionen Euro.

Die zentrale Botschaft des Haushalts formulierte Leichtle so: „Unsere finanziellen Spielräume werden weniger. Deshalb müssen wir umso klarer priorisieren, gezielt investieren und gemeinsam entscheiden, was wirklich notwendig ist“.

Gegenüber der Sitzung vom 8. Dezember hätten sich nochmals einige Änderungen ergeben. Unter anderem wurde die Sanierung der Straße Oberer Talweg, Wiesbauernhof/Hilsenbühl und die Verbindungsstraße Imbrand/Hölzleshof zusammengefasst und es wird hierfür ein Zuschussantrag aus dem Ausgleichstock gestellt.

Die Umstellung der Beleuchtung auf LED im Gemeindehaus (45 000 Euro) wurde gestrichen. Stattdessen soll es Untersuchungen zu der neuen PV-Anlage und eines möglichen Speichers geben.

Leasing für Kehrmaschine

Auch die 13 000 Euro für eine betriebliche Krankenversicherung der Gemeindemitarbeiter wurde gestrichen.

Statt einer Wildkrautbürste als Anbaugerät für den Bauhof wurden 19 000 Euro für das Leasing einer neuen Kehrmaschine bereitgestellt.

Trotz angespannter Lage werde auch 2026 investiert, wo es notwendig und verantwortbar sei, so Leichtle. Zentrales Infrastrukturprojekt sei die Pfarrer-Sieger-Straße. Investiert werden soll auch in das Haus des Gastes und die Dachsanierung des Rathauses, in den Ganztagsausbau der Grundschule, in den Friedhof und in die Schaffung einer Arztpraxis im ersten Obergeschoss des Haus des Gastes. „All diese Maßnahmen haben eines gemeinsam: Sie sind notwendig, nicht wünschenswert“, befand Leichtle.

Mindestliquidität vorhanden

Trotz eines Defizits im Ergebnishaushalt von 553 000 Euro könne die Mindestliquidität eingehalten werden. „Es ist das Ergebnis einer vorsichtigen Planung und klarer Prioritäten“, sagte der Bürgermeister. Allerdings würden die Spielräume künftig noch enger und man müsse sich noch mehr mit der Frage befassen, was sich die Gemeinde leisten könne und was nicht. Hier schlug Leichtle eine Gemeinderatsklausur vor.

Auch die Entwicklung der Einwohnerzahlen solle stärker in den Blick genommen werden, mahnte er angesichts der Rückgänge. Mehr Einwohner bedeuteten mehr Leben, aber auch mehr Einnahmen. Daher solle das Baugebiet Hölzleshof weiterentwickelt werden.