Es war ein zähes, aber konstruktives Ringen: Stadt und Gemeinderat reduzieren Defizit im Ergebnishaushalt von ursprünglich 2,7 auf rund 1,46 Millionen.
In der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres beschloss das Gremium einstimmig die Haushaltssatzung der Stadt für das Jahr 2026. Benedikt Merkel („Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“) erläuterte die wichtigste Zahlen des Ergebnishaushaltes: Das veranschlagte Defizit im Ergebnishaushalt 2026 beträgt rund 1,46 Millionen Euro.
Dafür seien im Wesentlichen zwei Punkte verantwortlich, erläuterte der Kämmerer. Zum einen veranschlagt die Stadt für das Ausweichquartier für die Grundschule Tannenkirch – während der Bauarbeiten an dem Gebäude ziehen die Schüler in eine Containeranlage – 530 000 Euro.
Außerdem schlagen die Umlagezahlungen an Land und Kreis kräftig zu Buche: Diese steigen – trotz gleichbleibender Hebesätze – aufgrund der höheren Steuerkraft der Stadt um rund 1,1 Million Euro gegenüber dem Vorjahr.
Das Defizit im Ergebnishaushalt betrug ursprünglich rund 2,7 Million Euro und konnte nach der Haushaltsklausur um rund 545 000 Euro reduziert werden, was vor allem durch Einsparungen bei den Personalkosten erreicht wurde. 2026 betragen diese betragen 7,9 Millionen Euro - das entspricht einem Anstieg von 482 000 Euro gegenüber dem Vorjahr.
Aus der Oktobersteuerschätzung resultierten Mehreinnahmen beim Einkommensteueranteil (plus 102 700 Euro), beim Umsatzsteueranteil (plus 56 200 Euro), bei den Schlüsselzuweisungen einschließlich der einmaligen Landesunterstützung (plus 400 500 Euro), bei der Förderung der pädagogischen Leitungszeit in den Kindertageseinrichtungen (plus 21 500 Euro), und bei der Kleinkindförderung (plus 186 100 Euro). Lediglich beim Kindergartenlastenausgleich gab es Mindereinnahmen (minus 28 700 Euro).
Im Rahmen des Konsolidierungsprozesses wurden Gebühren (der Gemeinderat hat auf seiner Sitzung auch die Erhöhung der Abwassergebühren für 2026 und 2027 auf 2,73 Euro pro Kubikmeter beschlossen) und der Ansatz der Gewerbesteuer auf zwei Millionen Euro erhöht, die Personalkosten um weitere 200 000 Euro pauschal verringert, sämtliche Budgets um pauschal zehn Prozent reduziert (minus 100 000 Euro ) und es wurde auf einige bereits angemeldete Einzelmaßnahmen verzichtet.
Der Finanzhaushalt
Im Finanzhaushalt wird der Bedarf für Investitionen mit rund 3,7 Millionen Euro (ohne Tilgungen) angesetzt. Dies bedeutet laut Merkel, dass die geplanten Investitionen (etwa 800 000 Euro für das Schwimmbad) nicht vollumfänglich durch die Einzahlungen aus Zuschüssen und Grundstücksverkäufen finanziert werden können. In der Summe sind Investitionen in Höhe von rund 5,78 Millionen Euro und Einzahlungen in Höhe von rund zwei Millionen Euro aufgeführt. Zudem fallen 134 500 Euro für Tilgungen an.
Nach der aktuellen Jahreshochrechnung für 2025 stehen zum Jahresende liquide Mittel in Höhe von 5,17 Millionen Euro zur Verfügung. Entsprechend muss die Stadt für ihre Investitionen keinen Kredit aufnehmen.
Die Anteile der Stadt Kandern an den Infrastrukturmitteln des Bundes sind im Haushaltsplan 2026 noch nicht berücksichtigt. Diese sehen vor, dass in den nächsten zwölf Jahren jeweils 729 Millionen Euro nach Baden-Württemberg fließen.
Laut einer Übersicht über die voraussichtlichen Gemeindebudgets beträgt der Anteil der Stadt Kandern rund 5,47 Millionen Euro. Der Gemeinderat kann über die mögliche Verwendung dieser Summe entscheiden, sobald die entsprechende Verwaltungsvorschrift veröffentlicht wurde. Merkel kündigte an, dass sich damit zahlreiche Projekte finanzieren ließen.
Der Schuldenstand im Kernhaushalt beträgt zum Jahresende 2025 rund 1,96 Million Euro. Wird planmäßig getilgt, beträgt der Schuldenstand am 31.Dezember rund 1,82 Millionen Euro.
Lob der Bürgermeisterin
Bürgermeisterin Simone Penner erinnerte daran, wie „schwierig und unbequem“ der Start in die Haushaltsberatungen gewesen sei. Der Gemeinderat habe diese Herausforderung sehr gut gemeistert. „Was uns trägt und Kraft gibt, ist das gute Miteinander. Vertrauen, Engagement, Verlässlichkeit und gegenseitiger Respekt.“
Penner bedankte sich bei ihren Mitarbeitern der Stadtverwaltung und explizit bei Benedikt Merkel, dass er „erneut routiniert und sicher durch die Herausforderungen der Haushaltsplanungen“ geführt habe. Zudem dankte sie den Gemeinderäten und den Ortsvorstehern für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.