Die finanzielle Lage ist ernst – wieder einmal. Das wurde bei der Einbringung des Haushaltsplanentwurfs im Gemeinderat deutlich.
Ein schwacher Trost ist es, dass es vielen Kommunen landauf, landab derzeit ähnlich geht.
„Wie wollen wir unsere ganzen Vorhaben finanzieren?“, fragte Stefan Weinmann angesichts der doch eher betrüblichen Zahlen an. „Mit 2,4 Millionen Euro Kreditaufnahmen“, entgegnete Kämmerer Karl-Heinz Villinger. Dieser Betrag sei bereits 2025 geplant, aber nicht aufgenommen worden. Für Infrastrukturmaßnahmen werde die Kreditaufnahme gebilligt, beruhigte Villinger.
Emile Epagna forderte einen Plan, wie künftig gespart werden solle. Bürgermeister Jürgen Leichtle verwies auf die geplante Gemeinderatsklausur. Dort müsse man sich Gedanken machen, wie man den Haushalt aufstellen wolle.
Trumpfkarte Ökopunkte
Eine Möglichkeit sei der Verkauf von Ökopunkte. Von diesen besitzt Lauterbach deren 325 000. Sie könnten für etwa 250 000 Euro verkauft werden. „Das geht theoretisch auch an Kommunen aus dem Raum Stuttgart“, sagte Leichtle.
Die Einwohnerzahl von Lauterbach beträgt nur noch 2725, weshalb die Schlüsselzuweisungen des Landes auf 1,9 Millionen Euro sanken. Die Steuerkraftsumme ist mit 4,37 Millionen Euro leicht gestiegen. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 798 Euro im Kernhaushalt und 744 Euro bei den Eigenbetrieben. Bei der Gewerbesteuer kalkuliert man erneut mit Einnahmen von 450 000 Euro. Die Personalausgaben steigen von 1,54 auf 1,67 Millionen Euro.
Unter dem Strich steht im Ansatz für den Ergebnishaushalt 2026 ein Ergebnis von minus 562 000 Euro. Im laufenden Jahr lag der Fehlbetrag bei 370 000 Euro. 2024 stand ein Plus von 773 000 Euro zu Buche. Man müsse das Basiskapital anbrechen und verzehre Vermögen, mahnte Villinger.
Teure Kläranlage
Im Finanzhaushalt gibt es einen leichten Überschuss von 116 000 Euro. Allerdings gibt es hier spätestens in zwei Jahren einen großen Finanzbedarf. Grund ist die umfangreiche Sanierung der Kläranlage Schramberg, an der auch die Gemeinde Lauterbach beteiligt ist.
Investitionsbedarf gibt es reichlich, wie Villinger vortrug. Nicht allzu groß ist der Finanzbedarf beim Neujahrsempfang mit 5000 Euro, dem längst unansehnlichen Teppichboden im Bürgermeisterzimmer mit 1500 Euro oder einer Hygienebox für das Damen-WC für 1300 Euro.
Der Gemeinderat lehnte derweil die Einrichtung einer betrieblichen Krankenzusatzversicherung für die Rathausangestellten für 13 000 Euro ab.
Viele weitere Maßnahmen stehen im Haushaltsentwurf, sind aber noch nicht in Stein gemeißelt. Nicht mal richtig zusammenwischen könne man auf dem Boden vor der Werkstatt im Bauhof, berichtete Bauhofleiter Simon Kaupp. Die Fläche müsse saniert und beschichtet werden. Hier würden Kosten von 35 000 Euro anfallen.
Tablets für die Schule
Eine Brandmeldeanlage fürs Gemeindehaus würde 6000 Euro kosten. Für die Bekleidung neuer Feuerwehrleute sind 12 000 Euro eingeplant. „Manche wachsen auch aus der bisherigen Bekleidung heraus“, sagte er unter dem Schmunzeln der Gemeinderäte.
Für den Umbau des Erdgeschosses der Schramberger Straße 7 für einen Concept Store stehen 26 000 Euro zu Buche, für 30 neue Tablets für die Schule 17 000 Euro. Eine FSJ-Stelle an der Schule soll mit 9000 Euro gefördert werden.
Das Granulat auf dem Sportplatz soll für 4680 Euro gereinigt werden. Den Bebauungsplan Hölzleshof wolle man 2026 hinkriegen, sagte Hauptamtsleiter Andreas Kaupp. Die Kosten: 30 000 Euro. Für die Sanierung der TSV-Halle ist ein Zuschuss von 62 000 Euro vorgesehen.
Wittum wird geschoben
Wieder einmal geschoben wird die Sanierung des Wittums. Die letzte Kostenberechnung stammt hier sage und schreiben aus dem Jahr 2015.
An Straßensanierungen sind 2026 der Obere Talweg (75 000 Euro), 2027 der Bereich Imbrand/Hölzleshof (124 000 Euro) und 2028 beim Wiesenbauernhof/Hilsenbühl (165 000 Euro) eingeplant. Stefan Weinmann forderte hier ein klares Sanierungskonzept für die Straßen: „Die Kleckerlesstrategie ist teuer“.
Nun wird endgültig über die Verwendung der Haushaltsmittel beraten und schlussendlich entschieden, welche Maßnahmen dann auch umgesetzt werden können.