Was kann sich Königsfeld 2026 leisten? Da muss die Gemeinde genau nachrechnen. (Symbolfoto) Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Der Gemeinderat befasste sich mit der finalen Fassung des Haushalts 2026: Die finanzielle Lage bleibt angespannt, neue Aufgaben und steigende Kosten belasten den Etat.

Die letzte Fassung des Haushalts 2026 war Thema im Gemeinderat. Ohne Gegenstimmen verabschiedete das Gremium die Planung.

 

Bürgermeister Fritz Link erläuterte zunächst aber noch Änderungen wie den Anstieg des Kinderlastenausgleichs auf 921 000 Euro und die Senkung der Schlüsselzuweisungen auf 5,29 Millionen. Mit 51 000 Euro verdoppelt sich der Ansatz für die Ganztagsschule als „Beispiel dafür, dass Bund und Land den Gemeinden immer mehr Aufgaben ohne ausreichenden Kostenersatz“ aufbürden. Zwar gebe es für die nächsten zwölf Jahre jeweils 324 000 Euro, das sei aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, beseitige nicht die strukturelle Unterfinanzierung der Kommunen.

Von 3,559 auf 3,611 Millionen Euro steigt die Umlage an den Abwasserzweckverband Eschachtal. Im investiven Bereich entfallen 150 000 Euro für die Sporthallen-Dachsanierung, da die Zuschussbedingungen nicht erfüllbar waren. Neu sind 121 000 Euro für den Sirenenausbau, was aber nur bei Gewährung eines Zuschusses realisiert wird.

Von 500 000 auf 593 000 Euro steigen Kosten für Breitbandausbau, da neben dem Ausbau Buchenbergs fehlende Straßen in Weiler, Burgberg, Erdmannsweiler und Neuhausen geplant erörtert werden.

800 000 Euro für die Wasserversorgung

Laut Kämmerer Pirmin Schmid liegen ordentliche Erträge im Ergebnishaushalt bei 18,157, Aufwendungen bei 19,030 Millionen Euro. 2026 geplant sind im allgemeinen Haushalt Investitionen mit 2,3 Millionen Euro, bei Krediten von 700 000 Euro und der Entnahme von 746 000 Euro aus liquiden Mitteln. 800 000 Euro werden in die Wasserversorgung investiert.

Unter dem Landesdurchschnitt liegt mit 10 Millionen Euro die Steuerkraftsumme im Ort, aber auch die Pro-Kopf-Verschuldung, trotz des Schuldenstands der Gemeinde Ende 2026 von 3,84 Million Euro. Die Wasserversorgung weist 250 000 Euro Zahlungsmittelüberschuss aus, für die Kurbetriebe muss die Gemeinde aber 330 000 Euro Verlust ausgleichen.

Impulse für die heimische Wirtschaft

Die seit vielen Jahren erstmals wieder nötige Kreditaufnahme deckt sich laut Link mit der Entwicklung der meisten Kommunen im Land. Wichtig sei mit Blick auf die schwächelnde Konjunktur der heimischen Wirtschaft Impulse zu geben.

Mit der Kommunalaufsicht abgestimmt sei für Investitionen auch in Folgejahren die Entnahme aus liquiden Mitteln, Ende 2026 bei 2,9 Millionen Euro liegend. Dennoch müsse man sich bemühen, das Haushaltsdefizit weiter zu senken. 2026 gebe es keine Steuererhöhungen, das sei auf Dauer aber vielleicht nicht durchzuhalten.

Mehr Einbindung gefordert

Stefan Giesel fragte zur Kostenersparnis nach digitalen Haushaltsplänen statt Druck und plädierte dafür, den Gemeinderat bei Klausuren für Kürzungen früher einzubinden. Birgit Helms unterstützte das. Bei zwölf Vorberatungen gebe es sicher kein Beteiligungsdefizit, so Link. Den Räten ging es aber darum, Bescheid zu wissen und so Maßnahmen besser vertreten zu können. „Wir nehmen sie gern mit beim Zitronenauspressen“, so Link als Anspielung auf schon erfolgte Kürzungen, die das Ursprungsdefizit von zwei Millionen Euro auf etwa 873 000 Euro drückten.